Was ist Homöopathie?

Januar 2017
Immer mehr Patienten wünschen sich eine Therapie mit homöopathischen Arzneimitteln. Diese haben mehrere Vorteile, wie geringe Nebenwirkungen. Jedoch lassen sich nicht alle Krankheiten mit Homöopathie behandeln.


Das Prinzip der Homöopathie

Homöopathie geht auf den Arzt Samuel Hahnemann zurück, der diese Therapieform Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte. Hahnemann postulierte das Prinzip, "Gleiches mit Gleichem" zu heilen. Dementsprechend erfolgt die Therapie mit einem homöopathischen Arzneimittel, dessen Inhaltsstoffe unverdünnt an Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen können wie die, an denen der Kranke leidet.


Ein Beispiel: Magenverstimmungen behandeln Homöopathen häufig mit "Nux vomica" (Brechnuss). Nux vomica ist eine Pflanze, die Strichnin enthält, ein Gift, das in höherer Dosierung giftig und niedrig dosiert verdauungsfördernd und harntreibend wirkt. In homöopathischen Arzneimitteln werden die Samen der Pflanze stark verdünnt aufbereitet.

Potenzierung

Die Homöopathie nutzt stark verdünnte Arzneimittel, die häufig auf Pflanzen, Mineralien oder tierischen Produkten beruhen. Zunächst werden die Grundsubstanzen potenziert, das heißt sie werden wiederholt (meist im Verhältnis 1:10 oder 1:100) mit Wasser oder Alkohol gemischt oder mit Milchzucker verrieben.


Bekannt sind vor allem die Zehnerpotenzen (D) und Hunderterpotenzen (C). So bedeutet D30 zum Beispiel, dass der Wirkstoff 30 Mal um das Zehnfache verdünnt wurde. Bei C200 wurde der Ausgangsstoff 200 Mal um den Faktor 100 verdünnt.

Zum Teil sind die Arzneimittel im Endprodukt so verdünnt, dass kein Wirkstoff mehr nachweisbar ist. Homöopathen gehen jedoch davon aus, dass das Lösungsmittel (also Wasser, Alkohol und Milchzucker) die Wirkstoffe der Arznei "speichert". Die Wirksamkeit der Homöopathie ist bis heute umstritten und konnte in wissenschaftlichen Studien nicht eindeutig belegt werden.

Die Vorteile der Homöopathie

Homöopathische Arzneimittel sind leicht anzuwenden und in der Apotheke frei verkäuflich. Aufgrund der Verdünnung haben homöopathische Mittel kaum Nebenwirkungen. Es bestehen bei hochverdünnten Produkten auch keine Gegenanzeigen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Die Grenzen der Homöopathie

Homöopathie kann eine schulmedizinische Therapie nicht ersetzen und sollte nur ergänzend, komplementärmedizinisch angewendet werden. Bestimmte Krankheiten sind nicht mit Homöopathie behandelbar. Dazu gehören alle schweren und lebensbedrohlichen Erkrankungen, Infektionen, Herzerkrankungen, schwere Verdauungsstörungen, Wunden und Verletzungen, die über harmlose Abschürfungen oder Prellungen hinausgehen, Diabetes und alle weiteren ernsthaften Erkrankungen.

Nebenwirkungen

Solange es sich bei den homöopathischen Arzneimitteln um stark verdünnte Substanzen handelt, verursacht Homöopathie kaum Nebenwirkungen. Allerdings enthalten viele homöopathische Arzneimittel Laktose oder Saccharose. Menschen, die unter einer Intoleranz gegenüber diesen Stoffen leiden, sollten diese Arzneimittel nicht einnehmen.

Selbstmedikation

Auch sollten Sie bei homöopathischen Arzneimitteln von einer langfristigen Selbstmedikation absehen. Es ist immer sinnvoll, bei andauernden Beschwerden den Arzt oder einen Heilpraktiker zu konsultieren, auch dann, wenn Sie homöopathische Arzneimittel einnehmen möchten.

Die Debatte über die Homöopathie

Die Wirksamkeit der Homöopathie wird bis heute zum Teil sehr emotional diskutiert. Denn zum einen nehmen viele Menschen homöopathische Therapien subjektiv als wirksam wahr. Zum anderen bestreiten die meisten wissenschaftlichen Studien die Wirksamkeit des Verfahrens und erklären die Wirkung durch einen Placebo-Effekt. Andere Veröffentlichungen, die die Wirksamkeit homöopathischer Mittel zu belegen scheinen, werden hinsichtlich der wissenschaftlichen Durchführung kritisiert. Auch das Prinzip der homöopathischen Verdünnung widerspricht den schulmedizinischen Vorstellungen einer Arzneimitteltherapie. Deshalb gilt die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien als nicht belegt.

Die Kosten

Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für homöopathische Arzneimittel. Sie sollten sich bei Ihrer Krankenkasse erkundigen, ob die Kosten übernommen werden.


Foto: © Alim Yakubov - Shutterstock.com

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Letztes Update am 7. November 2016 03:17 von SilkeCCM.
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