Mein Kind hat Albträume: Was tun?

Dezember 2017
Viele Kinder haben Phasen, in denen sie unter Albträumen leiden. Die meisten dieser Schlafstörungen sind vorübergehend und harmlos. Viele Eltern reagieren auf Schlafstörungen ratlos und wissen nicht, was sie dagegen tun können. Wir geben Ihnen hier einige Ratschläge.


Albträume bei Kindern

Schlafstörungen wie zum Beispiel Schlaflosigkeit treten bei Kindern selten auf. Albträume und nächtliche Ängste sind hingegen häufig. Außerdem träumen viele Kinder sehr intensiv. Das ist normal, denn Kinder verarbeiten im Schlaf alles, was während des Tages an Informationen gespeichert wurde: Bilder, Wissen, Erfahrungen, aber auch Ängste und Frustrationen.



Generell können Kinder jeden Alters von Albträumen betroffen sein. Bei Kleinkindern, die noch nicht sprechen können, ist es für Eltern häufig schwer nachvollziehbar, warum ihr Kind aufwacht. Kinder im Kindergartenalter und Schulkinder können Albträume hingegen äußern und ihre Ängste beschreiben.

Wann treten Albträume auf?

Der Schlaf ist in mehrere Phasen unterteilt. Die Einschlafphase geht in eine Tiefschlafphase und in eine Phase des REM (Rapid Eye Movement) über. In der REM-Schlafphase treten besonders häufig Träume und Albträume auf.

Drei Regeln für die Bekämpfung von Albträumen

Regel Nummer 1: Keine Panik! Albträume sind Teil der normalen Entwicklung des Kindes und erlauben ihm sogar, Ängsten und Impulsen freien Lauf zu lassen.

Regel Nummer 2: Beruhigen Sie Ihr Kind. Wenn Ihr Kind schlecht träumt, sprechen Sie leise mit ihm und beruhigen Sie es. Lassen Sie keine Hektik aufkommen. Sie können das Kind auch in den Armen wiegen oder ihm etwas vorsingen, bis es wieder einschläft. Körperliche Nähe hilft Kindern dabei, sich zu beruhigen.

Regel Nummer 3: Sprechen Sie über den Albtraum. Wenn Ängste rationalisiert werden, verlieren sie ihren Schrecken. Das Kind begreift außerdem auf diese Weise, dass der Albtraum nicht real ist. In vielen Fällen gelingt es Eltern so auch, die Träume von Kindern zu deuten und zu erkennen, was dem Kind Angst macht.

Falls Albträume immer wiederkehren (mehrmals pro Woche) und es keine Anzeichen für eine Verbesserung gibt, sollten Sie den Kinderarzt konsultieren.

Der Nachtschreck: Pavor Nocturnus

Der Pavor Nocturnus (auf Deusch Nachtschreck) ist ein Phänomen, das nicht mit Albträumen verwechselt werden darf. Ein Pavor Nocturnus tritt üblicherweise während des Non-REM-Schlafs auf. Das Kind erwacht meist schreiend und ängstlich, ist häufig überhaupt nicht ansprechbar und erkennt die Eltern nicht. Das Kind spürt in dieser Phase starke Angst. Dies geht häufig mit beschleunigter Atmung und einem erhöhten Pulsschlag einher. Die Phase dauert etwa fünf bis 15 Minuten an. Nach dieser Phase schläft das Kind ruhig wieder ein. Am nächsten Morgen kann sich das Kind an den Vorfall nicht erinnern.

Psychologen gehen davon aus, dass Kinder mit dem Pavor Nocturnus auf aufregende Ereignisse oder belastende Situationen reagieren. Differentialdiagnostisch muss bei solchen Vorfällen eine Epilepsie ausgeschlossen werden. Sie sollten deshalb bei wiederholtem Auftreten einen Kinderarzt konsultieren.

Albträume: Wann zum Arzt?

Albträume und Aufwachstörungen sind meist harmlos. In einigen Fällen sollten Sie trotzdem zur Sicherheit Ihren Kinderarzt konsultieren, zum Beispiel dann, wenn Ihr Kind über einen längeren Zeitraum jede Nacht schlecht träumt, sehr agressive Inhalte träumt oder sich nach dem Aufwachen sehr aggressiv verhält. Auch wenn beim Kind ausgeprägte Tagesmüdigkeit auftritt, es sich mehrfach nach dem Traum gar nicht beruhigen lässt oder Symptome wie Kopfschmerzen oder Krampfanfälle die Albträume begleiten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Kann man Schlafstörungen behandeln?

Jedes Kind hat hin und wieder Albträume. Das ist ganz normal und verschwindet in der Regel wieder von selbst. Einige Eltern greifen hier zu Behandlungsmethoden aus der Naturheilkunde und Homöopathie. Für deren Wirksamkeit gibt es keine Belege, die Mittel sind in der Regel aber unbedenklich. Albträume werden erst dann behandlungsbedürftig, wenn sie ständig auftreten oder das Kind oder die Umgebung stark beeinträchtigen. In diesem Fall hilft es nur, den Kinderarzt zur weiteren Beratung und Untersuchung hinzuzuziehen. Er kann die Eltern und das Kind gegebenenfalls zu speziellen weiteren Tests, zum Beispiel in ein Schlaflabor, schicken.

Foto: © Maxim Ibragimov – 123RF.com

Terreur nocturne et cauchemar chez l'enfant
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Letztes Update am 19. Oktober 2017 05:41 von SilkeCCM.
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