Mein Kind hat Albträume - Was tun?

August 2017

  • Schlafstörungen wie z.B. Schlaflosigkeit treten bei Kindern selten auf, Albträume und nächtliche Ängste sind hingegen häufig.
  • Vor allem im Alter zwischen 4 und 8 Jahren treten Albträume besonders häufig auf.
  • Viele Eltern reagieren auf diese Schlafstörungen ratlos und wissen nicht, was sie dagegen tun können. Wir geben Ihnen hier einige Ratschläge.


Wann treten Albträume auf?

  • Der Schlaf ist in mehrere Phasen unterteilt. Die Einschlafphase geht in eine Tiefschlafphase und in eine Phase des REM- (Rapid Eye Movement) Schlafs über. In der REM-Schlafphase treten besonders häufig Träume und Albträume auf.
  • Im Schlaf verarbeiten Kinder alles, was während des Tages an Information gespeichert wurde: Bilder, Wissen, Erfahrungen, Frustrationen etc.

Drei Regeln für die Bekämpfung von Albträumen

  • Regel Nummer 1: Keine Panik! Albträume sind Teil der normalen Entwicklung des Kindes und erlauben ihm sogar, Ängste und Impulsen freien Lauf zu lassen.
  • Regel Nummer 2: Beruhigen Sie Ihr Kind. Wenn Ihr Kind schlecht träumt, sprechen Sie leise mit ihm und beruhigen Sie es. Lassen Sie keine Hektik aufkommen. Sie können das Kind auch in den Armen wiegen oder ihm etwas vorlesen oder vorsingen, bis es wieder einschläft.
  • Regel Nummer 3: Sprechen Sie über den Albtraum. Sie sollten am nächsten Tag mit dem Kind über den Albtraum sprechen. Wenn Ängste rationalisiert werden, verlieren sie ihren Schrecken. Das Kind begreift außerdem auf diese Weise, dass der Albtraum nicht real ist.
  • Falls Albträume immer wieder kehren (mehrmals pro Woche) und es keine Anzeichen für eine Verbesserung gibt, sollten Sie den Kinderarzt konsultieren.

Pavor Nocturnus

  • Der Pavor Nocturnus ist ein Phänomen, das nicht mit Albträumen verwechselt werden darf.
  • Ein Pavor Nocturnus tritt üblicher Weise während des Non-REM-Schlafs auf.
  • Das Kind erwacht meist schreiend und ängstlich und ist häufig überhaupt nicht ansprechbar und erkennt die Eltern nicht.
  • Das Kind spürt in dieser Phase starke Angst. Dies geht häufig mit beschleunigter Atmung und einem beschleunigten Pulsschlag einher.
  • Die Phase dauert etwa 10 bis 20 Minuten an.
  • Nach dieser Phase schläft das Kind ruhig wieder ein.
  • Am nächsten Morgen kann sich das Kind an den Vorfall nicht erinnern.
  • Psychologen gehen davon aus, dass Kinder mit dem Pavor Nocturnus auf aufregende Ereignisse oder belastende Situationen reagieren.
  • Differentialdiagnostisch muss bei solchen Vorfällen eine Epilepsie ausgeschlossen werden.

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Letztes Update am 2. November 2011 13:04 von Dr. Blattmann.
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