Medikamentöse Behandlung von Gedächtnisproblemen

Mai 2017
In den letzten Jahren wurde intensiv an der Entwicklung von Medikamenten geforscht, die die Gedächtnisleistung verbessern. Zur Verfügung stehen dabei verschreibungspflichtige Präparate und auch Medikamente, die sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten können.


Rezeptfreie Medikamente

Es gibt in der Apotheke verschiedene Medikamente, die die Gedächtnisleistung steigern sollen und die rezeptfrei erhältlich sind. Wenn Sie allerdings merken, dass Sie dauerhaft vergesslich werden, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Er kann durch Tests herausfinden, ob eine bestimmte Erkrankung hinter den Symptomen steckt.

Gingko

Eines der ältesten pflanzlichen Medikamente, das die Gedächtnisleistung verbessern kann, ist der Wirkstoff aus den Blättern des Gingkobaums. Gingko wird seit langer Zeit in der pflanzlichen Medizin eingesetzt und findet auch in der traditionellen chinesischen Medizin Anwendung. Der Wirkstoff soll die geistige Leistungsfähigkeit steigern, Vergesslichkeit entgegenwirken und gegen Gedächtnisstörungen und Demenz wirken, was in verschiedenen medizinischen Untersuchungen belegt wurde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Gingko-Extrakt zu den sogenannten Antidementiva, also Medikamenten, die die kognitiven Fähigkeiten verbessern können.

Natriumpangamat

Natriumpangamat kommt unter anderem in Hefe und Aprikosenkernen vor. Es soll im Körper ein bestimmtes Enzym (die Cytochromoxidase) aktivieren und so die Sauerstoffversorgung im Gehirn verbessern. Wissenschaftlich valide Studien über den Effekt liegen jedoch bislang nicht vor.

Ginseng

Ein weiteres traditionelles Präparat aus der Pflanzenmedizin ist Ginseng. Wirkstoffe aus der Ginsengwurzel sollen die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verbessern. Auch hier gibt es bislang keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege für die positive Wirkung auf die Gedächtnisleistung.

Homöopathische Medikamente

Es gibt verschiedene homöopathische Arzneimittel, die die Gedächtnisleistung unterstützen sollen. Auch hier gibt es keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit.

Rezeptpflichtige Medikamente

Es gibt bislang nicht "die eine Tablette", die die Gedächtnisleistung verbessern kann. Allerdings stehen für verschiedene Demenzerkrankungen verschiedene Präparate zur Verfügung, die die kognitiven Fähigkeiten fördern können. Ein besonderer Fokus der Forschung liegt darauf, ein Medikament zu finden, das die Alzheimer-Demenz aufhalten kann. Bislang wurden Medikamente entwickelt, die die Erkrankung verlangsamen können, eine Heilung ist jedoch noch nicht möglich.

Cholinesterase-Hemmer

Vom Arzt können Medikamente verordnet werden, die die Konzentration des Neurotransmitters Acetylcholin im Gehirn erhöhen und so die Gedächtnisleistung fördern. Diese sogenannten Cholinesterase-Hemmer sind zum Beispiel unter den Wirkstoffnamen Donezepil oder Rivastigmin bekannt. Die Präparate werden unter anderem in der Behandlung der Alzheimer-Demenz eingesetzt.

Memantin

Memantin ist ein Präparat, das die Glutamatproduktion im Gehirn bremst. Glutamat erregt die Nervenzellen im Gehirn. Memantin verhindert eine Überreizung der Nervenzellen. Das Präparat wird ebenfalls in der Behandlung der Alzheimer-Demenz eingesetzt.

Piracetam

Der Wirkstoff Piracetam regt den Stoffwechsel im Gehirn an und soll die Sauerstoffverwertung bessern. So soll die Konzentrationsfähigkeit angeregt werden.

Neuroleptika und Antidepressiva

Wenn Patienten im Rahmen einer Demenz unruhig und agitiert werden, können Neuroleptika wie Risperidon dämpfend und beruhigend wirken.


Wenn die Gedächtnisstörung im Rahmen einer Depression auftritt, ist eine antidepressive Therapie dringend anzuraten.

Einige Medikamente beeinträchtigen die Gedächtnisleistung

Benzodiazepine können die Gedächtnisleistung beeinträchtigen. Da auch das Reaktionsvermögen verlangsamt wird, dürfen Patienten, die diese Medikamente einnehmen, nicht Auto fahren.


Einige Neuroleptika, einige Antidepressiva, Lithium und viele andere psychiatrische Medikamente können die Gedächtnisleistung ebenfalls beeinträchtigen. Wenn Sie solche Medikamente einnehmen, sollten Sie Ihren Arzt nach potenziellen Nebenwirkungen auf die Gedächtnisleistung fragen.

Die Ernährung: Einfluss auf das Gedächtnis

Es gibt keine spezielle Diät, mit der Sie eine Demenz behandeln können. Trotzdem ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung auch für die Gesunderhaltung der Gehirnzellen besonders wichtig. Dabei sollte die Ernährung reich an ungesättigten Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren sein, da sich diese positiv auf die Gedächtnisleistung auswirken können.

Foto: © Axel Bueckert – 123RF.com

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Letztes Update am 26. März 2017 08:55 von SilkeCCM.
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