OP-Techniken bei Arthrose der Lendenwirbelsäule

Januar 2018
Eine Lendenwirbelsäulenarthrose kann extreme Schmerzen verursachen, durch die der Betroffene sogar arbeitsunfähig werden kann. Wenn eine Lendenwirbelsäulenarthrose nicht mehr konservativ behandelt werden kann, sollte eine Operation erwogen werden.


Operation bei Lendenwirbelsäulenarthrose

Wenn Sie unter einer Lendenwirbelarthrose leiden und eine Operation durchgeführt werden soll, sollten Sie sich Bedenkzeit erbitten, um das Für und Wider in Ruhe abzuwägen. Dies gilt natürlich nicht, wenn eine Notfalloperation bei Lähmungserscheinungen notwendig ist.


Wird die Operation elektiv, also geplant, durchgeführt, sollten Sie sich an einem Zentrum beraten lassen, das viele solcher Eingriffe durchführt und entsprechende Erfahrung hat. Lassen Sie sich die Möglichkeiten der verschiedenen Operationsverfahren in Ruhe erläutern. Wichtig ist, dass der Arzt Sie auch über eventuelle Risiken der Operation informiert.

Vor einer Operation sollten alle konservativ möglichen Maßnahmen wie Schmerztherapie, Physiotherapie mit Durchführung muskelstärkender Übungen und begleitenden Therapieverfahren (wie zum Beispiel Behandlungen mit Strom oder manueller Therapie) und gegebenenfalls auch minimalinvasive Methoden wie die Verödung von schmerzleitenden Nerven vollständig ausgeschöpft worden sein.

Zweck des chirurgischen Eingriffs

Durch die Arthrose der kleinen Gelenke der Wirbelsäule (Facettengelenke) kann die schmerzsensible Gelenkkapsel gereizt oder Nerven im Rückenmarkskanal komprimiert werden. Das Ziel der Operation ist die Freisetzung der komprimierten Nervenwurzeln und/oder die Entlastung der Gelenkkapsel. Dadurch werden die Schmerzen beseitigt. Dazu stehen verschiedene Operationsmöglichkeiten zur Verfügung. Voraussetzungen für eine Operation sind eine erfolglose nichtoperative Therapie, unerträgliche Schmerzen, erkennbare Instabilitäten/Fehlstellungen, die zu deutlichen Beeinträchtigungen führen oder Nervenschädigungen mit vorhandenen oder drohenden Ausfallerscheinungen.

Versteifung der Lendenwirbelsäule

Bei versteifenden Operationen an der Lendenwirbelsäule werden ein oder mehrere Segmente der Wirbelsäule durch das Einsetzen von Schrauben oder Metallimplantaten fest miteinander verbunden. Zusätzlich wird in der Regel körpereigenes Knochenmaterial – das zum Beispiel aus dem Beckenkamm des Patienten entnommen wird – angelagert. Dieses verfestigt sich mit der Zeit und wächst in die Implantate ein, so dass eine ausreichende Stabilität entsteht. Ziel ist, dass durch die Ruhigstellung der Gelenke eine Entlastung und somit eine Schmerzminderung eintritt.


Nachteil der Operation ist, dass der Patient durch die feste Gelenkverbindung in der Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule dauerhaft eingeschränkt wird. Es ist deshalb günstig, sich vorher genau zu erkundigen und sich eventuell auch mit anderen Patienten, zum Beispiel über Selbsthilfegruppen, über Erfahrungen und das Alltagsleben mit eingeschränkter Beweglichkeit auszutauschen.

Entlastungsoperation

Wenn sich durch die Facettengelenksarthrose Verkalkungen gebildet haben, die den Wirbelkanal einengen oder Nerven komprimieren, können diese Strukturen durch eine Entlastungsoperation beseitigt werden. Dazu wird zum Beispiel das Gewebe, das Nerven komprimiert, entfernt.

Facettengelenksdenervierung

Die Facettengelenksdenervierung (auch als Facettenablation, Facettenneurolyse oder Denervierung der Wirbelsäule bezeichnet) ist eine minimal-invasive Methode, bei der keine Operation im eigentlichen Sinne stattfindet. Bei diesem Verfahren werden die Nerven, die Schmerzsignale von der Gelenkkapsel zum Gehirn transportieren, mittels Strom oder Kälte verödet. Dies gelingt, indem eine dünne Nadel unter Röntgensicht an den entsprechenden Nerv vorgeschoben wird, der darüber verödet wird. Der Eingriff dauert etwa eine Stunde und kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Die Patienten können beim Eingriff eine leichte Sedierung verabreicht bekommen. Eine Vollnarkose ist in der Regel nicht notwendig. Die Schmerzlinderung hält 12 bis 24 Monate an. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob diese Methode für Sie in Frage kommt.

Foto: © Akkamulator – 123RF.com

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Letztes Update am 12. Dezember 2017 09:12 von SilkeCCM.
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