Auswirkungen von Drogenkonsum auf das Gedächtnis

Juli 2017
Es ist allgemein bekannt, dass Drogenkonsum sowohl negative körperliche Folgen als auch negative psychische Folgen hat. Lesen Sie hier, auf welche Art Drogenkonsum die Gedächtnisleistung beeinträchtigt.


Psychische Störungen nach Drogenkonsum

Drogenkonsum kann verschiedene psychische Störungen wie etwa Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Psychosen hervorrufen. Daneben stören alle Drogen in unterschiedlichem Ausmaß das Gedächtnis. Einige Drogen wie zum Beispiel Crystal Meth haben sogar eine extrem toxische Wirkung auf das Gehirn.

Auswirkungen von Cannabis auf das Gedächtnis

Cannabis, eine der am häufigsten konsumierten Drogen, enthält einen Wirkstoff namens Tetra-Hydro-Cannabinol (THC). Der Konsum von THC erzeugt im menschlichen Körper erhebliche psychische Effekte, die von Schläfrigkeit bis zu euphorischen Zuständen und schweren Depressionen reichen können.

Tests und Studien haben gezeigt, dass eine Person, die unter dem Einfluss von Cannabis steht, eine geringere Gedächtniskapazität hat. Das Arbeitsgedächtnis und das sensorische Gedächtnis (Kurzzeitgedächtnis und Ultra-Kurzzeitgedächtnis) sind besonders von den Einschränkungen betroffen. Deshalb ist es eine echte Gefahr, unter Marihuana-Einfluss Auto zu fahren.

Wenn Cannabis von schlechter Qualität ist, kann es mehr Cannabinol beinhalten (CBN, ein Cannabinoid, das bei der chemischen Umwandlung von THC entsteht). Dies kann das Langzeitgedächtnis negativ beeinflussen. Personen, die häufig Cannabis konsumieren, erleben zum Teil "Blackouts". Außerdem ist ihre Lernfähigkeit deutlich eingeschränkt.

Auswirkungen von Ecstasy auf das Gedächtnis

Ecstasy oder XTC/MDMA (Methylen-Dioxy-Methamphetamin) wirkt direkt auf den Hippocampus. Der Hippocampus ist eine Hirnregion, die eine zentrale Rolle bei der Bildung von bewussten Erinnerungen und auch bei der temporären Speicherung von Informationen spielt. Durch den Konsum von Ecstasy wird die Funktion dieses Hirnareals massiv beeinträchtigt. Studien haben gezeigt, dass der regelmäßige Konsum von Ecstasy Erinnerungen verschwinden lässt.

Auswirkungen von Speed auf das Gedächtnis

Amphetamin – auch Speed oder Pep genannt – ist eine Droge, die in den Stoffwechsel des Hirnbotenstoffs Dopamin eingreift und so zu einem Belohnungsgefühl führt. Niedrig dosiert wirkt Speed aufmerksamkeitssteigernd und subjektiv leistungssteigernd. Konsumenten neigen zur Selbstüberschätzung in Sachen körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit. Daneben erweitern Amphetamine die Bronchien, erhöhen Blutdruck, Puls und Körpertemperatur und bremsen das Hungergefühl und den Durst. Spätfolge von Amphetaminkonsum kann deshalb ein "Raubbau" an den körpereigenen Reserven sein, was zu vollkommener Erschöpfung oder sogar bis zum Tod führen kann.


Speedkonsum erhöht außerdem drastisch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Drogenkonsum im Jugendalter kann zu frühzeitigen Schlaganfällen mit den entsprechenden Ausfallerscheinungen führen.

Vor allem Methamphetamin (Crystal Meth) ist extrem toxisch für die Nervenzellen und kann ausgeprägte Defizite im Gedächtnis verursachen und zu Konzentrationsschwäche führen.

Auswirkungen von Kokain auf das Gedächtnis

Kokain hat eine aufputschende und konzentrationssteigernde Wirkung, da es in den Dopaminstoffwechsel im Gehirn eingreift. Kokain führt dazu, dass das Gehirn regelrecht mit Dopamin überflutet wird. Forscher konnten nachweisen, dass durch dauerhaften Kokainkonsum Hirnschäden entstehen, die besonders das Kurzzeitgedächtnis betreffen. Da die Dopaminrezeptoren im präfrontalen Cortex, dem Sitz des Kurzzeitgedächtnisses durch Kokainkonsum unempfindlich werden, sind Aufmerksamkeitsdefizite, Lernprobleme und Schwierigkeiten, rasche Entscheidungen zu fällen, die Folge. Insbesondere im Rahmen eines Mischkonsums mit Alkohol kann es zu einem Gedächtnisverlust (Blackout) kommen.

Foto: © lightwise – 123RF.com

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Letztes Update am 30. März 2017 08:33 von SilkeCCM.
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