Diagnose und Behandlung von Spondylarthritis

Dezember 2017
Die Spondylarthritis ist eine entzündliche Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis. Betroffen sind vor allem die Wirbelgelenke, was zu Rückenschmerzen und Versteifungen führt.


Spondylarthritis: Definition und Symptome

Der Begriff Spondylarthritis (Spondylarthropathie) umfasst verschiedene entzündlich-rheumatische Erkrankungen, die vorrangig die Wirbelgelenke betreffen. Am häufigsten sind dies die Iliosakralgelenke (Kreuzdarmbeingelenke). Die betroffenen Gelenke schmerzen und sind steif.



Daneben kann eine asymmetrische (also nicht seitengleich/symmetrisch auftretende) Entzündung in einem oder mehreren Gelenken (sogenannte Oligoarthritis) auftreten. Hier können zum Beispiel die Gelenke an den Beinen und auch weiter peripher liegende Gelenke wie das Sprunggelenk von der schmerzhaften Entzündung betroffen sein.

Auch eine Enthesitis, also eine Entzündung an den Stellen, wo Sehnen oder Bänder am Knochen befestigt sind, gehört zum Symptomenkomplex der Spondyloarthropathien. Daneben kann es zu Entzündungen am Auge (Entzündung der Iris beziehungsweise der Bindehaut im Auge) oder einer Darmentzündung kommen. Die Symptome können auch nach einer anderen vorausgegangenen Infektion auftreten.

Von der Erkrankung sind insbesondere Männer zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr betroffen. Spezifisch für die Erkrankung ist, dass sie seronegativ ist. Dies bedeutet, dass der sogenannte Rheumafaktor im Blut der Betroffenen nicht nachweisbar ist. Allerdings ist das Antigen HLA-B27 bei vielen Patienten mit einer Spondylarthritis im Blut nachweisbar. Diese beiden Parameter sind neben den typischen klinischen Beschwerden und der Röntgendiagnostik wichtige Diagnosebausteine.

Klassifikation der Typen von Spondylarthritis

Folgende Erkrankungen werden zur Gruppe der Spondyloarthritiden gezählt: die undifferenzierte Spondylarthritis (die keiner der nachfolgenden Gruppen zugeordnet werden kann), die ankylosierende Spondylarthritis (Morbus Bechterew), die reaktive Arthritis (zum Beispiel nach Infekten beginnend), die Spondylarthropathie assoziiert mit Schuppenflechte oder Psoriasis-Arthritis (Spondylarthritis psoriatica), die Spondylarthropathie assoziiert mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) sowie Spondylarthropathien bei Kindern.


Der Begriff axiale Spondyloarthritis ist eine Sammelbezeichnung für Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis, die vorrangig das axiale Skelett (Lenden-Brustwirbelsäule, Kreuzdarmbeingelenke) betrifft. Die häufigste axiale Spondylarthritis ist der Morbus Bechterew.

Spondylarthritis - Behandlung

Eine Spondylarthritis gehört zu den chronischen Erkrankungen und kann nicht ursächlich behandelt und geheilt werden. Zur Behandlung stehen aber verschiedene schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente zur Verfügung, um die Symptome der Erkrankung zu lindern und ihr Fortschreiten einzudämmen. In der Therapie der Spondylorthritiden steht die Schmerztherapie mit Hilfe von Schmerzmitteln, Antirheumatika oder muskelentspannenden Medikamenten an erster Stelle.

Zusätzlich wird in der Regel Physiotherapie verordnet, um die Beweglichkeit zu erhalten und die Gelenke zu stärken. Kälteanwendungen und Elektrotherapie können ebenfalls zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Wenn ein Gelenk versteift oder verschlissen ist, kann eine Operation erwogen werden, um zum Beispiel einen künstlichen Gelenkersatz einzubringen.

Ernährungsänderung bei Spondylarthritis

Eine spezielle Diät zur Behandlung der Erkrankung gibt es nicht. Wichtig ist, dass Sie Übergewicht möglichst vermeiden, um die Gelenke nicht zusätzlich zu belasten. Allgemein empfehlenswert ist eine Ernährung, die hilft, die chronisch-entzündlichen Vorgänge im Körper positiv zu beeinflussen. Dabei haben für Menschen mit chronisch-entzündliche Erkrankung Fettsäuren und Fette eine besondere Bedeutung.

Die Arachidonsäure, eine Omega-6-Fettsäure, ist Ausgangspunkt für die Herstellung entzündungsfördernder Stoffe im Körper. Arachidonsäure ist vor allem in tierischen Lebensmitteln enthalten. Deshalb sollten Sie vor allem fette Fleisch- und Wurstsorten nur in Maßen konsumieren. Als Faustregel gilt, dass Sie pro Woche nicht mehr als zwei Fleischmahlzeiten essen sollten. Auch Eier haben einen hohen Gehalt an Arachidonsäure, weshalb die Beschränkung auf zwei Eier wöchentlich empfohlen wird.

Die Ernährung sollte daneben abwechslungsreich, ballaststoffhaltig und reich an hochwertigen pflanzlichen Fetten sein. Da der Körper zur Bekämpfung der Entzündungsvorgänge viele Vitamine und Mineralien benötigt, sollten Sie täglich möglichst fünf Portionen Obst oder Gemüse essen.

Foto: © Wavebreak Media – 123RF.com
Letztes Update am 6. Dezember 2017 00:52 von SilkeCCM.
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