Phytotherapie bei Schlafstörungen

Juli 2017
Ausreichender und erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche Gesundheit und das seelische Wohlbefinden. Einige pflanzliche Schlafmittel können bei Schlafstörungen Abhilfe schaffen.


Phytotherapie und Homöopathie

Phytotherapie nutzt Heilpflanzen zur Behandlung bestimmter Krankheiten. In der Phytotherapie werden ganze Pflanzen oder auch Pflanzenteile wie Wurzeln, Stängel oder Blätter verwendet. Die Pflanzenbestandteile werden zu Tee, Tropfen oder Kapseln verarbeitet und verkauft. Denken Sie daran, dass pflanzliche Mittel durchaus eine starke Wirkung haben können und auch Wechselwirkungen und Nebenwirkungen möglich sind. Bevor Sie phytotherapeutische Präparate anwenden, sollten Sie einen Arzt konsultieren um sicherzustellen, dass die Behandlung erfolgreich, sicher und ohne Nebenwirkungen erfolgt.


Im Gegensatz zur Phytotherapie nutzt die Homöopathie verschiedene Wirkstoffe, die in Wasser oder Traubenzucker gelöst angeboten werden. Häufig sind homöopathische Arzneimittel so sehr verdünnt, dass der enthaltene Wirkstoff nicht mehr im Produkt nachweisbar ist. Homöopathen gehen allerdings davon aus, dass das Lösungsmittel (Wasser/Traubenzucker) die Wirkinformation speichert. Auch wenn viele Personen subjektiv eine Wirkung homöopathischer Mittel spüren, ist die Homöopathie bis heute eine sehr umstrittene Lehre, für die noch empirische Wirksamkeitsbelege fehlen.

Es gibt in der Apotheke sowohl pflanzliche als auch homöopathische Schlafmittel, die rezeptfrei erhältlich sind. Zu diesen Mitteln können Sie greifen, wenn Sie hin und wieder unter Schlafproblemen leiden und nicht sofort starke Medikamente einnehmen möchten. Wenn Sie dauerhaft unter Schlafstörungen leiden, empfiehlt sich allerdings immer ein Arztbesuch, um die Ursache zu identifizieren.

Baldrian

Baldrian (Valeriana Officinalis) ist eine Pflanze, die in Europa und Asien vor allem auf Kalksteinböden, in nassen Gräben und an Flussufern wächst. Baldrian wurde bereits in der Antike verwendet und wird traditionell zur Behandlung leichter Schlafstörungen eingesetzt. Er wirkt schlaffördernd und anxiolytisch, also angstauflösend. Mehrere klinische Studien haben die Wirksamkeit bestätigt. Baldrian wird in Kapselform, als Ethanol-Extrakt, Tinktur oder Tee verkauft. Sie sollten das Präparat entsprechend der Packungsbeilage dosieren.


Die Einnahme von Baldrian kann leichte Übelkeit oder Magen-Darm-Probleme hervorrufen. In der Schwangerschaft sollte Baldrian vermieden werden werden. Außerdem sollte es nicht mit Alkohol eingenommen werden, da dies zu starker Schläfrigkeit führen kann. Des Weiteren bestehen Wechselwirkungen mit Antikoagulantien, Eisenpräparaten und Opioid-Analgetika.

Melisse

Melisse lindert Angstzustände und Schlafstörungen und wird hauptsächlich als beruhigender Tee vor dem Schlafengehen getrunken.

Orangenblüten

Orangenblüten werden wegen ihrer beruhigenden Wirkung eingesetzt und finden bei Schlafstörungen und Spannungszuständen Verwendung. Orangenblüten werden meist als Tee getrunken.

Lindenblüten

Lindenblütentee wirkt schlaffördernd und entspannend.

Eisenkraut

Eisenkraut ist eine Pflanze, die ursprünglich aus Südamerika stammt. Sie wird meist als Tee getrunken und hat eine schlaffördernde und beruhigende Wirkung.

Hopfen

Hopfen hat eine beruhigende Wirkung und kann die Schlafqualität verbessern.

Passionsblume

Die Passionsblume beruhigt und wird bei Nervosität eingesetzt.

Kombinationspräparate

Des Weiteren gibt es Präparate, die verschiedene pflanzliche Wirkstoffe kombinieren. So enthält zum Beispiel Kytta-Sedativum die Wirkstoffkombination Baldrianwurzel, Hopfenzapfen und Passionsblumenkraut.

Medalin

Medalin ist ein pflanzliches Komplexmittel, das aus dem Kheelek-Baum gewonnen wird. Es soll das Einschlafen fördern, indem es schlafanstoßende Neurotransmitter beeinflusst.

Lavendel

Zubereitungen aus Arzneilavendel (zum Beispiel Lasea, das frei in der Apotheke verkauft wird) sollen gegen Angstzustände, Stress und Schlaflosigkeit wirken.

Kava Kava

Kava Kava wird als Extrakt aus der Rauschpfeffer-Pflanze (Piper methysticum) gewonnen. Im Südsee-Raum, wo die Pflanze beheimatet ist, wird Kava Kava traditionell als Beruhigungsmittel verwendet. Anders als Baldrian, der aufhellend und schlaffördernd wirkt, hat Kava Kava eine rein entspannende und dämpfende Wirkung. Aufgrund von Berichten über schwere und tödlich verlaufende Leberschäden, die mit Kava Kava in Verbindung gebracht werden konnten, wurde es eine Zeit lang in Deutschland komplett vom Markt genommen. Inzwischen dürfen die Präparate wieder vertrieben werden, unterliegen allerdings der Rezeptpflicht. Bei Einnahme darf die empfohlene Dosierung nicht überschritten werden und der Arzt sollte regelmäßig die Leberwerte kontrollieren.


Foto: © marilyna – 123RF.com

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Letztes Update am 2. Juni 2017 11:09 von SilkeCCM.
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