Lendenwirbelarthrose

November 2017
Ein Gelenkverschleiß (Arthrose) kann alle Gelenke im Körper betreffen. Tritt der Gelenkverschleiß in den Wirbelkörpergelenken auf, kann dies zu starken Rückenschmerzen führen.


Definition der Wirbelsäulenarthrose

Eine Arthrose wird durch einen Verschleiß von Knorpelmasse im Gelenk verursacht. Wenn sich die Knorpelmasse im Gelenkspalt verringert, reiben die Knochenenden schmerzhaft aufeinander. Bei der Wirbelsäule sind in der Regel die kleinen Wirbelsäulengelenke (Facettengelenke) betroffen. Die Facettengelenke sind kleine Gelenke, die zwischen den Gelenkfortsätzen benachbarter Wirbel lokalisiert sind und die Beweglichkeit der Wirbelsäule ermöglichen. Sind die Facettengelenke von einer Arthrose betroffen, spricht man von einer sogenannten Spondylarthrose.


Bei der Spondylarthrose handelt es sich somit um eine degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, deren Häufigkeit im Alter zunimmt, da die Wirbelgelenke im Alter mehr und mehr Belastungen ausgesetzt sind. Durch die abnehmende Elastizität der Bandscheiben und die reduzierte Muskelmasse der Rückenmuskulatur werden die Facettengelenke besonders belastet. Die übermäßige Beanspruchung führt zur Abnutzung der Knorpelmasse im Gelenk. Die Arthrose bedingt eine schmerzhafte Entzündung. Um das Gelenk zu stabilisieren, beginnt der Körper, Kalzium zu den entzündeten Stellen zu transportieren. Kalzium lagert sich ab und führt zu einer zunehmenden Verknöcherung und Versteifung des betroffenen Gelenks.

Symptome der Lendenwirbelarthrose

Die Wirbelgelenke liegen benachbart zu den Nervenfasern des Rückenmarks. Die Spondylarthrose kann deshalb zu einer Kompression von Nervenfasern führen. Dies äußert sich meist in Form von Rückenschmerzen, die an einzelnen Stellen am Rücken auftreten oder auch ins Gesäß und in die Beine ausstrahlen können. Die Beschwerden bei einer Spondylarthrose treten in der Regel bei Belastung auf und verbessern sich in Ruhe.


Außerdem kann eine Spondylarthrose durch die zunehmende Verknöcherung der Wirbelgelenke die Beweglichkeit der Wirbelsäule einschränken. Dadurch wird zum Beispiel das Bücken erschwert.

Die Arthrose tritt meist in Höhe des fünften Lendenwirbels auf, da hier die höchste mechanische Beanspruchung stattfindet. Eine Lendenwirbelsäulenarthrose verursacht Schmerzen im unteren Rückenbereich, die ins Bein ausstrahlen können. Der Schmerz nimmt typischerweise bei Bewegungen zu.

Behandlung

Eine Lendenwirbelsäulen- bzw. Spondylarthrose wird zunächst meist konservativ behandelt. Dies beinhaltet die medikamentöse Therapie, bei der schmerzstillende und antientzündliche Medikamente verabreicht werden. In vielen Fällen werden hier Medikamente aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) verordnet.

Aufgrund der Schmerzen fallen Betroffene oft durch körperliche Inaktivität auf. Eine gute und ausreichende Schmerztherapie hilft den Patienten, in Bewegung zu bleiben. Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um das Fortschreiten der Arthrose zu verhindern. Aus diesem Grund wird Physiotherapie verordnet. Bei der Physiotherapie wird die Rückenmuskulatur durch spezielle Übungen gestärkt, um die betroffenen Gelenke zu entlasten. Außerdem wird einer Fehlhaltung entgegengesteuert.

Wenn diese Maßnahmen keine ausreichende Linderung bringen, kann eine operative Therapie der Spondylarthrose erwogen werden. Es gibt dabei verschiedene Möglichkeiten: Bei der sogenannten Laminektomie werden einzelne Knochenanteile eines Wirbelsäulensegments entfernt, um komprimierte Nerven zu entlasten. Diese Methode ist geeignet, wenn Nervensegmente durch eine zunehmende Verknöcherung eingeengt werden.

Wenn eine Instabilität der Wirbelsäule vorliegt, können Schrauben eingebracht werden, um die beweglichen Knochenteile zu stützen. Es ist außerdem möglich, mehrere Wirbelsäulensegmente fest aneinanderzufügen. In diesem Fall wird die Beweglichkeit des betroffenen Wirbelsäulensegments jedoch deutlich eingeschränkt.

Krankschreibung und Rente

Eine Wirbelsäulenarthrose kann starke Schmerzen verursachen. Ihr Arzt wird Sie für die Zeit der akuten Schmerzen arbeitsunfähig schreiben. Wenn die Schmerzen die Arbeitsfähigkeit dauerhaft einschränken, wie zum Beispiel bei körperlich belastenden Tätigkeiten, können degenerative Wirbelsäulenerkrankungen auch ein Grund für die Beantragung einer Erwerbsunfähigkeitsrente sein.


Foto: © Kaspars Grinvalds – 123RF.com

Lesen Sie auch


Arthrose lombaire - lombarthrose - Symptômes et traitement
Arthrose lombaire - lombarthrose - Symptômes et traitement
Letztes Update am 25. Oktober 2017 00:58 von SilkeCCM.
Das Dokument mit dem Titel "Lendenwirbelarthrose" wird auf CCM Gesundheit (gesundheit.ccm.net) unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der Lizenzvereinbarungen dürfen Sie das Dokument verwenden, verändern und kopieren, wenn Sie dabei CCM Gesundheit deutlich als Urheber kennzeichnen.