Rückenschmerzen vorbeugen bei jungen Sportlern

Dezember 2017
Die Ursachen von Rückenschmerzen bei jungen Menschen unterscheiden sich von denen bei älteren Erwachsenen. Jüngere neigen zu strukturellen Verletzungen, wie Spondylolyse (Instabilität der Wirbelsäule oder Wirbelgleiten), während pathologische Krankheiten und Muskelzerrungen eher ungewöhnlich sind.


Rückenschmerzen durch Sport - Risikofaktoren

Junge Menschen sind aus mehreren Gründen anfällig für Schmerzen durch Sport. Dazu gehören Muskelungleichheiten, unzureichende Flexibilität, strukturelle Unterschiede der Wirbelsäule und unzureichende Ausbildung.


Dabei sind Verletzungen der Rückenmuskulatur vor allem zurückzuführen auf schlechte Technik, übermäßige Belastung und zu schnelles Muskelwachstum.

Spezifische Traumata

Spondylolyse

Eine Spondylolyse (Instabilität der Wirbelsäule oder Wirbelgleiten) wird durch eine Erweiterung und repetitive Drehung der Wirbelsäule verursacht. Es handelt sich dabei um eine Stressfraktur der Interartikularportion, das ist der Bereich zwischen dem oberen und dem unteren Gelenkfortsatz des Wirbels.


Diese Form des Rückenleidens tritt besonders auf bei Sportarten wie Tanzen, Eiskunstlauf und Gymnastik. Symptome sind Rückenschmerzen, ein wenig flexibler Ischias, Steifheit der hinteren Oberschenkelmuskeln und paraspinalen Muskelkrämpfe (neben und entlang der Wirbelsäule). In der Folge kann es zu einer Lordose (Krümmung der Wirbelsäule nach vorne) kommen.

Schmerzhafte Aktivitäten sollten bei einer Spondylolyse vermieden werden. Als Übungen werden Stärkung der Bauchmuskulatur und Stretching der Hüfte empfohlen.

Hyperlordotische Schmerzen

Eine Hyperlordose wird auch als Hohlkreuz bezeichnet. Dabei geht die Wölbung der Lendenwirbelsäule übertrieben nach vorne, wodurch sich der Bauch nach vorne streckt. Um die Fehlhaltung auszugleichen kippt der Brustkorb nach hinten. Die Rückenmuskeln sind verkürzt, während sich die Bauchmuskeln in ständiger Dehnung und Anspannung befinden, um den Oberkörper zu halten. Das kann zu Rücken-Muskelschmerzen führen.

Meist ist hier die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten angezeigt. Nicht schmerzhafte Tätigkeiten dürfen ausgeübt werden. Eine Physiotherapie sollte spezielle antilordotische Übungen enthalten sowie eine Stärkung der Bauchmuskulatur und Stretching von Oberschenkeln und Brust.

Abrissfraktur der Apophyse

Die Knochenansätze von Sehnen und Bändern werden Apophysen genannt. Diese Ansätze bestehen vor allem während des Wachstums noch durch Knorpelgewebe und können deshalb schneller reißen. Aber auch später sind Risse möglich, und zwar vor allem bei Sportarten wie Volleyball, Gymnastik und Gewichtheben.


Betroffene klagen über akute Kreuzschmerzen und paraspinale Muskelkrämpfe, Beugung und Streckung der Wirbelsäule sind begrenzt. Hier muss der Arzt drei bis sechs Monate Ruhe verordnen. Die Anwendung von Wärme unterstützt die Heilung.

Bandscheibenvorfall

Rund 11 Prozent der jungen Sportler mit Schmerzen im unteren Rücken haben einen akuten Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule. Auch hier sind die Schmerzen akut, verbunden mit Muskelkrämpfen, Steifheit der Oberschenkel und eingeschränkte Beugung.

Andere Ursachen von Rückenschmerzen

Neben diesen Traumata können auch Entzündungen, Infektionen, Tumore und viszerale Pathologien (Erkrankungen des Bauchraums) zu Rückenschmerzen führen.

Darf man mit Rückenschmerzen Sport machen?

Die Frage nach einem Ja oder Nein zu Sport mit Rückenschmerzen ist nicht leicht zu beantworten. Es kommt dabei auch darauf an, welche Sportart ausgeübt werden soll.


Eher geeignet sind Sportarten, die die Rückenmuskulatur stärken, wie Wandern, Joggen, Schwimmen, Radfahren und Gymnastik. Vergessen Sie dabei nicht, mit dem Rücken gleichzeitig auch immer den Bauch zu trainieren.

Wenn Sie trotz Rückenschmerzen Krafttraining machen, besteht eine erhöhte Verletzungsgefahr. Werden die Rückenschmerzen nach dem Sport schlimmer, ist das immer ein Alarmzeichen und Sie sollten einen Arzt aufsuchen.

Bei akuten Rückenschmerzen ist Sport keinesfalls zu empfehlen.

Rückenschmerzen vorbeugen

Die beste Vorbeugung ist das Erkennen von Risikofaktoren: Übertreiben Sie das Training nicht, korrigieren Sie schlechte Technik, achten Sie auf Muskelungleichheiten und Mangel an Muskel-Flexibilität. Nutzen Sie bewährte Techniken und lernen Sie diese ausreichend, ohne nur auf schnelle Leistungssteigerung zu zielen.


Das Risiko von Verletzungen lässt sich mit Kräftigungs- und Dehnungsübungen insgesamt reduzieren. Achten Sie darauf besonders auf das Stretching der hinteren Oberschenkelmuskeln.

Foto: © citalliance - 123RF.com
Letztes Update am 28. November 2017 05:25 von SilkeCCM.
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