Das Baby lernt sehen

Januar 2017

Das Baby lernt sehen

Babys können zu Anfang noch nicht gut sehen. Babys können nach der Geburt noch keine Farben wahrnehmen, das Gesichtsfeld ist nur 20x 20 cm groß, und die ist Sehschärfe ist sehr gering. Dafür können Babys Lichtintensitäten sehr früh unterscheiden.

Die Entwicklung der Sehkraft

Nach der Geburt entwickelt und verbessert sich die Sehstärke rasch.
  • In den ersten Lebensmonaten sieht das Bay monochrom.
  • Erst im Alter von zwei Monaten beginnt es die Umwelt in Farbe wahrzunehmen. Zuerst können Babys nur rot und grün sehen. In diesem Alter können Säuglinge im Abstand von 60 cm scharf sehen. Das Sichtfeld erweitert sich auf 60° horizontal und 20° vertikal.
  • Ab dem 4. Lebensmonat verbessert sich die Sehstärke um das 10 fache. Jetzt können Babys auch vertraute Gegenstände aus 1 Meter Entfernung wahrnehmen.

In diesem Zeitraum entwickelt sich auch allmählich das Binokularsehen. Die Augen des Kindes richten sich beide auf ein gemeinsames Ziel. Wenn die Informationen von beiden Augen aufgenommen und im Gehirn zu einem dreidimensionalen Bild verarbeitet werden, kann das Baby die Umwelt richtig wahrnehmen und Entfernungen einschätzen. * Zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat kann das Baby bereits gezielt nach Dingen greifen. Zur gleichen Zeit lernt es zwei neue Farben kennen: Blau und gelb.

Sehen will gelernt sein

Da Babys nach der Geburt Netzhautpigmente fehlen, sehen sie zunächst nur schwarz-weiß. Innerhalb weniger Monate entwickeln sich dann Farbsehen und Sehschärfe. Das Baby lernt komplexe Bilder in drei Dimensionen wahrzunehmen.

Zwischen dem 6. und 18. Lebensmonat

  • Ab dem sechsten Monat erweitert sich das Gesichtfeld rasch. Das Kleinkind beginnt Personen mit den Augen zu folgen.
  • Ab 9 Monaten ist das Gesichtsfeld von Babys voll entwickelt. Auch die Sehschärfe hat sich um das 3 bis 4fache verbessert. Mit 8 Monaten können Kinder auf 20 cm Entfernung keine Kichererbse erkennen. Mit 9 Monaten kann ein Baby bereits ein Reiskorn aus 1 Meter Entfernung erkennen.
  • Die Farbwahrnehmung wird immer exakter. Babys können jetzt auch die Farben pink und orange sehen.
  • Nach 1 Jahr kann es alle natürlichen Farbnuancen wahrnehmen.

Nach dem 1. Geburtstag machen Kinder einen wahren Entwicklungssprung. Mit 18 Monaten ist die Sehschärfe um das 6-10 fache besser als nach der Geburt.

Die augenärztliche Untersuchung mit 9 Monaten

Sie sollten bei Ihrem Kind im Säuglingsalter einen Sehtest durchführen lassen. Wenn Sehstörungen zu spät erkannt werden, ist die Korrektur häufig schwierig.
  • Mit 18 Monaten kann eine Amblyopie zum Teil vollständig korrigiert werden.
  • Auch Störungen in der Sehschärfe sollten wenn möglich bereits im Kleinkindalter korrigiert werden.

Aus diesem Grund fordern immer mehr Kinderärzte einen obligatorischen Sehtest mit 9 Monaten.

Der Sehtest für Kinder

Augenärzte können einen Sehtest für Kleinkinder durchführen. Dabei werden dem Kind verschiedene Bilder gezeigt, um zu testen, ob es sich auf komplexe Bilder fokussieren kann. Auch die Sehschärfe kann bei Kindern vermessen werden. Mittels Elektroretinogramm kann die Netzhaut des Kindes untersucht werden.

Eine Frage der Einstellung

In den ersten Lebenswochen stellen sich die Augen des Kindes auf die Umwelt ein. Mehr als einem von zehn Kindern gelingt die Anpassung des Auges nicht vollständig.

Myopie - Kurzsichtigkeit

  • In den letzten 20 Jahren hat die Myopie in der Bevölkerung um mehr als ein Fünftel zugenommen.
  • Kurzsichtigkeit wird in 90% der Fälle vererbt.
  • Diese genetische Kurzsichtigkeit entwickelt sich bereits in der Kindheit. Sogar Kinder unter 5 Jahren sind betroffen.
  • Die kleinen "Kurzsichtigen" sehen in der Nähe sehr gut. Dinge in der Ferne können sie schlecht erkennen. Bei der Myopie ist der Abstand zwischen Hornhaut und Netzhaut zu groß. So entsteht ein Missverhältnis zwischen der Länge des Augapfels und der Brechkraft des Auges. Dadurch wird das Bild vor die Netzhaut projiziert. Eine Kurzsichtigkeit kann durch eine Brille, Kontaktlinsen und eventuell auch operativ korrigiert werden.

Hyperopie - Weitsichtigkeit

Weitsichtigkeit ist das Gegenteil der Kurzsichtigkeit. Der Abstand zwischen Hornhaut und Netzhaut ist zu kurz und das Bild wird hinter die Netzhaut projiziert. In den meisten Fällen bleibt die Weitsichtigkeit unbemerkt. Häufig kommt es zur Überbelastung des Auges. Kinder können über Kopfschmerzen und Müdigkeit klagen. Eine Hyperopie kann durch eine Brille korrigiert werden.

Astigmatismus - Hornhautverkrümmung

Wenn ein Kind unter einer Hornhautverkrümmung leidet, kann es nur unscharf sehen. Das Bild erscheint bei einer Hornhautverkrümmung nicht verschwommen, sondern verzerrt. Ein starker Astigmatismus kann das Lesen beeinflussen, da einige Buchstaben, wie zum Beispiel das T und das L, verwechselt werden können.
Ein Kind, das unter einer Hornhautverkrümmung leidet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Kurz- oder Weitsichtigkeit entwickeln.

Amblyopie - Schwachsichtigkeit

Eine Amblyopie bezeichnet eine unzureichenden Entwicklung des Sehsystems. Ein Kind, das auf einem Auge schwachsichtig ist, verliert durch eine Degeneration der Nervenverbindungen zwischen Gehirn und Auge langsam die Fähigkeit für dreidimensionales Sehen. Damit wehrt das Gehirn zwei widersprüchliche Bilder ab, die es nicht zu einem Bild verarbeiten kann.
Das gleiche Phänomen tritt beim Schielen auf. Das Gehirn verarbeitet nur das Signal eines einzigen Auges, um nicht ständig doppelt zu sehen. Eine Amblyopie sollte frühzeitig - möglichst vor dem 18. Lebensmonat korrigiert werden. Dies geschieht, indem das gesunde Auge entlastet und das schwachsichtige Auge korrigiert wird.

Daltonismus - Farbenblindheit

Diese Anomalie entsteht hauptsächlich durch Vererbung. Die Farb-Rezeptoren (Zapfen) in der Netzhaut des Auges ermöglichen das Farbsehen. Von diesen Farbrezeptoren gibt es drei Arten, die Farbreize aufnehmen und weiterleiten. Bei Farbenblinden funktionieren diese Zapfen nicht. Betroffene können somit keine Farben erkennen. Es gibt verschiedene Arten der Farbenblindheit. Die häufigste Farbenblindheit ist die Rot-Grün- Blindheit. Eine Farbenblindheit lässt sich nicht korrigieren. Allerdings bedeutet Farbenblindheit keine allzu große Einschränkung im Alltag.

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Letztes Update am 6. Mai 2016 10:12 von SilkeCCM.
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