Unterschiedliche Epilepsieformen

Juli 2017


Epilepsie ist eine chronisch neurologische Erkrankung, die Krampfanfälle verursacht. Die Krampfanfälle werden von einer anormalen nervlichen Erregungsbildung ausgelöst, deren Ursache unterschiedlich sein kann. Grundsätzlich unterscheidet man symptomatische Epilepsien, die auf Grund einer strukturellen Erkrankung wie z.B. durch einen Schlaganfall oder einen Hirntumor ausgelöst werden von idiopathischen Epilepsien, die nicht mit krankhaften Veränderungen des Gehirns verbunden sind Ein epileptischer Krampfanfall ist die Folge von paroxysmalen synchronen Entladungen von Neuronengruppen im Gehirn, die zu plötzlichen unwillkürlichen stereotypen Verhaltens- oder Befindensstörungen führen. Es kann zwischen zwei Anfalltypen entschieden werden:

Partieller Anfall

  • Diese Anfallsform wird auch "fokaler Anfall" oder "Herdanfall" genannt.
  • Fokale Anfälle sind dadurch gekennzeichnet, dass es ein Zeichen für einen Beginn des Anfallsgeschehens in einer umschriebenen Region des Gehirns gibt.
  • Typisch für fokale Anfälle ist die Aura zum Beginn des Anfalls.
  • Die Aura wird häufig als "Vorgefühl" beschrieben, das vor einem epileptischen Anfall auftritt.
  • Die Aura ist das Ergebnis einer umschriebenen Aktivierung von Nevenzellverbänden.
  • Deshalb ist die Aura wichtig, um zu bestimmen, in welcher Hirnregion der Anfall seinen Ursprung hat.
  • Manchmal entwickelt sich ein komplex partieller Anfall zu einem generalisiertem tonisch- klonischen Anfall.

Generalisierte Anfälle

  • Bei generalisierten Anfällen ergibt sich kein Hinweis auf einen herdförmigen Beginn des Anfallsgeschehens, die Anfälle betreffen die gesamte Hirnrinde.

Unterteilung der generalisierten Anfälle

Tonische Anfälle


Tonische Anfälle gehen mit großer Muskelspannung. Muskelkontraktionen und einer Bewusstseinsstörung einher.

Atonische Anfälle


Charakteristischer Weise stürzen Betroffene plötzlich zu Boden.

Klonische Anfälle


Sind vor allem durch Muskelzuckungen und Zittern gekennzeichnet.

Tonisch-klonische Anfälle


Diese Anfälle werden auch als Grand- mal-Anfälle bezeichnet. Die erste Phase geht mit tonischen Symptomen einher, die von einer klonischen Phase gefolgt wird. Während des Anfalls leidet der Patient unter einem Bewusstseinsverlust. Es kann zum Zungenbiss und Einnässen kommen. Nach dem Anfall sind Patienten häufig sehr müde.

Myoklonische Anfälle


Gehen mit einzelnen ruckartigen Zuckungen der Gliedmaßen oder des Rumpfes einher, die sakkadenförmig ablaufen können. Der Anfall verläuft ohne Bewusstseinseinsverlust.

Absencen


Absencen bezeichnen kurze, ca. 5-15 Sekunden andauernde Anfälle, in denen der Betroffene wie "weggetreten" ist. Die Anfälle können bis zu 100 mal am Tag auftreten. Nach dem Anfall hat der Patient ein Empfinden, als ob nichts geschehen wäre.

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Letztes Update am 27. Februar 2011 12:44 von Dr. Blattmann.
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