Tonisch-klonische epileptische Anfälle

März 2017
Epilepsie ist eine Erkrankung, bei der es zu einer abnormen, hochfrequenten und hochsynchronen Entladungen von Nervenzellen kommt. Sichtbar wird dies in epileptischen Anfällen.


Epileptische Anfälle

Die verschiedenen Verlaufsformen der epileptischen Anfälle werden in sogenannte fokale und generalisierte Anfallsformen eingeteilt. Fokale epileptische Anfälle sind dadurch gekennzeichnet, dass es ein Anfallsgeschehen in einer bestimmten Hirnregion gibt. Bei generalisierten Anfällen gibt es keine Anhaltspunkte für eine auslösende Hirnregion.

Generalisierte epileptische Anfälle

Zu den generaliserten epileptischen Anfällen gehören folgende Anfallsformen:

Absencen

Als Absencen bezeichnet man kurze epileptische Anfälle, die sich in einer kurzen Bewusstseinspause äußern. Es kommt nicht zum Sturz und es treten keine klassischen Zuckungen auf.

Myoklonische Anfälle

Myoklonische Anfälle äußern sich in einzelnen oder unregelmäßig wiederholten Zuckungen einzelner Muskelgruppen.

Klonische Anfälle

Beim generalisierten klonischen Anfall treten länger andauernde, rhythmische Zuckungen ("Kloni") der Beugemuskeln aller Glieder auf.

Tonische Anfälle

Beim tonischen Anfall kommt es im Unterschied zum klonischen Anfall zu einer allgemeinen Versteifung der Muskulatur.

Tonisch-klonische Anfälle

Tonisch-klonische Anfälle werden auch als "Grand-mal-Anfälle" bezeichnet. Diese Anfallsform ist die bekannteste Epilepsie-Form.

Tonisch-klonische Anfälle

Zwei Phasen

Ein tonisch-klonischer Anfall verläuft typischerweise in zwei Phasen. Die tonische Phase ist durch Krämpfe und Muskelspannungen gekennzeichnet. Diese Phase hält etwa 10 bis 30 Sekunden an. Die klonische Phase ist durch Muskelzittern und Krämpfe, die unregelmäßig und mit großer Intensität auftreten, gekennzeichnet. Diese Phase dauert zwischen einer halben Minute und drei Minuten.

Symptome

Die Symptome von tonisch-klonischen Anfällen sind ein vollständiger Verlust des Bewusstseins, ein kurzer Schrei, der den Beginn des Anfalls anzeigt, erst tonische und dann klonische Zuckungen. Weitere Symptome sind Speichelfluss, Zungenbiss, Einnässen und Verdrehen der Augen. Der Anfall endet plötzlich, anschließend stellt sich starke Müdigkeit ein.


Achtung: Wenn der tonisch-klonische Anfall eine Dauer von fünf Minuten überschreitet, können schwere Hirnschäden auftreten. Deshalb sollte ein epileptischer Anfall immer schnellstmöglich therapiert und somit unterbrochen werden. Rufen Sie deshalb rasch einen Notarzt, wenn Sie einen epileptischen Anfall beobachten.

Vorbeugung

Leider ist es unmöglich, Anfälle exakt vorherzusehen und diese zu verhindern. Grand-mal-Anfälle können eine Gefahr für den Patienten darstellen, ggf. auch für andere Personen (zum Beispiel beim Autofahren). Um Anfälle zu vermeiden, ist es wichtig, dass Betroffene ihre Medikamente gewissenhaft und regelmäßig einnehmen.


Es gibt jedoch auslösende Faktoren, die von betroffenen Patienten möglichst gemieden werden sollten. Dazu zählen unregelmäßiger und schlechter Schlaf, starke Emotionen (positiv oder negativ), Hyperventilation (zum Beispiel Atemnot nach einer sportlichen Aktivität), starker Stress, hoher Lärmpegel und flackerndes Licht (Fernsehen, Videospiele, Diskotheken).

Foto: © Alyakina Irina - Shutterstock.com

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Crise tonico-clonique ou Grand mal
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