Epilepsie: Zahlen und Fakten

Dezember 2017
Epilepsie reicht von leichten Absencen bis zu Ohnmacht und den typischen Muskelzuckungen. Epileptische Anfälle, die durch eine Art "Gewitter im Gehirn" ausgelöst werden, sind gar nicht so selten.


Epilepsie: Zahlen und Fakten

Epilepsie ist die häufigste neurologische Erkrankung, die weltweit und in allen Bevölkerungsschichten auftritt. Kinder und ältere Menschen sind besonders häufig betroffen.



Weltweit leiden laut Statistik rund 40 Millionen Menschen unter epileptischen Anfällen. Die Inzidenz (Neuerkrankungen pro Jahr) von Epilepsien ist abhängig vom Lebensalter. Die Inzidenz bei Kindern liegt bei etwa 60 pro 100.000 (ohne Fieberkrämpfe). Im Erwachsenenalter liegt die Inzidenz bei 30 bis 50 pro 100.000 und steigt im hohen Lebensalter ab 50 Jahren auf bis zu 140 pro 100.000 an.

Die geschätzte Häufigkeit in Deutschland liegt bei 3,5 Prozent der Bevölkerung, die derzeit unter epileptischen Anfällen leiden.

Epilepsie: Definition, Ursachen, Symptome

Epilepsie ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen des Nervensystems, bei der es wiederholt, plötzlich und ohne äußeren Anlass zu epileptischen Anfällen kommt.

Ein Anfall wird ausgelöst durch Störungen der chemischen und neurologischen Signale des Gehirns, bei denen sich viele Nervenzellen gleichzeitig und verstärkt entladen (bis zu 500mal pro Sekunde statt normalerweise 80mal). Ursache dafür ist eine Hirnschädigung, die angeboren, also vererbt, oder erworben sein kann (zum Beispiel als Folge von Gehirnentzündungen, Kopfverletzungen, eines Tumors oder eines Schlaganfalls).

Symptome sind verschiedenen Formen von Anfällen mit unwillkürlichen Bewegungsabläufen und Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Bei einem Anfall besteht die erste Hilfe darin, Verletzungen des Betroffenen zu vermeiden. Die langfristige Behandlung erfolgt mit speziellen Medikamenten (Antiepileptika).

Welche Auswirkungen hat Epilepsie auf den Alltag?

Betroffene müssen im Alltag einige Regeln beachten: Sie benötigen regelmäßigen Schlaf, sie sollten psychischen Stress vermeiden, sie dürfen nur eingeschränkt fernsehen und Videospiele spielen und sie sollten sich keinem flackernden Licht wie in Diskotheken aussetzen (das alles kann Anfälle auslösen).

Bestimmte Berufe (wie Pilot und Kranführer) und das Arbeiten mit gefährlichen Maschinen sind für Epileptiker nicht möglich. Einige Aktivitäten (wie Schwimmen, Klettern und Autofahren) sollten ebenfalls nur unter besonderer Überwachung stattfinden.

Foto: © Adrian Niederhaeuser - Shutterstock.com
Letztes Update am 8. Dezember 2017 10:27 von SilkeCCM.
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