Bulimie: Verlauf und Symptome

August 2017


Bei einer Bulimie kommt es typischer Weise zu Heißhungerattacken, bei denen die Betroffenen große Mengen an Nahrung zu sich nehmen. Danach ergreifen die Betroffenen "gegenregulatorische Maßnahmen", um eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Zu diesen "gegenregulatorischen Maßnahmen" zählen Erbrechen, Einnahme von Abführmitteln, Hungern, exzessiver Sport etc.

Symptome

  • Die Nahrungsaufnahme und die "gegenregulatorischen Maßnahmen" liegen zeitlich dicht beieinander. (Im Allgemeinen weniger als zwei Stunden Abstand).
  • Übermäßige kompensatorische Verhaltensweisen wie Erbrechen, Einnahme von Abführmitteln, Nutzung von Einläufen, Hungern, exzessiver Sport fogen den Heißhungerattacken.
  • Die Anfälle treten 2-3 mal pro Woche mindestens für drei Monate auf.

Assoziierte Erkrankungen

  • Bulimie ist oft mit anderen Erkrankungen (wie z.B. Depressionen, Borderline Syndrom, Angsterkrankungen) assoziiert.
  • Bulimie kann gleichzeitig mit einer Anorexie auftreten. Man spricht dann von einer "Magersucht-Bulimie".
  • Beachten Sie, dass die betroffenen Personen oft ängstlich und reizbar sind. Bulimie kann mit Stress und Depressionen in Verbindung gebracht werden.
  • Betroffene leiden häufig in Folge der Erkrankung unter körperlichen Störungen wie z.B. Amenorrhoe, Dysmenorrhoe, Elektrolytstörungen, Osteoporose, Pankreatitis, Entzündungen der Speiseröhre, Schäden am Zahnschmelz durch das Erbrechen etc.

Nicht zu verwechseln mit Bulimie


Einige Erkrankungen können mit einer Bulimie verwechselt werden:
  • Das Klein-Levin-Syndrom: Bei diesem Syndrom handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, die Störungen bei der Nahrungsaufnahme verursacht;
  • Eine Borderline Persönlichkeitsstörung, deren impulsive Komponente sich auf die Nahrungsaufnahme konzentriert kann zunächst wie eine Bulimie wirken.
  • Beim Binge eating-Syndrom kommt es zu Ess-Anfällen, auf die jedoch keine kompensatorischen Maßnahmen folgen.

Verlauf

  • Eine Bulimie lässt sich durch Psychotherapeutische Methoden behandeln. In einigen Fällen werden Patienten außerdem medikamentös behandelt.
  • Der Verlauf hängt von verschiedenen Faktoren ab:
    • Krankheitseinsicht;
    • Krankheitsdauer vor Beginn der Psychotherapie;
    • Begleiterkrankungen;
    • Psychosoziale Situation der Betroffenen.


Betroffene sollten sich möglichst schnell psychotherapeutisch behandeln lassen!

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Letztes Update am 5. Oktober 2011 09:41 von Dr. Blattmann.
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