Bulimie: Definition, Symptome, Behandlung

Dezember 2017
Bulimie ist eine schwere Essstörung mit einer hohen Dunkelziffer. Vor allem junge Frauen werden in den Teufelskreis der Ess-Brech-Sucht getrieben, um mit allen Mitteln schlank zu sein und zu bleiben.


Bulimie - Definition

An Bulimie Erkrankte haben typischweise Heißhungerattacken, bei denen sie große Mengen an Nahrung zu sich nehmen. Danach ergreifen die Betroffenen Gegenmaßnahmen, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Dazu zählen erzwungenes Erbrechen, die Einnahme von Abführmitteln, Einläufe, Hungern und exzessiver Sport.

Symptome von Bulimie

Die Nahrungsaufnahme und das Erbrechen liegen zeitlich dicht beieinander (im Allgemeinen mit einem Abstand von weniger als zwei Stunden). Das Erbrechen und andere übermäßige kompensatorische Verhaltensweisen werden vor Dritten versteckt.

Die Anfälle treten zwei- bis dreimal pro Woche auf und dauern mindestens drei Monate an, meist jahrelang. Da das Essen zwischen den Anfällen normal verläuft, ist die Krankheit für Außenstehende kaum sichtbar.

Außer bei exzessivem Sport, wenn er zum Beispiel in einem Fitnessstudio ausgelebt wird, können in der Regel nur enge Familienmitglieder bulimische Verhaltensweisen erkennen.

Einen wissenschaftlich fundierten Test, um selbst herauszufinden, ob Sie an einer Essstörung leiden oder dazu neigen, finden Sie hier

Körperliche Folgen

Ein Anzeichen für Bulimie ist starker Kariesbefall an den Zähnen durch die Magensäure beim Erbrechen.


Dauert die Krankheit länger an, kommen weitere schwere körperliche Symptome dazu, zum Beispiel Entzündungen der Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse und der Lunge (ebenfalls durch die Magensäure), Sodbrennen, Magenentzündung Amenorrhoe, Dysmenorrhoe, Elektrolytstörungen und Osteoporose.

Assoziierte Erkrankungen

Bulimie ist oft mit anderen Erkrankungen, wie Depressionen, Borderline-Syndrom und Angsterkrankungen, assoziiert. Dabei kann eine reine Borderline-Persönlichkeitsstörung mit Bulimie verwechselt werden, weil deren impulsive Komponente sich auf die Nahrungsaufnahme konzentrieren kann.


Bulimie kann auch gleichzeitig mit einer Anorexie auftreten. Man spricht dann von einer "Magersucht-Bulimie". Auch hier gilt es andere Erkrankungen von Bulimie zu unterscheiden: Das Kleine-Levin-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, die Störungen bei der Nahrungsaufnahme verursacht. Und beim Binge-Eating-Syndrom kommt es zu Ess-Anfällen, auf die jedoch keine kompensatorischen Maßnahmen folgen.

Behandlung von Bulimie

Eine Bulimie lässt sich durch psychotherapeutische Methoden behandeln, vor allem durch Verhaltenstherapie. Dabei werden die Ursachen der Krankheit aufgearbeitet, wie schlechtes Selbstwertgefühl, Ekel vor dem eigenen Körper, kindliche Verlusterfahrungen oder Angst.

Die Therapie bietet Hilfe, um die Scham über das eigene Versagen und den Kontrollverlust zu überwinden und damit das schädliche Verhaltensmuster zu durchbrechen.

In einigen Fällen werden Patienten außerdem medikamentös behandelt.

Der Erfolg der Behandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab: von der Krankheitseinsicht, der Krankheitsdauer vor Beginn der Psychotherapie, den weiteren Begleiterkrankungen sowie der psychosozialen Situation der Betroffenen.

Foto: © Piotr Marcinski - Shutterstock.com
Letztes Update am 24. November 2017 04:27 von SilkeCCM.
Das Dokument mit dem Titel "Bulimie: Definition, Symptome, Behandlung" wird auf CCM Gesundheit (gesundheit.ccm.net) unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der Lizenzvereinbarungen dürfen Sie das Dokument verwenden, verändern und kopieren, wenn Sie dabei CCM Gesundheit deutlich als Urheber kennzeichnen.
Bulimie: Zahlen und Fakten