Pflanzliche Präparate bei Angsterkrankungen

Januar 2017


Wenn Sie unter einer milden Angststörung, Schlafstörungen und Phasen der Nervosität leiden, können pflanzliche Präparate Abhilfe schaffen. Wir stellen Ihnen hier die vier bekanntesten Präparate vor:

Weißdorn


Weißdorn ist in den gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre (Europa, Asien und Amerika) verbreitet. Der dornige Strauch kann bis zu 10 Meter hoch und bis zu 500 Jahre alt werden. Im antiken Griechenland war er als Symbol der Reinheit bekannt. Deshalb wurde bei Hochzeiten das Zimmer der Braut mit Weißdorn geschmückt. Auch im Christentum ist Weißdorn bekannt, da die Dornenkrone von Christus aus Weißdorn gefertigt wurde.

Heilkräfte


Weißdorn wird traditionell seit vielen Jahrhunderten zur Behandlung verschiedener Erkrankungen wie Gicht, Pleuritis, Blutungen und Ausfluss angewendet. Seit dem späten neunzehnten Jahrhundert ist die medizinische Wirkung von Weißdorn auch allgemein wissenschaftlich anerkannt. Weißdorn wird heute vor allem bei Herzerkrankungen angewandt, weil die Pflanze Herzfrequenz und Kreislauf in Schwung bringt. Weißdorn hilft außerdem gegen leichte Nervositätzustände und Schlaflosigkeit.

Dosierung und Art der Anwendung


Die übliche Dosis beträgt 100-900 mg Extrakt (Pulver). Das Präparat wird meist dreimal täglich über einen Zeitraum von 6-12 Wochen angewendet. Das getrocknete Kraut kann auch als Tee (drei Tassen pro Tag) eingenommen werden. Folgen Sie bei der Dosierung der Anleitung in der Packungsbeilage.

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen


Zuweilen beobachtet werden: Herzklopfen, Herzrasen, Kopfschmerzen, Schwindel, Hitzegefühl, gastrointestinale Störungen etc.. Schwangere Frauen und Kinder unter 12 Jahren sollten Weißdorn nicht einnehmen. Menschen, die an einer Herzerkankung leiden, sollten Weißdornpräparate nur nach Absprache mit dem Arzt anwenden.

Kamille


Abgesehen von der deutschen Kamille (Matricaria Recutita) gibt es auch die römische Kamille (Anthemis Nobilis) und die englische Kamille (Chamaemelum Nobile), das Mutterkraut (Tanacetum partherium) und das Mutterkraut DLE (Matricaria Discoidea). Ihre medizinischen Eigenschaften sind oft ähnlich, allerdings hat die deutsche Kamille eine größere Wirkung.

Heilkräfte


Kamille wird seit langer Zeit auf allen Kontinenten und in nahezu allen Kulturen als Heilpflanze angewendet. Die oberen Pflanzenteile werden getrocknet und pulverisiert. Es können auch frische Blüten und Blätter verwendet werden. Kamille wirkt entzündungshemmend und hat außerdem eine beruhigende und anxiolytische Wirkung.

Dosierung und Art der Anwendung


Kamille wird als Tee, in Tropfenform oder als Kapel eingenommen. Außerdem kann Kamille äußerlich angewendet werden (z.B. als Creme oder Tinktur).

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen


Kamillenpräparate können allergischen Reaktionen hervorrufen. Deshalb wird Asthmatikern und Pollenallergikern von der Anwendung abgeraten. Schwangere Frauen solten Kamillenpräparate nicht anwenden. Es bestehen Wechselwirkungen mit Alkohol und Antikoagulanzien.

Hopfen


Hopfen ist eine Kletterpflanze, deren Blätter Weinreben ähneln. Hopfen wächst vor allem in Europa und in Asien.

Heilkräfte


Traditionell wird Hopfen etwa seit dem 10. Jahrundert zur Beruhigung und gegen Schlafstörungen eingesetzt.

Dosierung und Art der Anwendung


Hopfen kann als Aufguss, in Tropfenform oder als Kapsel angewandt werden. Hopfen wird häufig in Kombination mit Baldrian verkauft.

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen


Hopfen kann allergische Reaktionen verursachen (es gibt mehrere Fallberichte über anaphylaktische Schocks). Überdosierungen und Anwendung über einen längeren Zeitraum können die Stimmung beeinträchtigen. Hopfen solte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Bei hormonabhängigen Krebserkrankungen wird von der Anwendung von Hopfen abgeraten.

Baldrian


Baldrian (Valeriana Officinalis) ist eine heimische Pflanze, die in Europa und Asien vorallem auf Kalksteinböden, in nassen Gräben und an Flussufern wächst.

Heilkräfte


Baldrian wurde bereits in der Antike verwendet (Erwähnung bei Hippokrates, Dioskurides und Plinius). Baldrian wirkt schlaffördernd und anxiolytisch. Mehrere Studien (klinische Studien) haben die Wirksamkeit bestätigt.

Dosierung und Art der Anwendung


Baldrian wird in Kapselform, als Ethanol-Extrakt und Tinktur oder als Tee verkauft. Die empfohlene Dosis reicht von 500-1000 mg. Folgen Sie der genauen dosierungsanleitung in der Packungsbeilage.

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen


Die Einnahme von Baldrian kann leichte Übelkeit oder Magen-Darmprobleme hervorrufen. Baldrian sollte in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Baldrian sollte nicht mit Alkohol eingenommen werden, da es zu starker Schläfrigkeit kommen kann. Außerdem bestehen Wechselwirkungen mit Antikoagulantien, Eisenpräparaten und Opioid-Analgetika.

Fragen Sie Ihren Arzt um Rat


Es ist immer ratsam, den Arzt zu konsultieren, wenn Sie phytotherapeutische Präparate anwenden möchten. Nur so können Sie sicher gehen, dass die Behandlung tatsächlich erfolgreich, sicher und nebenwirkungsfrei ist.

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