Pflanzliche Mittel gegen Angst

Dezember 2017
Wenn Sie unter einer milden Angststörung, Schlafstörungen und Phasen der Nervosität leiden, können pflanzliche, meist rezeptfrei erhältliche Medikamente Abhilfe schaffen. Wir stellen Ihnen hier die drei bekanntesten Pflanzen vor, die gegen Angst, Panik und innere Unruhe wirken.


Weißdorn

Weißdorn ist in den gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre (Europa, Asien und Amerika) verbreitet. Der dornige Strauch kann bis zu zehn Meter hoch wachsen und bis zu 500 Jahre alt werden. Im antiken Griechenland war er als Symbol der Reinheit bekannt. Deshalb wurde bei Hochzeiten das Zimmer der Braut mit Weißdorn geschmückt. Auch im Christentum ist Weißdorn bekannt, da die Dornenkrone von Christus aus Weißdorn gefertigt wurde.

Heilkräfte

Weißdorn wird seit vielen Jahrhunderten zur Behandlung verschiedener Erkrankungen wie Gicht, Pleuritis, Blutungen und Ausfluss angewendet. Seit dem späten neunzehnten Jahrhundert ist die medizinische Wirkung von Weißdorn auch allgemein wissenschaftlich anerkannt. Weißdorn wird heute vor allem bei Herzerkrankungen verabreicht, weil die Pflanze die Herzfrequenz normalisiert und den Kreislauf in Schwung bringt. Weißdorn hilft außerdem gegen leichte nervöse Zustände, gegen Panikattacken und Schlaflosigkeit.

Dosierung und Art der Anwendung

Die übliche Dosis beträgt 100 bis 900 Milligramm Extrakt (Pulver). Das Präparat wird meist dreimal täglich über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Wochen angewendet. Das getrocknete Kraut kann auch als Tee (drei Tassen pro Tag) eingenommen werden. Folgen Sie bei der Dosierung der Anleitung in der Packungsbeilage.

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen

Zuweilen beobachtet werden Herzklopfen, Herzrasen, Kopfschmerzen, Schwindel, Hitzegefühl und gastrointestinale Störungen. Schwangere Frauen und Kinder unter zwölf Jahren sollten Weißdorn nicht einnehmen. Menschen, die an einer Herzerkankung leiden, sollten Weißdornpräparate nur nach Absprache mit dem Arzt anwenden.

Kamille

Abgesehen von der deutschen Kamille (Matricaria Recutita) gibt es auch die römische Kamille (Anthemis Nobilis) und die englische Kamille (Chamaemelum Nobile), das Mutterkraut (Tanacetum partherium) und das Mutterkraut DLE (Matricaria Discoidea). Ihre medizinischen Eigenschaften sind ähnlich, allerdings hat die deutsche Kamille eine größere Wirkung.

Heilkräfte

Kamille wird seit langer Zeit auf allen Kontinenten und in nahezu allen Kulturen als Heilpflanze angewendet. Die oberen Pflanzenteile werden getrocknet und pulverisiert. Es können auch frische Blüten und Blätter verwendet werden. Kamille wirkt entzündungshemmend und hat außerdem eine beruhigende und anxiolytische Wirkung.

Dosierung und Art der Anwendung

Kamille wird als Tee, in Tropfenform oder als Kapsel eingenommen. Außerdem kann Kamille äußerlich angewendet werden (zum Beispiel als Creme oder Tinktur).

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen

Kamillenpräparate können allergische Reaktionen hervorrufen. Deshalb wird Asthmatikern und Pollenallergikern von der Anwendung abgeraten. Schwangere Frauen solten Kamillenpräparate nicht anwenden. Es bestehen Wechselwirkungen mit Alkohol und Antikoagulanzien.

Hopfen

Hopfen ist eine Kletterpflanze, deren Blätter Weinreben ähneln. Hopfen wächst vor allem in Europa und in Asien.

Heilkräfte

Traditionell wird Hopfen etwa seit dem 10. Jahrhundert zur Beruhigung und gegen Schlafstörungen eingesetzt.

Dosierung und Art der Anwendung

Hopfen kann als Aufguss, in Tropfenform oder als Kapsel angewendet werden. Hopfen wird häufig in Kombination mit Baldrian verkauft.

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen

Hopfen kann allergische Reaktionen verursachen (es gibt mehrere Fallberichte über anaphylaktische Schocks). Überdosierungen und Anwendung über einen längeren Zeitraum können die Stimmung beeinträchtigen. Hopfen solte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Auch bei hormonabhängigen Krebserkrankungen wird von der Anwendung von Hopfen abgeraten.

Foto: © Pixabay.
Letztes Update am 24. November 2017 03:19 von SilkeCCM.
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