Wie entstehen Angststörungen?

Februar 2017


Manche Menschen neigen mehr als andere Personen dazu, eine generalisierte oder spezifische Angststörung zu entwickeln. Bei der Krankheitsentwicklung spielen sowohl die genetische Prädisposition als auch verschiedene Umweltfaktoren und die Sozialisation eine Rolle. Lesen Sie hier, wie Angsterkrankungen entstehen können.

Der Anteil der Gene

  • Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass die Gene bei der Entwicklung von Angsterkrankungen eine Rolle spielen.
  • Zwillingsstudien zeigen, dass bei homzygoten Zwillingen beide Geschwister zu 85% von der Erankung betroffen sind.
  • Bei zweieiigen Zwillingen sind allerdings nur 10-15% der Zwillingseschwister gleichzeitig betroffen.
  • Die Studien zeigen auch, dass Personen, deren Verwandte ersten Grades (Eltern, Geschwister) von einer Angsterkrankung betroffen sind, ein fünffach erhöhtes Risiko haben, ebenfalls eine Angsterkrankung zu entwickeln.
  • Für die genetische Prädisposition sind wahrscheinlich mehrere Genloci verantwortlich.

Das ängstliche Gehirn

  • Aus biologischer Sicht ist eine Angststörung eine überschießende Reaktion des zentralen Nervensystems. So entstehen Symptome wie Zittern, Schwitzen, trockener Mund etc..
  • Im Gehirn kommt es zu einem Ungleichgewicht der Transmitter GABA (Gamma-Aminobuttersäure), Serotonin und Noradrenalin.
  • Dieses Ungleichgewicht kann medikamentös behandelt werden.

Das soziale Umfeld

  • Angsterkrankungen entwickeln sich natürlich nicht nur auf genetischer Basis. Auch die Prägung und das soziale Umfeld (Familie, Freunde, Beruf) sind für die Entwicklung einer Angsterkrankung entscheidend.
  • Belastende Ereignisse wie z.B. Arbeitslosigkeit, Überlastung, Scheidung, Trauer, Unfälle etc. können die Entwicklung einer Angsterkrankung fördern. Außerdem können solche Belastungen zu einem post-traumatischen Belastungssyndrom führen.
  • Auch die Eltern-Kind-Beziehung beeinflusst die Entwicklung einer Angststörung. Sowohl überprotektives Verhalten als auch Vernachlässigung, Ablehnung und starke familiäre Streitigkeiten können die Entstehung von Angsterkrankungen fördern.
  • Phobien und Ängste können außerdem von Eltern auf Kinder "übertragen" werden.

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