Der Kaiserschnitt

März 2017
In Deutschland werden etwa 20 Prozent aller Kinder per Kaiserschnitt geboren. Werdende Mütter sollten sich über den Ablauf, die Risiken und die Heilung nach einem Kaiserschnitt informieren.


Der Kaiserschnitt - Definition

Der Kaiserschnitt ist ein operativer Eingriff, der unter Vollnarkose oder in Periduralanästhesie durchgeführt wird. Durch einen Schnitt im Unterleib wird das Baby auf die Welt gebracht.

Ein Kaiserschnitt wird als Notfalleingriff benutzt, wenn bei der normalen Geburt unvorhersehbare Risiken für Mutter oder Kind auftreten. Der Eingriff kann auch geplant durchgeführt werden, etwa wenn die Lage des Kindes oder Vorerkrankungen der Mutter eine normale Entbindung nicht erlauben. Rund zwei Drittel der Kaiserschnitte sind geplant, ein Drittel sind Notfalleingriffe.

Der Name Kaiserschnitt bzw. kaiserlicher Schnitt ist die deutsche Übersetzung des lateinischen medizinischen Fachbegriffs Sectio cesarea und geht auf den römischen Schriftsteller Plinius zurück. Ihm zufolge wurde der erste Träger des Namens Caesar aus dem Mutterleib herausgeschnitten. Caesar bekam später die Bedeutung Kaiser, beziehungsweise kaiserlich, wodurch der Name Kaiserschnitt entstand.

Kaiserschnitt - Ablauf

Bei Notfalleingriffen wird der Kaiserschnitt in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt, sonst in Regionalanästhesie (Spinal- oder Peridualanästhesie, PDA). Die Anästhesie wird von einem Narkosearzt vor dem Eingriff durchgeführt. Bei einem geplanten Kaiserschnitt wird der Narkosearzt Sie genau über das geeignete Verfahren informieren.


Wenn die Narkose erfolgt ist, beginnt die eigentliche Operation. Der Schnitt erfolgt horizontal und in der "Bikinizone", so dass er auch in Unterwäsche oder Bikini nach der Heilung nicht sichtbar ist. Bei der Operation wird die Bauchdecke Schicht für Schicht geöffnet, bis die Gebärmutter erreicht wird. Diese wird zuletzt geöffnet, so dass das Baby entbunden werden kann. Das Neugeborene wird in die Hand einer Kinderkrankenschwester gegeben. In vielen Fällen kann der Vater im OP anwesend sein und das Neugeborene in Empfang nehmen. Bei der Mutter werden nun die einzelnen Schichten wieder vernäht. Die äußeren Wundränder werden geklammert.

Dauer eines Kaiserschnitts

Ein Kaiserschnitt dauert etwa eine Stunde. Nach einem Kaiserschnitt wird die Mutter noch rund zwei Stunden im Kreißsaal überwacht. Danach wird sie in die Wochenbettstation gebracht.

Kaiserschnitt: Heilung und Schmerzen

In der ersten Zeit kann die Wunde schmerzen und das Aufstehen erschweren. Die meisten Frauen benötigen zwischen vier und acht Tagen, um sich für die Entlassung fit genug zu fühlen. Zu Hause sollten Sie für einige Zeit Hilfe in Anspruch nehmen, da die Wunde vollständig verheilen muss und Sie die Naht spüren werden. In den ersten sechs Wochen nach der Operation sollten Sie nichts Schweres tragen. Auch mit der Rückbildungsgymnastik sollten Sie erst sechs Wochen nach der Entbindung beginnen.

Risiken und Folgen eines Kaiserschnitts

Ein Kaiserschnitt ist eine große Bauchoperation, die Blutungen, Infektionen, Narbenbildung und Risiken für Folgeschwangerschaften mit sich bringen kann.

Wie lange sollte man nach einem Kaiserschnitt mit einer neuen Schwangerschaft warten?

Normalerweise sollte man nach einem Kaiserschnitt mindestens ein Jahr Babypause einlegen, damit die Narbe vollständig verheilen kann.

Muss das nächste Baby auch per Kaiserschnitt geboren werden?

Wenn ein Kind per Kaiserschnitt geboren wurde, bedeutet dies nicht, dass auch das nächste Kind mit einer Sectio auf die Welt kommen muss.

Wie oft darf ein Kaiserschnitt bei einer Frau durchgeführt werden?

Normalerweise sollte nach drei bis vier Kaiserschnitten geprüft werden, ob es Risiken im Zusammenhang mit den im Bauchraum entstehenden Vernarbungen gibt.

Warum werden heutzutage mehr Babys per Kaiserschnitt entbunden?

Vor 35 Jahren kamen in Deutschland etwa fünf Prozent der Babys per Kaiserschnitt auf die Welt, heute werden rund 20 Prozent der Geburten als Sectio durchgeführt. Viele Mediziner erklären dies damit, dass die werdenden Mütter immer älter werden. Damit steigt auch die Rate der Risikoschwangerschaften. Außerdem möchten etwa zehn Prozent der Frauen ein Kind per Sectio auf die Welt bringen, weil Sie diese Methode für komfortabler halten.

Kaiserschnitt auf Wunsch

Vielen Frauen fürchten Schmerzen bei der Geburt, einen Dammriss, Inkontinenzprobleme oder unvorhersehbare Risiken durch die natürliche, vaginale Geburt und ziehen daher einen Kaiserschnitt vor. Für manche Frauen spielt auch die Planbarkeit des Geburtstermins eine Rolle. Wenn Sie sich einen Kaiserschnitt wünschen, müssen Sie dies mit dem behandelnden Arzt besprechen. Ihr Frauenarzt wird Sie gründlich über die Vorteile, aber auch über die möglichen Risiken für Mutter und Kind aufklären.

Erfahrungen mit dem Kaiserschnitt

Wie Frauen die Geburt mittels Kaiserschnitt erleben, ist individuell verschieden. Häufig haben Frauen, die sich auf eine natürliche Geburt vorbereitet haben, diese aber aus medizinischen Gründen nicht möglich war, Schwierigkeiten damit, den Kaiserschnitt seelisch zu verarbeiten. In diesem Fall hilft der Erfahrungsaustausch mit anderen Müttern.


Foto: © Littlekidmoment - Shutterstock.com

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