Depression: Warum sind Frauen häufiger betroffen?

Dezember 2017
Wer Depressionen hat, fühlt sich traurig, antriebslos und ohne Hoffnung. Doch im Gegensatz zu kurzzeitigen Stimmungen sind Depressionen eine scherwiegende Krankheit. Treten Depressionen bei einem Geschlecht häufiger auf als beim anderen und falls ja, warum ist das so?


Zahlen und Fakten über Depressionen

Die Depression ist die häufigste psychische Krankheit. Dabei spricht die Statistik eine klare Sprache: Frauen sind von der Erkrankung häufiger betroffen als Männer.


Im Gesamtdurchschnitt erleben zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung erleben während ihres Lebens eine Depression. Die Neuerkrankungen pro Jahr (Inzidenz) beträgt ein Prozent bei Männern und drei Prozent bei Frauen.

Die Anzahl der Erkrankungsfälle in der Bevölkerung (Prävalenz) liegt bei zwei bis drei Prozent bei Männern und fünf bis zehn Prozent bei Frauen.

Wie erklärt es sich, dass Frauen häufiger von Depressionen betroffen sind?

Hormonelle Faktoren

Viele Frauen werden depressiv, wenn sie in die Wechseljahre kommen oder wenn ihre Periode ansteht. Ebenso sind postpartale Wochenbettdepressionen und Depressionen in der Schwangerschaft häufig.

Deshalb gehen einige Forscher davon aus, dass Hormone Depressionen zwar nicht direkt auslösen, eine Hormonumstellung Depressionen aber triggern kann.

Kognitive Faktoren

Frauen sind anfälliger für Stress und/oder traumatische Ereignisse als Männer.

Männer widmen Problemen in der Beziehung und Trennungen durchschnittlich weniger Aufmerksamkeit als Frauen. Frauen neigen dazu nachzugrübeln, lange mental und emotional festzuhängen und versinken damit in einen negativen Kreislauf.

Männer verarbeiten soziale Probleme vorwiegend, indem sie aggressiv reagieren, Frauen werden eher depressiv.

Neurobiologische Unterschiede

Studien weisen darauf hin, dass die Gehirne von Frauen weniger Serotonin produzieren als die von Männern. Serotonin ist ein wichtiger Botenstoff und gilt neben Dopamin und Noradenalin als "Glückshormon". Ein Serotoninmangel begünstigt daher Depressionen.


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Letztes Update am 17. November 2017 03:39 von SilkeCCM.
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