Entstehung und Entwicklung von Depressionen

Dezember 2017
Depressionen betreffen sowohl Männer als auch Frauen, Personen jeden Alters, jeder Herkunft und aus jeder Bevölkerungsschicht. Trotzdem gibt es einige prädisponierende Faktoren, die die Entstehung einer Depression begünstigen können.


Wie entstehen Depressionen?

Bei einer Depression handelt es sich neurobiologisch gesehen um ein Ungleichgewicht von Neurotransmittern im Gehirn, vor allem von Serotonin.

Neben den neurobiologischen, also organischen Ursachen beeinflussen auch andere Faktoren, wie genetische Veranlagung, psychosoziale Faktoren und Umweltfaktoren, die Entstehung und Entwicklung von Depressionen.

Faktoren: Geschlecht, Herkunft, Umwelt

Das Geschlecht spielt eine Rolle: Frauen sind von Depressionen häufiger betroffen als Männer. In diesem CCM-Artikel erfahren Sie, warum das so ist.


Vor der Pubertät sind allerdings Jungen etwas häufiger betroffen als Mädchen. Im Jugendalter dreht sich diese Tendenz dann um.

In den vergangenen Jahren wurde in den westlichen entwickelten Ländern ein Anstieg depressiver Erkrankungen beobachet. Gleichzeitig ist die Suizidrate in den westlichen Ländern allerdings rückläufig.

Dies wird als Hinweis gedeutet, dass Depressionen in westlichen Ländern häufiger diagnostiziert und therapiert werden und dass die tatsächliche Häufigkeit depressiver Erkrankungen in westlichen Ländern in den letzten Jahren nicht zugenommen hat.

Sozioökonomische Gruppen sind in etwa ähnlichen Proportionen betroffen, also ob jemand arm oder reich ist, spielt für die Veranlagung und den Ausbruch der Krankheit offenbar keine Rolle.

Alter: Wann treten Depressionen auf?

Die erste depressive Episode tritt im Durchschnitt im Alter von 35 Jahren auf. Die Betroffenen zeigen die typischen Beschwerden Traurigkeit, Interesselosigkeit, Verhaltensauffälligkeiten sowie verschiedene körperliche Symptome, wie Verlust von Appetit, Motivation und des Selbstwertgefühls.


Allerdings kommt die Erkrankung auch schon in der Kindheit oder in der Adoleszenz vor.

In zehn Prozent der Fälle tritt die Depression erst nach dem 60. Lebensjahr auf. Bei älteren Patienten ist die Diagnose nicht immer einfach, weil die mit der Depression einhergehende Apathie und die kognitiven Defizite als Symptome von Demenz fehlgedeutet werden können.

Entwicklung einer Depression

Depressionen, die nicht behandelt werden, dauern im Durchschnitt zwischen sechs und zehn Monate. Bei unbehandelten Depressionen erleben 75 Prozent der Menschen in den darauffolgenden sechs Monaten einen Rückfall (Rezidiv).


Bei jedem fünften Betroffenen verläuft die Erkrankung chronisch.

Das Rezidiv-Risiko erhöht sich mit den wiederkehrenden Episoden: 70 Prozent derjenigen Personen, die zwei depressive Perioden erlebt haben, werden mindestens eine weitere depressive Periode erleben. 90 Prozent derjenigen, die eine dritte depressive Episode erlebt haben, werden mindestens eine weitere depressive Episode erleiden.

Im Durchschnitt treten bei erkrankten Personen fünf depressive Episoden im Leben auf. Allerdings gib es diesbezüglich große individuelle Unterschiede.

Suizid: Die große Gefahr

Depressionen gehen oft mit Selbstmordgedanken einher. Zwischen 15 und 20 Prozent der Patienten mit schweren Depressionen unternehmen einen Suizidversuch.

Männer begehen häufiger Suizid als Frauen. Das Suizidrisiko ist besonders hoch, wenn es einen persönlichen Auslöser (zum Beispiel Krankheit, Verlust des Partners usw.) für die Depression gibt.

Betroffene sollten deshalb ihre Depression unbedingt psychiatrisch und/oder psychotherapeutisch behandeln lassen.

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Letztes Update am 18. November 2017 08:13 von SilkeCCM.
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