Entstehung und Entwicklung von Depressionen

März 2017

  • Depressionen betreffen sowohl Männer als auch Frauen.
  • Depressionen betreffen Personen jeden Alters.
  • Depressionen betreffen Personen aus jeder Bevölkerungsschicht.
  • Depressionen betreffen Personen jeder Herkunft.


Trotzdem gibt es einige prädisponierende Faktoren, die die Entstehung einer Depression begünstigen können.

Geschlecht, Herkunft, Umwelt

  • Geschlecht: Frauen sind von Depressionen häufiger betroffen als Männer.
  • Vor der Pubertät sind allerdingsJungen etwas häufiger betroffen als Mädchen.
  • In den vergangenen Jahren wurde in den westlichen entwickelten Ländern ein Anstieg depressiver Erkrankungen beobachet.
  • Allerdings ist die Suizidrate in den westlichen Ländern rückläufig.
  • Dies wird als Hinweis gedeutet, dass Depressionen in westlichen Ländern häufiger diagnostiziert und therapiert werden und dass die tatsächliche Häufigkeit depressiver Erkrankungen in westlichen Ländern in den letzten Jahren nicht zugenommen hat.
  • Ebenso sind die sozio-ökonomische Gruppen in etwa ähnlichen Proportionen betroffen.

Alter

  • Die erste depressive Episode tritt im Durchschnitt im Alter von 35 Jahren auf.
  • Allerdings kann die Erkrankung auch in der Kindheit oder in der Adoleszenz auftreten.
  • In 10% der Fälle tritt die Depression erst nach dem 60. Lebensjahr auf. Bei älteren Patienten ist die Diagnose nicht immer einfach, weil die mit der Depression einhergehende Apathie und die kognitiven Defizite als dementielle Syndrome fehlgedeutet werden können.

Entwicklung

  • Depressionen, die nicht behandelt werden, dauern im Durchschnitt zwischen 6 und 10 Monate.
  • Bei unbehandelten Depressionen erleben 75% der Menschen in den darauffolgenden sechs Monaten ein Rezidiv.
  • Bei jedem fünften Betroffenen verläuft die Erkrankung chronisch.
  • Das Rezidiv-Risiko erhöht sich mit den wiederkehrenden Episoden: 70% derjenigen Personen, die zwei depressive Perioden erlebt haben, werden mindestens eine weitere depressive Periode erleben. 90% derjenigen, die eine dritte depressive Episode erlebt haben, werden mindestens eine weitere depressive Episode erleiden.
  • Im Durchschnitt treten bei erkrankten Personen fünf depressive Episoden im Leben auf.
  • Allerdings gib es diesbezüglich große individuelle Unterschiede.

Suizid: Die große Gefahr

  • Zwischen 15 und 20% der Patienten mit schweren Depressionen unternehmen einen Suizidversuch.
  • Männer begehen häufiger Suizid als Frauen.
  • Das Sterblichkeitsrisiko ist besonders hoch, wenn es einen persönlichen Auslöser (z.B. Krankheit, Verlust des Partners etc.) für die Depression gibt.
  • Eine Depression sollte unbedingt psychiatrisch und/oder psychotherapeutisch behandelt werden!

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