Schwangerschaftsabbrüche bei Minderjährigen

Januar 2017


Schwangerschaftsabbrüche bei Minderjährigen

Zahlen und Fakten


Minderjährige treiben heute seltener ab als früher. Trotzdem sind die Fallzahlen noch hoch:
  • 2002 haben 761 Mädchen unter 15 Jahre abgetrieben.
  • 2009 haben 399 Mädchen unter 15 Jahren abgetrieben.
  • 2002 haben 6682 Mädchen zwischen 15 und 18 Jahren abgetrieben.
  • 2009 haben 4510 Mädchen zwischen 15 und 18 Jahren abgetrieben.



Beim Schwangerschaftsabbruch von Minderjährigen steht sich das Persönlichkeitsrecht des Mädchens mit dem Personensorgerecht der Eltern gegenüber. In einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm hat das Sorgerecht Vorrang, das Landgericht München betont das Persönlichkeitsrecht der Minderjährigen. Bei unter 16 jährigen wird die Einwilligung der Erziehungsberechtigten in einen Schwangerschaftsabbruch benötigt.

Prävention


Es muss noch mehr Augenmerk auf die Prävention gelegt werden. Eine Studie erfragte die Gründe für Nicht-Verhütung beim ersten Geschlechtsverkehr: Quelle: www.reprokult.de

Es kam zu spontan: Mädchen: 69% Jungen: 58%
Wird schon nichts passieren: Mädchen: 42% Jungen: 26%
Alkohol, Drogen im Spiel: Mädchen: 21% Jungen: 19%
Wollten "aufpassen": Mädchen: 12% Jungen: 24%
Nicht anzusprechen getraut: Mädchen: 14% Jungen: 17%
Nicht getraut, Kondome zu kaufen: Mädchen: 12% Jungen: 10%
Kein Verhütungsmittel zur Hand: Mädchen: 13% Jungen: 1%


Die Stellungsnahme der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über die Prävention von Teenagerschwangerschaften finden Sie unter www.sexualaufklaerung.de.

Hindernisse für wirksame Verhütung


Zum Zeitpunkt erster Liebesbeziehungen sind Jugendliche oft unsicher und nicht ausreichend informiert. So glauben im 9. Schuljahr....
  • 2/3 der Minderjährigen, dass erste sexuelle Kontakte nicht zu einer Schwangerschaft führen können,
  • ¾ der Minderjährigen, dass sie bei Geschlechtsverkehr während der Regelblutung nicht schwanger werden können.

Verschreibung von Verhütungsmitteln durch den Arzt


Von 1975 bis 1984 hatte die Bundesärztekammer noch Leitsätze aufgestellt, wonach unter 16-jährigen Mädchen keine medikamentöse Verhütungsmethode verschrieben werden sollte, unter 18-jährigen nur mit Wissen der Eltern. Diese Leitsätze sind längst nicht mehr gültig, allerdings muss die Verschreibung von hormonellen Präparaten bei Minderjährigen besonders gründlich mit dem Arzt besprochen werden. Bei unter 14 jährigen muss die Zustimmung der Eltern vor der Verordnung eingeholt werden.

Präventionskampagnen


www.sicher-verliebt.de
www.sexualaufklaerung.de

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Letztes Update am 29. Juni 2011 10:40 von Dr. Blattmann.
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