Gedächtnistests zur Diagnose von Alzheimer

Februar 2017




Die Diagnose einer Alzheimer-Erkrankung wird durch so genannte kognitive Leistungstests gestützt.
Diese Tests bewerten unterschiedliche Gehirnfunktionen wie das Gedächtnis, die Sprache und die Aufmerksamkeit.

Der Mini-Mental State Test (MMS)

  • Dieser Standard-Test wird durchgeführt, um einen Demenzverdacht zu erhärten.
  • Der Test untersucht die zeitliche und räumliche Orientierung, das Lernvermögen, das Rechenvermögen, die Aufmerksamkeit, die Sprache etc.
  • Der Test dauert etwa 15 Minuten.
  • Der Test ist von soziokulturellen Faktoren beeinflussbar.

Zeitliche Orientierung


Um die zeitliche Orientierung zu überprüfen, werden folgende Fragen gestellt:
  • Welches Datum ist heute?
  • Welcher Wochentag ist heute?
  • In welchem Jahr befinden wir uns?
  • In welcher Jahreszeit befinden wir uns?
  • In welchem Monat befinden wir uns?

Räumliche Orientierung


Um die räumliche Orientierung zu untersuchen, werden folgende Fragen gestellt:
  • Wo befinden wir uns?
  • In welcher Stadt befinden wir uns?
  • Wie nennt sich der Stadtteil, indem wir uns befinden?
  • In welcher Region befindet sich dieser Stadtteil?
  • In welchem Stockwerk sind wir?

Lernfähigkeit


Die 3 Worte sollen wiederholt werden, die der Befragte behalten sollte. Die Worte werden in bestimmten Zeiträumen immer wieder abgefragt.

Konzentration und mathematische Fähigkeiten


Substraktionsaufgaben werden gestellt: Von 100 sollen immer 7 abgezogen werden.
100 minus 7
93 minus 7
etc.

Gedächtnisübungen


Die drei Wörter sollen wiederholt werden.

Sprachtests


Der Untersucher zeigt auf einen Gegenstand, den der Patient benennen soll. Dann soll der Patient einfache Befehle ausführen(z.B. Stift auf den Tisch legen etc.).

Test zum Erkennen von Apraxie


Apraxie ist eine Störung der Ausführung willkürlicher zielgerichteter Bewegungen bei intakter motorischer Funktion. Betroffenen fällt es schwer, Dinge zu malen, anzufertigen etc. Um eine Apraxie auszuschließen, wird der Patient gebeten, einen Gegenstand (z.B. eine Uhr) auf ein Blatt Papier zu malen.

Ergebnisse


Jede richtige Antwort wird mit einem Punkt bewertet.
  • Die Gesamtzahl reicht von 0 bis 30 Punkten.
  • Eine Gesamtpunktzahl von 28 und mehr Punkten lässt auf gute kognitive Fähigkeiten schließen.
  • Bei einer Gesamtpunktzahl von 24 bis 27 Punkten sollte der Patient weiter beobachtet werden. Eine Demenzdiagnostik sollte in Absprache mit einem Facharzt durchgeführt werden.
  • Eine Gesamtpunktzahl zwischen 23 oder weniger weist auf schwerwiegendere kognitive Dysfunktionen hin. Es sollte dringend eine Demenzdiagnostik durchgeführt werden.



Den Mini Mental Test finden sie hier

Lawton Test


Dieser Test bewertet die Teilautonomie von Patienten.

Vier Bereiche werden in dem Test abgefragt:
  • Möglichkeit, ein Telefon zu nutzen (uneingeschränkt, Verwendung bekannter Nummern, unmöglich ..).
  • Möglichkeit, Verkehrsmittel zu nutzen ( selbstständige Nutzung von Taxi, Bus, Bahn; Nutzug mit Hilfe; keine Nutzung mehr möglich).
  • Medikamenteneinnahme (Fähigkeit zu bestimmten Zeiten Medikamente einzunehmen, Einnahme mit Hilfe; keine selbstständige Einnahme mehr möglich).
  • Verwalten von Geld (volle Geschäftsfähigkeit; eingeschränkte Geschäftsfähigkeit; keine Geschäftsfähigkeit).

Grober und Buschke Test


Der Grober und Buschke Test beurteilt das Erinnerungsvermögen. Der Test wird von spezialisierten Psychologen angewandt.

Der Uhrentest


Beim Uhrentest werden Gedächtnis, konstruktive Praxis, , Sprache und Erkennen getestet. Der Patient wird gebeten, eine Uhr zu zeichnen (mit Zifferblatt). Dann soll eine Uhrzeit eingetragen werden.
Folgende Kriterien werden bewertet:
  • Sind 12 Zahlen vorhanden?
  • Sind die Zahlen gleichmäßig und richtig auf dem Zifferblatt verteilt?
  • Ist die Zahl «12» oben?
  • Sind zwei unterscheidbare Zeiger vorhanden?
  • Stimmt die gezeichnete Zeit mit der Aufgabenstellung überein?


Den Uhrentest finden Sie hier

Alzheimer früh feststellen


Im Juli 2007 schlug Professor Bruno Dubois im Fachmagazin "The Lancet Neurology" vor, dass die Alzheimer-Krankheit vor dem Ausbruch der Demenz nachgewiesen werden könnte. Zudem schlug er vor, Patienten im Zweifelsfall mit bildgebenden Verfahren zu untersuchen, um die Erkrankung schon vor dem Ausbruch feststellen zu können.

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