Die Refluxkrankheit - Sodbrennen

Oktober 2017
Beim Sodbrennen drückt sich saurer Mageninhalt in die Speiseröhre. Das kann extrem unangenehme Schmerzen verursachen. Manchmal genügt es bereits, seine Gewohnheiten zu ändern, um Sodbrennen zu vermeiden.


Sodbrennen – Definition

Sodbrennen tritt vor allem nach fettigem, reichhaltigem Essen und Alkoholkonsum auf, da diese die Säureproduktion im Magen erhöhen. Auch verschiedene andere Lebensmittel regen die Bildung von Säure an und sollten von empfindlichen Menschen gemieden werden. Wenn Sie allerdings über einen längeren Zeitraum regelmäßig unter Sodbrennen leiden, sollten Sie beim Arzt untersuchen zu lassen, ob eine organische Ursache, wie zum Beispiel eine ungenügende Schließfähigkeit des Magenschließmuskels, hinter den Beschwerden steckt. Der Arzt kann ihnen auch Medikamente verschreiben, die die Beschwerden lindern und die gereizte Schleimhaut abheilen lassen.

Was hilft gegen Sodbrennen?

Essgewohnheiten

Essen Sie langsam und in aller Ruhe. Nehmen Sie sich Zeit, denn durch richtiges Kauen kann eine Übersäuerung des Magens verhindert werden.


Es ist ratsam, nach der Mahlzeit zwei Stunden mit dem Schlafengehen zu warten und sich nicht unmittelbar hinzulegen. Sonst kann es leichter passieren, dass sich saurer Speisebrei beim flachen Liegen in die Speiseröhre drückt. Vielen Betroffenen hilft es auch, mit etwas erhöhtem Oberkörper auf einem Kissen zu schlafen.

Wenn Sie zu Sodbrennen neigen, sollten sie auf extrem fetthaltige Nahrungsmittel verzichten. Auch Vollmilch, Schokolade, scharfe Gewürze und Kräuter, Zitrusfrüchte, Minze, Zwiebeln und Fleisch sind nicht zu empfehlen.

Kohlensäurehaltige Getränke sollten vermieden werden, denn sie können zu Aufstoßen führen, was das Sodbrennen verschärft. Alkoholische Getränke wie Wein, Bier und Spirituosen begünstigen den Rückfluss des Magensafts in die Speiseröhre (Reflux). Alkohol auf leeren Magen zu trinken, erhöht das Risiko für Reflux nochmals.

Kaffee und Tee fördern die Entspannung des Schließmuskels der Speiseröhre, was wiederum Reflux begünstigt und dadurch die Schleimhäute in der Speiseröhre reizt. Rauchen erhöht die Produktion der Magensäure und verschlimmert Sodbrennen.

Abnehmen

Übermäßige Fettansammlungen im Bauchbereich erhöhen den Druck auf den Bauch und den Magen. Übergewicht ist deshalb ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Sodbrennen. Daher wird übergewichtigen Menschen geraten, ihr Gewicht zu reduzieren.

Zu vermeidende Medikamente

Einige Medikamente können Sodbrennen verursachen oder verschlimmern. So greifen zum Beispiel NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) wie ASS, Diclofenac oder Ibuprofen die Magenschleimhaut an. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Medikamente und deren Nebenwirkungen.

Behandlung von Sodbrennen

Rezeptfreie Medikamente

Gegen Sodbrennen sind verschiedene rezeptfreie Medikamente in Apotheken erhältlich. Diese Medikamente sollten nicht über längere Zeit eingenommen werden.


Sogenannte Antazida neutralisieren den Säuregehalt des Magens. Sie sollten bei frühen Anzeichen des Reflux eingenommen werden, bevor die Beschwerden akut werden.

Daneben gibt es Medikamente aus der Gruppe der Alginate. Diese bilden ein zähflüssiges Gel, das sich über den sauren Megeninhalt legt und ihn wie ein Deckel gegen die Speiseröhre abschließt. Alginate helfen deshalb zwar nicht sofort aber doch recht rasch gegen Refluxbeschwerden.

Die sogenannten H2-Rezeptor-Antagonisten hemmen die Histamin-Sekretion von Magensäure.

Des Weiteren gibt es Medikamente, wie beispielsweise Inhibitoren der Protonenpumpe, die die Säurebildung im Magen hemmen. In höherer Dosierung müssen diese jedoch vom Arzt verschrieben werden.

Hausmittel gegen Sodbrennen

Milch gilt als Hausmittel gegen Sodbrennen, kann allerdings aufgrund des Fettgehalts auch Sodbrennen begünstigen und ist deshalb nur bedingt empfehlenswert. Auch reines Natron (kein Backpulver) ist ein altes Hausmittel: Ein Teelöffel Natron in Wasser gelöst und in kleinen Schlucken getrunken, kann Abhilfe schaffen. Regelmäßig sollten Sie Natron aber nicht einnehmen. Was Sie noch tun können, ohne gleich zu Medikamenten zu greifen, finden Sie in unseren Tipps gegen Sodbrennen.

Sodbrennen in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft drückt der wachsende Bauch mehr und mehr auf die Magenregion. Deshalb leiden viele schwangere Frauen unter Sodbrennen. Die Beschwerden legen sich nach der Entbindung wieder und werden auch dann schon besser, wenn sich das Baby in den letzten Wochen vor der Geburt tiefer ins Becken senkt. Meiden Sie in der Schwangerschaft bekannte Auslöser von Sodbrennen und nehmen Sie viele kleine Mahlzeiten zu sich, die den beengten Magen nicht überfordern. Hausmittel sind in der Schwangerschaft wegen möglicher Nebenwirkungen nur bedingt geeignet. Fragen Sie bei andauernden Beschwerden Ihren Arzt um Rat.


Foto: © Piotr Marcinski – 123RF.com

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Letztes Update am 21. Juli 2017 05:21 von SilkeCCM.
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