Blähungen: Definition, Ursachen, Hausmittel

Juni 2017
Blähungen werden durch die Ansammlung von Gasen im Darm verursacht. Woher sie kommen, wann sie auftreten und wie sie sich lindern lassen, erfahren Sie hier.


Was sind Blähungen?

Blähungen - in der Fachsprache als Flatulenz bezeichnet - werden durch eine Ansammlung von Gas im Darm verursacht.

Ursachen von Blähungen

Die Gasansammlung kommt unter anderem aus der Luft, die während des Schluckens geschluckt wird. Deshalb begünstigt hastiges Essen, bei dem viel Luft geschluckt wird, die Entstehung von Blähungen. Außerdem verursachen der Luftgehalt in Lebensmitteln und Gärungsprozesse im Zusammenhang mit der Verdauung Blähungen.


Darmgase entstehen beim Verdauungsprozess selbst, zum Beispiel wenn Kohlendioxid bei der Neutralisierung von Magensäure und Fettsäuren im Darm anfällt. Wenn unverdaute Kohlenhydrate in den Dickdarm gelangen, werden sie von Bakterien vergoren, sodass auch dabei Darmgase entstehen. Gärungsprodukte wie Methan, Ammoniak oder Schwefel sind für die übelriechende Geruchskomponente von Blähungen verantwortlich.

In den meisten Fällen sind Blähungen zwar unangenehm, aber harmlos. Wenn Sie jedoch ständig unter Völlegefühl, Blähungen und Bauchschmerzen leiden, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren. Es ist nämlich auch möglich, dass Unverträglichkeiten wie etwa eine Fructose- oder eine Lactoseintoleranz die Beschwerden verursachen.

Blähungen - Symptome

Blähungen äußern sich in Völlegefühl, einem Kneifen im Bauch und dem Gefühl "Luft im Bauch" zu haben. Wenn der Darm sich verkrampft, kann er an seinen Krümmungen die Luft "einklemmen". Die Folgen: Das Gefühl der Überblähung, die Kleidung wird eng, Bauchschmerzen treten auf.

Wann sollte ein Arzt konsultiert werden?

Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn sie an starken und andauernden Bauchschmerzen, länger andauerndem Erbrechen, Gewichtsabnahme sowie einer Anämie leiden. Auch wenn Sie Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Schlucken haben, sich ihr Allgemeinzustand verschlechtert und insbesondere bei akuten Bauchschmerzen, die mit Erbrechen und Verstopfung einhergehen, empfiehlt sich ein Arztbesuch.


Bei Erbrechen, Durchfall, Fieber, Blut im Stuhl, wenn Durchfall, Verstopfungen oder Blut im Stuhl hinzukommen und wenn der Stuhlgang völlig ausbleibt oder starke Bauchschmerzen auftreten, sollten sie dringend einen Arzt konsultieren.

Tipps und Hausmittel gegen Blähungen

Blähungen lassen sich durch einige einfache Regeln verringern:


Essen Sie langsam und bewusst. Der Verdauungsapparat kann mit einer großen Mahlzeit überlastet sein. Deshalb ist es günstig, keine Hauptmahlzeit auszulassen. Reduzieren Sie den Konsum von kohlensäurehaltigen Getränken wie Mineralwasser und Soft Drinks. Vermeiden Sie es, zwischen den Mahlzeiten ständig Kaugummi zu kauen. Beim Kaugummikauen wird Luft geschluckt.

Vermeiden Sie Lebensmittel, die Gärungsprozesse im Verdauungsapparat verursachen wie Kohl, Milch und alkoholische Getränke. Essen Sie gezielt Proteine. Eine Ernährung mit ausreichend Eiweiß und wenig Zucker und Fett kann die Beschwerden bei Blähungen verbessern.

Vermeiden Sie den Verzehr von blähenden Lebensmitteln wie Bohnen, Sojabohnen, Linsen, Erbsen und rotem Fleisch. Vermeiden Sie stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffeln und Nudeln, denn diese fördern Blähungen. Vermeiden Sie Kaffee und Tee.

Hausmittel wie Wärme helfen bei Blähungen und Völlegefühl und entspannen den Bauch. Bewegung kurbelt die Darmtätigkeit an und hilft bei Völlegefühl. Fenchel-, Kümmel- und Pfefferminztee wirken entblähend und entkrampfend.

Übelriechende Blähungen

Blähungen riechen nicht gut - das ist immer so. Wenn die Blähungen aber immer extrem übelriechend sind, kann das auf Gärungsprozesse im Darm hindeuten, die zum Beispiel durch eine Lactoseintoleranz verursacht werden. Sie sollten Ihren Arzt konsultieren, um eine Erkrankung oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit als Auslöser auszuschließen.

Blähungen in der Schwangerschaft

Blähungen und Völlegefühl gehören zu den typischen Schwangerschaftsbeschwerden. In der Schwangerschaft wird die Darmtätigkeit träger, so dass sich vermehrt Gase ansammeln können. Zudem drückt der wachsende Babybauch auf den Verdauungsapparat und kann die Beschwerden verstärken. Verzichten Sie deshalb auf blähende Speisen und Getränke. Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag, um dem Völlegefühl entgegenzuwirken. Bewegung und leichte Gymnastik helfen, den Darm in Schwung zu bringen.

Blähungen bei Babys

Grade in den ersten Monaten leiden viele Babys unter Blähungen, die schmerzhafte Koliken auslösen können. Wenn Mütter stillen, sollten Sie deshalb darauf achten, keine blähenden Lebensmittel zu sich zu nehmen, da diese dem Baby - über die Muttermilch aufgenommen - Probleme bereiten können. Wenn Sie das Baby mit der Flasche füttern, sollten Sie darauf achten, dass es beim Trinken so wenig Luft wie möglich schluckt. Besonders empfindliche Babys profitieren von Flaschen mit einem speziellen Anti-Kolik-System. Bei andauernden Beschwerden fragen Sie den Kinderarzt oder Ihre Hebamme um Rat.

Medikamente bei Blähungen

Medikamente wie Dimeticon oder Simeticon sind so genannte Entschäumer, die den Darm bei Gasansammlungen entlasten können. Die Präparate sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich. Ihr Apotheker wird Sie beraten. Pflanzenheilkunde, Homöopathie oder Aromatherapie können manchmal ebenfalls Linderung verschaffen.

Foto: © Dora Zett - Shutterstock.com

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Letztes Update am 6. März 2017 02:31 von SilkeCCM.
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