Risikofaktoren für Verstopfung

Oktober 2017
Viele Menschen leiden unter Verstopfung und empfinden die Darmträgheit als sehr belastend. Es gibt zahlreiche Einflussfaktoren, die das Auftreten von Obstipation fördern können.


Verstopfung - Definition

Verstopfung (Obstipation) bedeutet, dass der Stuhlgang selten einsetzt und der Stuhl härter oder fester als normal ist. Begleitende Symptome können Bauchschmerzen und Völlegefühl sein. In der Medizin spricht man erst dann von Obstipation, wenn der Stuhlgang seltener als dreimal wöchentlich auftritt.


Verstopfung ist häufig durch Darmträgheit bedingt. Diese kann Folge einer einseitigen, ballaststoffarmen und ungesunden Ernährung sein und durch wenig Bewegung gefördert werden. Tritt Verstopfung dauerhaft auf oder kommt es zu einem Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall, sollten Sie einen Arzt zur Abklärung der Symptome aufsuchen.

Komplikationen

Wenn ab und zu Verstopfungsbeschwerden auftreten, verursacht dies in der Regel keine Komplikationen. Eine chronische Verstopfung kann jedoch verschiedene Folgen haben. Dazu zählen Hämorrhoiden oder Analfissuren (durch den harten Stuhl und die mechanische Belastung beim Pressen), eine Divertikulitis (wenn Stuhl lange im Darm verbleibt, sich dort festsetzt und zu Entzündungen führt) sowie die Bildung sehr harter Stuhlballen, die zu einem Stuhlverhalt und sehr selten zu einer Aufweitung des Darms oder einem Darmverschluss führen können.

Verstopfung - Risikofaktoren

Ernährung

Ein wichtiger Risikofaktor für das Auftreten von Verstopfung ist eine ballaststoffarme Ernährung. Ballaststoffe quellen im Darm auf und kurbeln die Darmtätigkeit an. Das Obstipationsrisiko steigt außerdem bei geringer Flüssigkeitsaufnahme, da der Stuhl in diesem Fall stark eingedickt wird, sowie bei Bewegungsmangel.


Daneben gibt es zahlreiche Nahrungsmittel, die zu Verstopfung führen können. Dazu zählen Bananen, Schokolade, weißer Reis, Karotten, Quitten, Trauben, Kokosnüsse und Ölfrüchte.

Verstopfung in der Schwangerschaft

Generell sind Frauen dreimal so häufig von Verstopfungsbeschwerden betroffen wie Männer. Dies ist wahrscheinlich hormonell bedingt. Unter den Frauen bilden Schwangere eine eigene Risikogruppe, da die hormonellen Veränderungen und der Druck, den der Fötus auf die Eingeweide ausübt, die Verdauung behindern können.

Bewegungsmangel und Medikamenteneinnahme

Eine weitere gefährdete Personengruppe sind ältere und bettlägerige Personen, da Obstipation durch Bewegungsmangel gefördert wird. Häufig werden diese Patienten zudem mit vielen verschiedenen Medikamenten behandelt, die zum Teil die Darmfunktion bremsen. Zu diesen Medikamenten gehören Präparate aus der Gruppe der Anticholinergika, der Antikonvulsiva, der Diuretika, der Spasmolytika sowie auch Opiate, Eisen und Kalzium als Nahrungsergänzungsmittel und Antiparkinson-Mittel. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker über potenzielle Neben- und Wechselwirkungen ihrer Medikamente.


Auch viele Krankheiten wie Hämorrhoiden, Diabetes, eine Schilddrüsenunterfunktion oder neurologische Erkrankungen können zu einer Obstipationsneigung führen.

Stress

Personen, die gestresst sind und sich keine Zeit nehmen, beim Stuhldrang den Darm zu entleeren, leiden häufiger unter Verstopfung. Dies erklärt sich dadurch, dass der Stuhl in diesem Fall länger als notwendig im Dickdarm verbleibt und dort mehr Wasser entzogen bekommt, was Verstopfung und harten Stuhlgang fördert.

Maßnahmen gegen Verstopfung

Die einfachste Maßnahme, um Verstopfung vorzubeugen ist eine ballaststoffreiche Ernährung mit einer ausreichenden Trinkmenge (wenn nichts dagegen spricht zwei bis drei Liter täglich) und ausreichend Bewegung. Als Hausmittel gelten Trockenfrüchte wie Pflaumen und Feigen, Flohsamen und Milchzucker. Lesen Sie hier weitere Tipps gegen Verstopfung.

Zu Medikamenten sollen Sie erst greifen, wenn diese Maßnahmen keine Abhilfe schaffen. Beachten Sie auch, dass der übermäßige Gebrauch von Abführmitteln paradoxerweise eine Verstopfungsneigung auslösen kann, weil der Darm sich an den Stimulus gewöhnt.

Verstopfung: Wann zum Arzt?

Wenn Sie sehr häufig unter Verstopfung leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Wenn Blut im Stuhl oder Erbrechen auftreten, Sie unter Bauchschmerzen leiden, Gewichtsverlust oder starke Müdigkeit hinzukommen, die Symptome deutlich schlimmer werden oder die Verstopfung mit Durchfällen wechselt, sollten Sie ebenfalls dringend einen Arzt zu Rate ziehen.

Foto: © Belchonock – 123RF.com

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Letztes Update am 19. Oktober 2017 03:30 von SilkeCCM.
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