Symptome der Alzheimer-Krankheit

Juli 2017
Alzheimer ist eine Demenzerkrankung, bei der Betroffene nach und nach ihre geistigen Fähigkeiten verlieren. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz.


Alzheimer – Definition

Die Alzheimer-Erkrankung wurde erstmals im Jahr 1906 von dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer (1864 -1915) beschrieben. Alzheimer ist demnach eine hirnorganische Krankheit, die einen langsam fortschreitenden Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten im Gehirn verursacht. Diese Schäden werden durch Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) im Gehirn verursacht. Damit einher gehen zunehmende Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit.

Das Krankheitsbild und der Verlauf sind individuell unterschiedlich ausgeprägt. Welche Störungen im Vordergrund stehen, ist also von Patient zu Patient verschieden. Die Störungen nehmen jedoch im Verlauf der Erkrankung zu. Alzheimer-Kranke benötigen deshalb zunehmend Unterstützung und Pflege, um den Alltag zu bewältigen.

Alzheimer – Symptome

Symptome im Frühstadium

In 80 Prozent der Fälle ist eine Gedächtnisstörung das erste Symptom einer Alzheimer-Erkrankung. Vor allem das Kurzzeitgedächtnis ist von den Einschränkungen betroffen, während das Langzeitgedächtnis über einen sehr langen Zeitraum erhalten bleibt. Typische Symptome sind verminderte Lernfähigkeit, Vergessen alltäglicher oder kürzlich erlebter Dinge wie Termine, Gespräche oder Gelesenes. Auffällig kann auch das ständige Verlegen von Gegenständen sein. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung verschlechtern sich die Symptome, wodurch Betroffene beispielsweise immer wieder dieselbe Frage stellen.

Ein leerer oder mit abgelaufenen Lebensmitteln überfüllter Kühlschrank kann ein frühes Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung sein. Das Kochen und Einkaufen wird nicht mehr bewältigt. Patienten können sich nicht mehr selbst ernähren und verlieren das Bewusstsein für ein Hungergefühl. So nehmen 30 bis 40 Prozenten der Patienten an Gewicht ab, bevor die Diagnose der Krankheit gestellt wird.

Sprachstörungen: Aphasie

Viele Personen, die unter Alzheimer leiden, sind im weiteren Erkrankungsverlauf von einer Aphasie betroffen. Diese äußert sich in Schwierigkeiten, sich mündlich zu äußern. Betroffene haben beispielsweise Probleme mit Satzbildung, Syntax und Wortschatz. Auch Wortfindungsstörungen, Vertauschen von Wörtern, eine gestörte Aussprache, Vergessen einfacher Worte und Verständnisprobleme sind Symptome einer Aphasie. Viele Betroffene ziehen sich in ein zunehmendes Schweigen zurück.

Räumliche und zeitliche Desorientierung

Es kommt zur räumlichen sowie zur zeitlichen Desorientierung. So vergessen Alzheimer-Kranke beispielsweise, wo sie wohnen, wo sie sich befinden oder welcher Tag, Monat oder welches Jahr gerade ist.

Einschränkungen im täglichen Leben

Anpassungen sind nicht mehr möglich, so wird zum Beispiel im Winter Sommerkleidung getragen. Durch Schwierigkeiten bei der Orientierung können Patienten nicht mehr alleine das Haus verlassen. Aufgrund von Problemen beim Schreiben und Zählen werden der Schriftverkehr und Bankgeschäfte mit der Zeit unmöglich.


Es kommt zu Schwierigkeiten beim Essen. Betroffene wissen nicht mehr, wo und was man essen kann, und müssen daher vor Unterernährung und Mangelernährung bewahrt werden. Die Wahrnehmung für den eigenen Körper und das Selbst vermindern sich, Alzheimer-Kranke verwahrlosen häufig und nehmen gesundheitliche Probleme nicht mehr wahr.

Agnosie

Es kommt zur Agnosie: Vertraute Gegenstände, Umgebungen und Gesichter sind schwerer zu erkennen. Im Extremfall werden Angehörige nicht mehr erkannt. Betroffene erkennen sich im fortgeschrittenen Stadium häufig selbst nicht mehr im Spiegel.

Stimmungsschwankungen

Stimmungsschwankungen oder unangemessenes emotionales Verhalten treten häufig im Zuge der Erkrankung auf. Patienten können schnell wütend, fröhlich, traurig oder aggressiv werden. Diese Stimmungen schwanken und wechseln innerhalb eines Tages sehr schnell. Außerdem sind Angst, Unruhe, Nervosität und Frustration häufig und es können auch apathische Zustände auftreten. Die Patienten sind insgesamt emotional instabil. Zudem kann das Schamgefühl verschwinden, was Personen enthemmt.


In einigen Fällen treten akustische oder optische Halluzinationen auf und zum Teil neigen die Betroffenen zum Fabulieren. Erzählte Geschichten bestehen sowohl aus realen als auch aus fiktiven Anteilen.

Apathie

Apathie ist eine bei Alzheimer sehr typische Verhaltensform. Betroffene zeigen sich an nichts interessiert, sind in sich gekehrt und wirken "abgestumpft".

Unruhe

Es kann immer wieder zu unruhigen, nervösen und angespannten Phasen kommen. Außerdem schwindet die Fähigkeit, Gefühle (Freude oder Trauer) zu empfinden und auszudrücken.

Apraxie: Störung der Bewegungskoordination

Apraxie bezeichnet Schwierigkeiten bei der Koordination von Tätigkeiten. Den Patienten fallen zunehmend alltägliche Dinge wie Anziehen, Baden oder Kochen schwer.

Antriebslosigkeit

Antriebslosigkeit ist ein typisches Symptom von Alzheimer. Gemeinsam mit Depressionen führt dies schnell in die soziale Isolation.

Mangelnde Krankheitseinsicht

Viele Betroffene verleugnen die Erkrankung und versuchen, Defizite zu negieren und zu überspielen.


Es kann manchmal sehr schwerfallen, mit Alzheimer-Patienten umzugehen, da ihr Bezug zur Realität zunehmend verloren geht und sie schwer einzuschätzen sind. Trotzdem sollten Sie versuchen, den Erkrankten mit Liebe, Aufmerksamkeit, Geduld und Respekt gegenüberzutreten und sie wie Menschen behandeln, die normal denken und fühlen.

Welche Rolle spielt das Alter?

Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Selten sind die Betroffenen jünger als 60 Jahre. Eine Demenz kann generell auch bei jungen Menschen auftreten und Symptome verursachen, auch wenn dies selten vorkommt. In diesem Fall sind allerdings häufig andere Demenzformen als Alzheimer die Ursache.

Diagnose von Alzheimer

Die Diagnose einer Alzheimer-Erkrankung sollte von einem erfahrenen Facharzt (Neurologen) gestellt werden. Häufig liefern schon die typischen Symptome Hinweise auf das Vorliegen der Erkrankung. Für die Untersuchung werden zudem sogenannte neuropsychologische Tests (zum Beispiel Minimal-Mental-Status-Test oder Demenz-Detektions-Test) durchgeführt. Mit Hilfe solcher Tests lassen sich Art und Schweregrad der Demenz einordnen. Eventuell wird eine Bildgebung, zum Beispiel in Form eines MRTs, vom Kopf angefertigt, um andere Demenzformen ausschließen zu können.

Gibt es eine Therapie von Alzheimer?

Bislang gibt es keine ursächliche Therapie der Alzheimer-Erkrankung. Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten, die das Fortschreiten der Demenz verlangsamen können.


Foto: © Darius Turek – 123RF.com

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Letztes Update am 14. Juli 2017 05:37 von SilkeCCM.
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