Warum macht Rauchen abhängig?

April 2017
Rauchen löst angenehme Gefühle aus, die in einer schnell eintretenden Abhängigkeit münden können. Normalerweise entsteht eine Abhängigkeit nach einigen Wochen, bei manchen Personen tritt sie früher ein.


Abhängigkeit - Definition

Abhängigkeit bedeutet, die Kontrolle über den Konsum einer bestimmten Substanz zu verlieren. Die Substanz wird trotz der bekannten negativen Auswirkungen auf die Gesundheit weiter konsumiert. Jede gerauchte Zigarette verstärkt diese Abhängigkeit. So wird aus dem anfänglichen "Probieren" schnell ein Suchtverhalten.

Rauchen: Körperliche Abhängigkeit

Die körperliche Abhängigkeit wird bei Rauchern durch Nikotin verursacht. Gelangt Nikotin ins Gehirn, wird das Hormon Dopamin ausgeschüttet, das dem Körper Zufriedenheit und Lust vermittelt. Das Bedürfnis, einen konstanten Nikotinspiegel aufrechtzuerhalten, wird mit der Zeit immer stärker und äußert sich gegebenenfalls in Entzugssymptomen.

Mit dem Beginn des Tabakkonsums vermehren sich die Nikotinrezeptoren in bestimmten Regionen des Gehirns. Die Abhängigkeit zeigt sich, sobald die Nikotinmenge im Blut abnimmt. Dadurch, dass der Nikotinwert sinkt, brauchen die Nikotinrezeptoren wieder Stimulation und der Raucher greift wieder zur Zigarette.

Körperliche Entzugserscheinungen beim Rauchen

Nikotin wirkt sehr rasch - in weniger als acht Sekunden. Der schnelle Anstieg des Nikotinwerts ist für das angenehme Gefühl, das beim Rauchen aufkommt, sowie für die daraus entstehende Abhängigkeit verantwortlich. Die Wirkung hält etwa 20 bis 45 Minuten an. Jede gerauchte Zigarette verstärkt die Abhängigkeit zusätzlich. Wie bei jeder Abhängigkeit erzeugt auch der Entzug von Nikotin Entzugserscheinungen.

Nikotinentzug - Symptome

Wenn der Organismus nicht mehr genügend Nikotin bekommt, äußern sich die Entzugserscheinungen in der Regel in Gereiztheit, Hunger oder Wutanfällen.

Rauchen: Psychische Abhängigkeit

Die psychische Abhängigkeit vom Rauchen äußert sich darin, dass Raucher in bestimmten Situationen (zum Beispiel beim Kaffeetrinken oder beim Entspannen) das Verlangen nach einer Zigarette verspüren. Dieses Phänomen wird durch soziale Komponenten (zum Beispiel die Zigarettenpause mit Kollegen) noch verstärkt. Rauchen kann außerdem ein Mittel zur Kommunikation sein und ein Gemeinschaftsgefühl und soziales Miteinander erzeugen.

Mit dem Rauchen aufhören

Wie lange ist man von Nikotin abhängig? Die gute Nachricht ist, dass die körperlichen Entzugssymptome bereits sieben bis zehn Tage nach der letzten Zigarette deutlich nachlassen und schließlich verschwinden.


Um die psychische Abhängigkeit zu überwinden hilft es, sich diese bewusst zu machen. So können Sie Situationen identifizieren, in denen Sie zum Rauchen "verführt" werden, und sich so gegen diese Situationen wappnen. Gönnen Sie sich als Ausgleich in der Zeit des Rauchstopps etwas Schönes: Treiben Sie Sport, bewegen Sie sich, entspannen Sie sich. Vielen Menschen hilft es, stressige Situationen zu meiden oder in stressigen Situationen einen Rauchersatz (wie etwa ein Kaugummi oder Bonbon) parat zu haben.

Im Unterschied zur körperlichen Abhängigkeit lässt sich die psychische Abhängigkeit nicht auf einen bestimmten Zeitraum begrenzen. Sie können die psychische Abhängigkeit am besten besiegen, wenn Sie sich deren Mechanismen bewusst machen und Gegenmechanismen entwickeln. Falls notwendig lohnt es sich, dafür professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Foto: © charnsitr - Shutterstock.com

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Letztes Update am 4. März 2017 06:16 von SilkeCCM.
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