Passivrauchen

Juni 2017
Wer sich nicht selbst eine Zigarette oder Zigarre anzündet, sondern den Rauch von Anderen im selben Raum einatmet, raucht passiv mit - meist unfreiwillig. Passivrauchen ist zwar nicht genauso schädlich wie das Rauchen selbst, kann aber dieselben Symptome auslösen.


Folgen von Passivrauchen

So begünstigt Passivrauchen die Entstehung von Asthma, chronischer Bronchitis und Krebserkrankungen, vor allem Lungenkrebs.

Am Arbeitsplatz ist Passivrauchen Studien zufolge Krebsauslöser Nummer Eins. Wer als Nichtraucher mit einem Raucher zusammenlebt, erhöht sein Risiko für einen Herzinfarkt um 25 Prozent und verdoppelt sein Risiko eines Schlaganfalls.

Besonders Kinder, die zu Hause mitrauchen müssen, sind gefährdet und entwickeln häufig Atemwegserkrankungen wie Nasen- und Rachenschleimhautentzündung (Rhinopharyngitis), Asthma und chronische Bronchitis sowie Mittelohrentzündungen.

Todesfälle durch Passivrauchen

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation, WHO, sterben weltweit jährlich 600.000 Menschen an den Folgen von Passivrauchen. In Deutschland gehen rund 3.300 Todesfälle pro Jahr auf diese Ursache zurück. Dies entspricht 0,3 Prozent aller jährlichen Todesfälle in Deutschland. Damit sterben mehr Menschen durch Passivrauchen als durch illegale Drogen.

Rauchverbot an öffentlichen Plätzen

Nach der Einführung eines Nichtraucher-Gesetzes in Italien hat sich die Anzahl der Schlaganfall-Patienten um elf Prozent verringert, in Schottland sogar um 17 Prozent.


Auch in Frankreich gibt es seit 2008 ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit. Seitdem gibt es auch 15 Prozent weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle - und dieser Rückgang wurde laut einem französischen Verein für Suchtprävention bereits in den ersten zwei Monaten nach dem Verbot verzeichnet.

Außerdem treten seit dem Rauchverbot weniger Atem- und Augenprobleme bei Angestellten in französischen Restaurants und Gaststätten auf. Diese Effekte zeigen eindeutig, dass Passivrauchen schädlich ist.

Durch das Verbot sind Nichtraucher 80 Prozent weniger passivem Konsum ausgesetzt. Die Zahl der aktiven Raucher ging durch die neue Gesetzgebung allerdings nicht zurück.

Schutz vor Passivrauchen in Deutschland

Seit 2006 darf in Deutschland nicht mehr für Tabakerzeugnisse in den Medien geworben werden. Seit September 2007 gilt ein gesetzliches Rauchverbot an öffentlichen Plätzen, in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Gaststätten.


Während einige Bundesländer Ausnahmen erlauben, wie zum Beispiel abgetrennte Räume für Raucher, gilt das Rauchverbot in anderen generell ohne Ausnahmen.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.nichtraucherschutz.de.

Kampagne zum Schutz von Kindern vor Passivrauchen

Etwa 700 Millionen Kinder sind vom Passivrauchen betroffen, das sind fast die Hälfte aller Kinder auf der Welt. Allein in Deutschland leben etwa acht Millionen Kinder in einem Haushalt mit mindestens einem Raucher.


Die "Internationale Vereinigung gegen Krebs", UICC, hat deshalb 2008 gemeinsam mit weiteren Organisationen eine Kampagne gestartet, um besonders Kinder vor Passivrauchen zu schützen. Mit dieser Kampagne sollen Raucher zu einem verantwortungsvollen Verhalten gegenüber Kindern animiert werden.

Unter dem Motto "Verraucht meine Kindheit nicht" appelliert die Kampagne an die Erwachsenen zu vermeiden, zu Hause oder im Auto zu rauchen, den Kindern zu empfehlen, selbst nicht zu rauchen, und ihnen zu erklären, dass Passivrauchen gefährlich ist.

Außerdem sollten sie während der Schwangerschaft oder in der Nähe von schwangeren Frauen aufs Rauchen verzichten und Tagesstätten mit Rauchverbot für ihre Kinder bevorzugen.

Sie selbst sollten sich vom Arzt aufklären lassen über Methoden, mit dem Rauchen aufzuhören, und Letzteres möglichst auch auch tun, um ein Vorbild für ihre Kinder zu sein.

Foto: © Marcel Clemens – Shutterstock.com

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Letztes Update am 10. März 2017 03:34 von SilkeCCM.
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