Auswirkungen von Rauchen auf die Gesundheit

April 2017
Rauchen kann tödlich sein: Das steht inzwischen auf vielen Zigarettenpackungen. Auch wenn die Zahl der Raucher in Deutschland laut Statistik seit Jahren deutlich zurückgeht, ist Rauchen immer noch die häufigste vermeidbare Todesursache in den Industrieländern.


Wie schädlich ist Rauchen?

Durch Aufklärungskampagnen, das Verbot der Tabakwerbung und Warnhinweise auf den Verpackungen sind die Auswirkungen von Rauchen auf Gesundheit und Lebensqualität in den letzten Jahren viel bekannter geworden.


Durch das Rauchverbot an öffentlichen Plätzen wurde die Gesellschaft außerdem dafür sensibilisiert, dass Raucher nicht nur sich selbst gefährden, sondern auch ihre Mitmenschen, die passiv mitrauchen müssen.

Die gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums zeigen sich in schleichend verlaufenden Erkrankungen, die alle Organe betreffen können.

Die Dauer des Konsums ist einer der wichtigsten Risikofaktoren. Doch auch Personen, die nur wenige Zigaretten am Tag rauchen, sind vor Gesundheitsschäden nicht geschützt. Wer über einen Zeitraum von 20 Jahren fünf bis zehn Zigaretten am Tag raucht, ist ebenso gefährdet, infolge des Tabakkonsum zu erkranken, wie starke Raucher.

Rauchen und Krebs: Zahlen und Fakten

Tabakkonsum erhöht nachweislich das Krebsrisiko. Besonders das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist für Raucher sehr hoch. Mehr als 85 Prozent aller Lungenkrebsfälle gehen auf aktiven Tabakkonsum zurück, fünf Prozent auf passiven Konsum.

Der Rauch und die krebserregenden Stoffe, die beim Abbrennen einer Zigarette entstehen, gelangen durch das Einatmen und über den Speichel in die Organe und lagern sich dort ab.

Karzinome durch Rauchen entstehen vor allem in der Lunge, im Rachenraum und an der Zunge, aber auch im Verdauungstrakt und in der Harnblase. 50 Prozent der Harnblasenkarzinome stehen in Zusammenhang mit Tabakkonsum.

Generell ist eine von drei Krebserkrankungen aufs Rauchen zurückzuführen. Dabei erhöht sich das Risiko mit den Jahren des Konsums. Aber auch die Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag und die Art der Inhalation spielen für das Erkrankungsrisiko eine Rolle.

Weitere gesundheitliche Folgen und Risiken für Krankheiten

Sogenannte Light-Zigaretten, die weniger schädliche Inhaltsstoffe enthalten, ist mindestens genauso ungesund, denn dieser Rauch wird tiefer inhaliert und schädigt so vor allem die kleinen Atemwege.


Wer mit dem Rauchen aufhört, verringert zwar sein Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Allerdings ist das Krebsrisiko bei Ex-Rauchern immer noch höher als bei Personen, die noch nie geraucht haben. Onkologen empfehlen ehemaligen Rauchern daher, noch mindestens zwei Jahre nach dem Aufhören besonders auf ihre Lungen zu achten.

Kardiovaskuläre Krankheiten

Neben Krebs verursacht Tabakkonsum weitere Krankheiten. Er ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz- und Gefäßkrankheiten. Herzinfarkt, Bluthochdruck, arterielle Verschlusskrankheit der Beine, Schlaganfall, erektile Dysfunktion und Thrombose, eine Verstopfung der Venengefäße durch ein Blutgerinnsel, kommen bei Rauchern häufiger vor als bei Nichtrauchern.


Rauchen fördert die Bildung von Ablagerungen in den Arterien. Diese werden dadurch teilweise oder vollständig blockiert. Die Verengung der Arterien kann zu einer sogenannten Angina Pectoris führen. Eine Angina Pectoris wird durch verstopfte Herzkranzgefäße ausgelöst und geht mit Schmerzen im Brustbereich einher. Wenn die Arterie, die den Herzmuskel versorgt, vollständig verstopft, führt dies zu einem Herzinfarkt. 80 Prozent aller Herzinfarktopfer unter 45 Jahren sind Raucher.

Zerebrale Probleme wie Schlaganfälle oder Lähmungen können auftreten. Eine erektile Dysfunktion entsteht aufgrund von Verkalkungen in den Penisarterien. Frauen über 40, die die Pille einnehmen und rauchen, haben ein 40 Mal höheres Risiko für Venenthrombosen.

Allergien

Tabak ist ein Reizstoff und erhöht das Risiko für eine allergische Entzündung an Nase und Augen. Tabak selbst löst in der Regel keine Allergien aus, kann aber allergische Reaktionen bedeutend verstärken. So fühlen sich Allergiker oft stark von Rauchern beeinträchtigt.


Lediglich bei Personen, die ständig mit Tabak in Kontakt kommen (wie zum Beispiel Arbeiter in Tabakfabriken) können Tabakallergien auftreten.

Asthma und chronische Bronchitis

Rauchen ist die häufigste Ursache für Erkrankungen der Atemwege wie chronische Bronchitis oder Asthma. Der im Zigarettenrauch vorhandene Teer haftet an den Härchen in den Innenwänden der Atemwege.

Tabakkonsum kann Asthma daher verstärken und zusammen mit anderen Faktoren einen Asthmaanfall auslösen. Die meisten Asthmatiker fühlen sich in der Umgebung von Rauchern stark beeinträchtigt.

Auch die Entstehung von chronischer Bronchitis hängt bedeutend mit dem Tabakkonsum zusammen. Symptome einer chronischen Bronchitis sind Atemnot und Husten mit Auswurf, der besonders am Morgen auftritt. Die Atemnot verstärkt sich mit der Zeit und tritt bei immer leichteren Tätigkeiten auf. Chronische Bronchitis führt jährlich zu über 2,5 Millionen Todesfällen weltweit.

In Deutschland leiden zehn bis zwölf Prozent der Bevölkerung unter chronischer Bronchitis. Eine chronische Bronchitis kann zu einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) führen. Schätzungen zufolge sind davon in Deutschland drei bis fünf Millionen Menschen betroffen. In den USA sind es etwa 16 Millionen und weltweit rund 600 Millionen Menschen.

Eine COPD kann sich bis zu einer Ateminsuffizienz verschlimmern. Eine Ateminsuffizienz geht mit Atemnot bei geringster Belastung einher. Die Patienten sind häufig im Krankenhaus und benötigen auch zu Hause Sauerstoff. 80 Prozent der Todesfälle durch chronische Bronchitis oder Lungenemphysem hängen mit dem Rauchen zusammen.

Weitere Auswirkungen auf den Körper

Die Haut von Rauchern altert sichtbar schneller. Die elastischen Hautfasern werden durch den Tabak abgebaut. Die Folge: Faltenbildung. Die Hautfarbe ändert sich hin zu einem öligen, leicht-gräulichen Teint. Bei Personen, die mit dem Rauchen aufhören, normalisiert er sich wieder.


Tabak fördert Mundgeruch. Die Zähne verfärben sich gelb. Die Wundheilung verläuft allgemein langsamer. Bei Rauchern treten häufiger Infektionen auf im Bereich von Hals, Nasen und Ohren. So leiden sie vermehrt an Angina, Schnupfen, Kehlkopf- und Mittelohrentzündung.

Personen, die starke Raucher sind, haben oft eine kratzige "Raucherstimme".

Rauchen und Operationen

Rauchen ist ein Risikofaktor für postoperative Komplikationen, da das Auftreten von kardiovaskulären, respiratorischen und infektiösen Komplikationen begünstigt wird. Außerdem beeinträchtigt Rauchen wie schon erwähnt die Wundheilung.


Um Komplikationen zu verhindern, ist es empfehlenswert, das Rauchen sechs Wochen vor operativen Eingriffen einzuschränken.

Foto: © Stootsy - Shutterstock.com

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Letztes Update am 3. März 2017 04:00 von SilkeCCM.
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