Welche Inhaltsstoffe sind in Zigaretten enthalten?

Juli 2017
Beim Rauchen entstehen zahlreiche giftige Substanzen. Eine angezündete Zigarette wird Experten zufolge zu einer "richtigen Chemiefabrik".


Welche Inhaltsstoffe sind in Zigaretten enthalten?

Eine Zigarette besteht aus Tabak, Nikotin, Teer, Arsen, Aceton, Zusatzstoffen sowie Geschmacks- und Verdickungsmitteln. Insgesamt kommen im Zigarettenrauch etwa 4.000 verschiedene Substanzen vor, von denen mindestens 40 krebserregend sind und 200 giftig.


Beim Anzünden einer Zigarette entstehen Benzol, Kohlenmonoxid, Stickstoffmonoxid, Blausäure und Ammoniak sowie Metalle wie Blei, Quecksilber und Chrom. Wenn eine Person eine Zigarette raucht, vermischen sich alle Inhaltsstoffe und bilden einen klebrigen Teer, der sich in den feinen Härchen der Lunge festsetzt und diese verklebt.

Inhaltsstoffe in Zigaretten und ihre Wirkung

Nikotin

Nikotin ist ein natürlicher Bestandteil von Tabak. Die Konzentration variiert je nach verwendetem Pflanzenteil. Deshalb enthalten alle Zigaretten Nikotin. Der Stoff selbst ist zwar nicht krebserregend, macht aber stark abhängig.

Nikotin stimuliert das Nervensystem und wirkt auf die vegetativen Ganglien erst anregend, dann lähmend. Nikotin braucht etwa acht Sekunden, bis es ins Hirn gelangt und dort sehr schnell ein Gefühl von Entspannung und Vergnügen auslöst, das Stressempfinden dämpft und das Hungergefühl bremst.

Daneben hat es einen psychisch stimulierenden Effekt. Auch der Herzschlag wird durch Nikotin gesteigert, was den Blutdruck erhöht. Eine Überdosis Nikotin ist giftig und lähmt das Atemzentrum im Gehirn.

Teer

Teer wird beim Rauchen der Zigarette freigesetzt und haftet an den Innenwänden von Mund, Rachen und Bronchien. Der im Zigarettenrauch vorhandene Teer ist aus zahlreichen chemischen Substanzen zusammengesetzt, die zum Teil stark krebserregend sind. Dazu zählen zum Beispiel Kohlenwasserstoffe, Benzole sowie anorganische Stoffe.


Teer ist die Substanz, die am häufigsten für Krebserkrankungen durch Tabakkonsum verantwortlich ist. Eine Person, die eine Packung Zigaretten am Tag raucht, inhaliert pro Jahr 250 Milliliter Teer, die sich in den Lungenflügeln absetzen - das entspricht dem Volumen von zwei Bechern Joghurt.

Kohlenmonoxid (CO)

Kohlenmonoxid bindet sich ans Hämoglobin der roten Blutkörperchen und blockiert deren Fähigkeit zum Sauerstofftransport. Raucher, die stark an der Zigarette ziehen, tragen dazu bei, dass sich vermehrt Kohlenmonoxid an das Hämoglobin anheftet.


Der Körper benötigt etwa sechs Stunden, um Kohlenmonoxid aus dem Blut auszuscheiden. In hoher Konzentration ist Kohlenmonoxid tödlich.

Zusatzstoffe

Dem Tabak werden noch bestimmte Zusatzstoffe beigefügt. Manche dieser Zusatzstoffe geben bei der Verbrennung giftige Stoffe ab.

Reizstoffe

Aceton, Phenole und Blausäure sind Reizstoffe, die die Schleimhäute der Bronchien, der Nase und der Augen angreifen. Blausäure ist einer der giftigsten Stoffe im Tabakrauch.

Zigarren

Zigarren sind giftiger als Zigaretten, da Zigarrenrauch nicht gefiltert wird und das Tabakblatt, mit dem die Zigarre umwickelt ist, das Verdampfen der beim Rauchen erzeugten Substanzen verhindert. Zigarrentabak enthält zudem mehr höchst krebserregendes N-Nitroso-Nornikotin (NNN) als Zigaretten.

Light-Zigaretten

Zahlreiche Experten haben bewiesen, dass auch Light-Zigaretten gefährlich sind und dass der Rauch dieser Zigaretten dieselben Risiken hat wie der Rauch normaler Zigaretten.


Der Filter von Light-Zigaretten hat viele kleine Löcher, die Luft herein- und Rauch herauslassen. Da diese Öffnungen allerdings meist von Fingern oder Mund bedeckt werden, haben die Filter keine schützende Funktion.

Um den Nikotinbedarf zu decken, rauchen Raucher meist mehr Light-Zigaretten und tendieren zu häufigeren und intensiveren Zügen, wodurch die Lungenbläschen und kleinen Bronchien hohen Mengen an toxischen Stoffen ausgesetzt sind.

Bidis

Bei Bidis handelt es sich um handgewickelte indische Zigaretten, die aus Tabak bestehen, der in Eukalyptusblätter gewickelt ist. Bidis geben dreimal mehr Kohlenmonoxid und Nikotin und fünfmal mehr Teer als normale Zigaretten ab. Bidis haben zudem keinen Filter und die Blätter, mit denen der Tabak umwickelt ist, sind porös. Deshalb atmen Raucher öfter und tiefer ein, um zu verhindern, dass die Bidi ausgeht.


Studien haben gezeigt, dass das Risiko für Krebs im Lungen-, Mund-, Speiseröhren- und Magenbereich bei Bidi-Rauchern höher ist als bei Nichtrauchern. Außerdem haben Bidi-Raucher ein dreimal so hohes Risiko für Herzinfarkt und ein viermal so hohes Risiko, eine chronische Bronchitis zu entwickeln.

Loser Tabak

Die Erhöhung der Zigarettenpreise hat dazu geführt, dass immer mehr Raucher losen Tabak konsumieren. Die meisten Raucher von selbstgedrehten Zigaretten sind sich der Risiken des Tabakkonsums nicht bewusst, denn Zigaretten aus losem Tabak sind viermal so schädlich wie normale Zigaretten. Dies liegt zum einen daran, dass selbstgedrehte Zigaretten meist filterlos geraucht werden. Zum anderen enthält loser Tabak vier- bis sechsmal so viel Nikotin und Teer wie normale Zigaretten.


Foto: © antoniomas – Shutterstock.com

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Letztes Update am 24. April 2017 10:07 von SilkeCCM.
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