Männliche Sterilität

April 2017


Männliche Sterilität


Viele Menschen denken, dass die Ursachen für Zeugungsprobleme von Paaren in der Regel bei der Frau liegen. Allerdings können die Ursachen dafür auch beim Mann liegen.
  • In 10% bis zu 30 % aller Fälle ist eine Sterilität des Mannes die Ursache für Infertilität bei Paaren.
  • In 30 % aller Fälle liegen die Ursachen bei beiden Partnern.

Ursachen für männliche Sterilität haben keine sexuellen Störungen zur Folge. Die Fertilität hängt nicht mit der sexuellen Leistungsfähigkeit zusammen.

Anomalien der Samenzellen

  • Männliche Sterilität kann mit einer unzureichenden Qualität der produzierten Samenzellen, einer unzureichenden Produktion an Samenzellen oder Anomalien beim Vorankommen der produzierten Samenzellen zusammenhängen.
  • Oligospermie - darunter versteht man ein zu geringes Vorkommen von Samenzellen im Sperma. Normalerweise enthält Sperma mindestens 20 Millionen Samenzellen pro ml. Ein Wert von unter 10 Millionen Samenzellen pro ml. kann Ursache für Infertilität sein.
  • Azoospermie - das Sperma enthält überhaupt keine Samenzellen.
  • Asthenospermie - darunter versteht man einen Mobilitätsdefekt der Samenzellen, die somit Schwierigkeiten beim Vorankommen haben. Normalerweise kommen im Sperma mindestens 50% progressiv motile und mindestens 25 % schnell progressive Spermien vor. Liegt der Wert darunter, spricht man von Asthenospermie.
  • Nekrospermie - darunter versteht man eine erhöhte Anzahl von toten Samenzellen (> 50 %) im Sperma. Ursache dafür sind häufig Infektionen.
  • Teratospermie - darunter versteht man das vermehrte Auftreten nicht regulär geformter Spermien.
  • Oft treten mehrere Anomalien gemeinsam auf.

Andere Ursachen für männliche Sterilität


Sterilität kann häufig mechanisch, infektiös oder genetisch bedingt sein. Hormonelle Gründe sind selten ursächlich. Häufige Ursachen für männliche Sterilität sind:
  • Hodenverletzungen;
  • Nachwirkungen viraler Infektionen (insbesondere bei Mumps);
  • Sexuell übertragbare Infektionen;
  • Alkohol- und Tabakkonsum;
  • Strahlenschädigungen;
  • Varikozele (Krampfadernbildung im Hodenbereich);
  • Lageanomalie des Hodens (Ausbleiben des Absinkens der Hoden in den Hodensack im Laufe der embryonalen Entwicklung);
  • Chemotherapie;
  • Retrograde Ejakulation - das Sperma wird nicht nach außen, sondern in die Harnblase abgegeben;
  • Spermien- Antikörper - manche Männer bilden Antikörper gegen ihre eigenen Spermien. In diesem Fall sind Mobilität und Befruchtungsfähigkeit der Spermien eingeschränkt;
  • Bestimmte Leber- und Nierenkrankheiten;
  • Wiederholte Chemikalienexposition;
  • Verstopfung der Kanäle (Nebenhoden, Samenleiter), über die das Sperma nach außen gelangen muss;
  • Genetische Anomalien: z.B. das Klinfelter-Syndrom, ein angeborener Gendefekt, bei dem zugleich eine Hodenatrophie, Azoospermie (Fehlen von Spermien im Ejakulat) und Gynäkomastie vorkommen.


In 10% bis 15 % aller Fälle wird weder beim Mann noch bei der Frau eine Ursache für die Infertilität des Paares festgestellt.

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Letztes Update am 20. März 2012 18:53 von Dr. Blattmann.
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