Sexuelle Störungen bei Frauen

Dezember 2017
Ist ein befriedigender Geschlechtsverkehr durch psychische oder körperliche Ursachen gestört, spricht man von sexuellen Funktionsstörungen. Bei der Frau sind das am häufigsten Schmerzen beim Sex und Scheidenkrämpfe, die ebenfalls zu Schmerzen führen.


Schmerzen beim Sex: Dyspareunien

Wenn bei einer Frau während des Geschlechtsverkehrs Schmerzen auftreten, spricht man von Dyspareunie. Diese Schmerzen beim Sexualverkehr sind oft brennend oder krampfartig und treten im Bereich der Vagina oder im Bauch auf.



Die Schmerzen im Unterleib können nach dem Geschlechtsverkehr nachlassen oder auch andauern.

Bei primären Dyspareunien treten die Schmerzen bereits bei den ersten sexuellen Kontakten auf, zum Beispiel beim Eindringen des Mannes.

Bei sekundären Dyspareunien treten die Schmerzen erst später auf, zunächst verläuft der Geschlechtsverkehr noch schmerzlos. Für diese Art von Dyspareunien ist oft eine Infektion verantwortlich.

Es gibt zahlreiche mögliche Gründe für diese sexuellen Funktionsstörungen, darunter wiederholte vaginale Pilzkrankheiten, Infektionen des Uterushalses, ein Dammriss, ein Dammschnitt, Eierstockzysten und Endometriose. Manchmal kann auch eine Fehlbildung zu Dyspareunien führen. Außerdem kann es psychologische Ursachen geben.

Durch Schmerzen, die bei Dyspareunien auftreten, kann die Frau die Lust am Sex verlieren. Aufgrund der Schmerzen kann eine große Angst vor der Penetration entstehen. Durch die Angst sind die Muskeln um die Vagina zusätzlich angespannt, was den ursprünglichen Schmerz noch verstärkt. Eine Therapie sollte daher unbedingt erfolgen.

Scheidenkrampf - Vaginismus

Ein Vaginismus ist ein Krampf in der Scheide, der jegliche vaginale Penetration verhindert. Die vaginalen Muskeln verengen sich derart, dass der Penis nicht in die Scheide eingeführt werden kann, ohne dass dabei starke Schmerzen ausgelöst werden.


Die beim Vaginismus empfundenen Schmerzen sind unterschiedlich: Einige Frauen leiden unter von einem leichten Zwicken, andere Frauen spüren einen starken brennenden Schmerz.

Primärer Vaginismus

Der primäre Vaginismus ist die häufigste Form und tritt bereits bei den ersten sexuellen Kontakten auf. Die Frau fühlt den Schmerz zum Beispiel auch beim Einführen eines Tampons oder bei einer gynäkologischen Untersuchung mit Spekulum.


Frauen, die davon betroffen sind, empfinden oft Scham, Ekel und Schuldgefühle in Bezug auf ihre Sexualität und Sex im Allgemeinen. Deshalb wird die Störung manchmal auch "Koitusphobie" genannt.

Die Geschlechtsorgane selbst weisen keine Anomalien auf.

Sekundärer Vaginismus

Sekundärer Vaginismus tritt erst später auf, nach einer Phase, in der sexuelle Kontakte noch schmerzlos ablaufen. Mögliche Gründe dafür sind unter anderen sexueller Missbrauch, ein psychologischer Schock, ein zu brutaler Partner und sexuell übertragbare Krankheiten.

Ursachen für Vaginismus

Scheidenkrämpfe liegen oft an der Unkenntnis des eigenen Körpers. Die Frau kennt ihren Körper und ihre Sexualorgane - insbesondere die Vagina und Klitoris - schlecht. Viele Frauen, die von Vaginismus betroffen sind, befriedigen sich nicht selbst.

Gründe für Vaginismus können zudem eine strenge Erziehung und sexueller Missbrauch in der Kindheit sein.

Ein zu dickes Hymen als "mechanische Anomalie" kann ebenfalls zu Schmerzen bei sexuellen Kontakten führen. Diese Anomalie ist allerdings keine Ursache für einen Vaginismus.

Was tun bei Vaginismus?

Zögern Sie einen Besuch bei einem Arzt Ihres Vertrauens nicht hinaus. Der kann Sie dann an einen Spezialisten weiterleiten, zum Beispiel an einen Sexualtherapeuten.


Ist der Vaginismus durch psychologische Ursachen bedingt, kann der Frau oft eine Psychotherapie oder eine Psychoanalyse helfen. Dabei sind das Entdecken und das Akzeptieren des eigenen Körpers ein wichtiger Schritt.

Behandlung durch einen Spezialisten

Er ist vor allem nötig, die Gründe zu verstehen, die die Krämpfe und damit die Schmerzen verursachen. Dieser Prozess kann mehrere Wochen oder länger in Anspruch nehmen. Wenn die Ursachen klar sind, kann die Frau lernen, ihre Sexualität besser auszuleben.


Zur Therapie gehören das Kennenlernen des eigenen Körpers, vor allem der Funktion von Scheide und die Klitoris, eine Entdramatisierung des Geschlechtsakts, der Abbau von Schuldgefühlen und die Einsicht, dass sich viele Frauen in dieser Situation befinden.

Begleitend dazu werden Muskelübungen durchgeführt, um die Funktionsweise der verschiedenen Körperteile, insbesondere der erogenen Zonen, besser zu verstehen.

Während der ersten Wochen der Behandlung sind Zärtlichkeiten möglich, sexuelle Kontakte werden allerdings nicht empfohlen. Nach einigen Behandlungswochen ist dann auch Geschlechtsverkehr oft wieder möglich.

Foto: © Piotr Marcinski - Shutterstock.com

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Letztes Update am 22. November 2017 07:50 von SilkeCCM.
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