Exzessives Schreien: Welche Krankheiten können dahinter stecken?

März 2017


Was ist exzessives Schreien?

Als exzessives Schreien im Säuglingsalter werden unstillbare, dauerhafte Schrei- und Unruheattacken bei Babys bezeichnet. Die Schreiattacken können auf eine harmlose Anpassungsstörung oder auch auf ernsthafte Krankheiten hindeuten. Deshalb sollten Sie zunächst einen Kinderarzt aufsuchen, der einen krankhaften Hintergrund der Schreiattacken ausschließen kann.
Folgende Störungen lösen häufig Schreiattacken bei Babys aus:

Verdauungsstörungen

  • Reflux-Schmerzen;
  • Schmerzen im Zusammenhang mit Koliken;
  • Schmerzen im Zusammenhang mit Anomalien im Verdauungsapparat;
  • etc.

Zähne

Viele Kinder weinen, wenn sie zahnen. Zusätzlich zu den Zahnschmerzen können unterschiedliche Symptome auftreten:
  • Fieber;
  • Schlafstörungen;
  • Ausschlag auf den Wangen;
  • Verdauungsprobleme.

Psychische Probleme

Beim Baby

  • psychische Unruhezustände beim Baby;
  • allgemeines Unbehagen, unspezifische Klagen.

Bei den Eltern

  • Wenn die Eltern schlecht gestimmt, gestresst oder depressiv sind, kann sich diese Stimmung auf das Kind übertragen. Auch Probleme in der Interaktion unter den Eltern oder zwischen Eltern und Kind können für eine exzessive Schreisymptomatik verantwortlich sein.


Wenn das Baby exzessiv schreit, sollte der Arzt eine ausführliche Untersuchung durchführen. Dazu gehört:
  • medizinische Anamnese;
  • Beschreibung des Symptoms (wann, wie lange, unter welchen Umständen, wie tritt Besserung ein? etc.)
  • bereits versuchte Behandlungsansätze;
  • Beruhigungsmethoden;
  • Gewichtskurve;
  • Ablauf der Nächte;
  • psychosomatische Anamnese;
  • Verlauf der Schwangerschaft;

Verlauf der Geburt;
  • Befürchtungen der Eltern;
  • Stimmung der Eltern;
  • Beobachtung der Eltern-Kind-Interaktion;
  • Beobachtung des Kindes;
  • Etc.

Das Schütteltrauma

Nach der Geburt des Kindes stürzen viele neue Herausforderungen auf die frisch gebackenen Eltern ein: Zu den neuen Aufgaben als Eltern leiden viele Mütter nach der Geburt des Kindes unter Schlafmangel, zudem verändert sich häufig die Paarbeziehung und das berufliche Umfeld. Wenn das Baby ständig schreit, ertragen einige Eltern dies nicht. In solchen Situationen kommt es zum Teil zu Kindesmisshandlungen in Form eines Schütteltraumas.
Wenn Sie ein Kind schütteln, wird das Gehirn durch Dreh- und Scherkräfte schwer verletzt. Durchblutungsstörungen und unterbrochene Nervenbahnen führen zu einem Hirnödem, welches mitunter erst Wochen später zu Symptomen führen kann.
Der Kopf ist bei Kindern im Verhältnis zum Körper sehr groß, die Halsmuskulatur ist jedoch grade bei Neugeborenen noch schwach - Kinder haben im Säuglingsalter Schleuderbewegungen nichts entgegenzusetzen. Deshalb können Schleuderbewegungen schwere Verletzungen verursachen.
  • Schätzungen gehen von 100 bis 200 Fällen in Deutschland aus.
  • Die betroffenen Babys sind in der Regel unter 6 Monate alt.
  • 30%-70% der Babys versterben an den Folgen.

Symptome

Durch heftiges Schütteln können im Gehirn von Babys Hirnblutungen und Ödeme entstehen. Außerdem entstehen Blutungen zwischen Schädeldecke und Gehirn, die das weiche Hirngewebe komprimieren können. Folgende Symptome können auftreten:
  • Erbrechen;
  • Schwächeanfall;
  • Bewusstlosigkeit;
  • epileptischer Anfall
  • Atemstillstand;
  • Herzstillstand;
  • Lähmungen:
  • Verlust der Sehkraft;
  • Tod (in 9% der Fälle)
  • etc....

Diagnose

Ärzte sollten bei folgenden Auffälligkeiten eine Schütteltrauma in Erwägung ziehen:
  • Das Baby ist häufig erst wenige Monate alt (<3 Monate) ;
  • Status convulsivus, epileptischer Anfall;
  • verspätetes Aufsuchen des Arztes;
  • Anzeichen für ein subdurales Hämatom.

Mehr Informationen

www.frauenheilkunde-aktuell.ch
www.schreiambulanz.de
www.schreiambulanz.de
www.schreibaby.de

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