Die Behandlung von Allergien

März 2017

Die Behandlung von Allergien





Es existiert keine einheitliche Behandlung von Allergien, vielmehr wird jeder Patient gemäß seiner speziellen Symptome therapiert.
  • Ziel der Behandlung sollte die Bekämpfung der Symptome sein.
  • Ihr Arzt sollte Sie aber auch darüber aufklären, wie Sie eine Allergendisposition so gering wie möglich halten können.
  • Mittels einer Desensibilisierung können Allergiesymptome einiger bestimmter Allergien gemindert werden.
  • In einigen Fällen ist auch eine Heilung durch Desensibilisierung möglich.

Tipps zum Vermeiden von Allergenen

  • Wenn Sie allergisch reagieren, gilt es zunächst herauszufinden, welches Allergen für die Symptome verantwortlich ist. Wenn möglich, sollten Sie jeglichen Kontakt mit dem Allergen vermeiden. Sollte dies nicht möglich sein, gilt es, die Allergenexposition so weit wie möglich zu mindern.
  • Welche Maßnahmen Sie ergreifen müssen, um Allergenkontakte zu vermeiden, hängt natürlich von der Allergie ab.
  • Häufig ist es hilfreich, die Raumluft in Ihren Wohn- und Arbeitsräumen auf Allergene überprüfen zu lassen.
  • Obwohl es oft nicht möglich ist, alle Allergene aus dem Umfeld zu verbannen, gelingt es bei vielen Allergien allein durch diese Maßnahmen, die Krankheitssymptome zu mildern.

Arzneimitteltherapie


Eine Reihe an Medikamenten steht für die Therapie von Allergien zur Verfügung.

Antihistaminika

  • Antihistaminika mindern die Histaminausschüttung bei allergischen Reaktionen und wirken so entzündungshemmend.
  • Sie werden bei unterschiedlichen allergischen Erscheinungen wie beispielsweise bei allergischer Rhinitis, Konjunktivitis, Nesselsucht und Ekzemen verschrieben.
  • In der Therapie des allergischen Asthmas spielen Antihistaminika jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

Nebenwirkungen

  • Die häufigste unerwünschte Nebenwirkung ist Müdigkeit.
  • Achtung: Manche Antihistaminika dürfen während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Fragen Sie diesbezüglich ihren Arzt oder Apotheker.
  • Einige Antihistaminika können Sie rezeptfrei in der Apotheke kaufen.
  • Auch wenn die Präparate ihre allergischen Symptome lindern, sollten Sie als Allergiker einen Arzt konsultieren.

Für weitere Informationen

Kortikosteroide

  • Kortikosteroide sind Medikamente mit entzündungshemmenden Eigenschaften.
  • Sie kommen sowohl in Tablettenform als auch als Sirup oder als Spray zur Anwendung.
  • Kortikoide werden bei verschiedenen allergischen Symptomen und vor allem bei allergischem Asthma angewendet.
  • Bei allergischem Asthma werden Kortikosteroide inhaliert. Bei schweren Verläufen kann das Medikament auch in Tablettenform oder mittels Infusion angewandt werden.
  • Bei allergischer Rhinitis werden Kortikosteroide in Form eines Nasensprays angewandt. Schwere oder komplizierte Verläufe können auch mit Kortison in Tablettenform behandelt werden.
  • Die Nesselsucht wird mit Tabletten behandelt, bei hoch akuten Fällen kommen auch Infusionen in Frage.
  • Bei der Behandlung von Ekzemen stehen Kortikosteroide in Form einer Salbe oder für schwere Fälle in Tablettenform zur Verfügung.
  • Für Kinder werden Steroide in Tropfenform verabreicht.
  • Achtung: Lokal applizierte Kortikoide verfügen über ein geringeres Nebenwirkungsprofil als Kortikoide, die oral eingenommen werden.

Kortikosteroide in Tablettenform

  • Sollte Ihnen Ihr Arzt für einige Tage Steroide in Tablettenform verschreiben, müssen Sie kaum mit Nebenwirkungen rechnen.
  • Unerwünschte Wirkungen treten erst ein, wenn das Medikament über einen langen Zeitraum eingenommen werden muss.
  • Als häufige Nebenwirkungen gelten Gewichtszunahme und Hautatrophie.

Nebenwirkungen

  • Kortikosteroidhaltige Salben und Cremes können bei stetiger Anwendung auf der Haut Nebenwirkungen verursachen.
  • So kann das Präparat zum Beispiel die Barrierefunktion der Haut schwächen und zu einer Atrophie führen. Diese Nebenwirkungen treten besonders bei Kindern auf.
  • Deshalb müssen kortikoidhaltige Salben vom Arzt verschrieben werden.

Für weitere Informationen

Leukotrienantagonisten

  • Leukotriene sind Entzündungsmediatoren, die während einer allergischen Reaktion freigesetzt werden. Leukotrienantagonisten werden deshalb zunehmend in der Behandlung von allergischem Asthma und Rhinitis eingesetzt.

Lokale Behandlung von Allergien

  • Leukotrienantagonisten stehen zur lokalen Applikation bei allergischem Asthma und Rhinitis in Sprayform zur Verfügung.
  • Bei einer allergischen Rhinitis können entzündungshemmende Steroide, Antihistaminika, Natrium Cromoglycat oder Anticholinergika angewandt werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, die Nase mit einer Kochsalzlösung zu spülen.
  • Bei einer allergischen Konjunktivitis stehen als Antiallergika Augentropfen mit Cromoglicinsäure, Antihistaminika und Steroide zur Verfügung.

Die Behandlung von Asthma

Inhalative Bronchiodilatatoren

  • Kurzwirksame Bronchiodilatatoren in Sprayform entkrampfen die Bronchien und bringen bei einem Asthmaanfall schnell Linderung.
  • Viele Patienten können bereits 4-6 Minuten nach der Anwendung freier atmen und spüren eine deutliche Besserung.
  • Viele Asthmatiker verwenden Bronchiodilatatoren auch kurz vor dem Sport, um das Auftreten eines Asthmaanfalls zu verhindern.
  • Langwirksame Bronchiodilatatoren werden zur Dauertherapie bei Asthmatikern eingesetzt.
  • Langwirksame Bronchiodilatatoren werden meist zusammen mit Kortikosteroiden verschrieben. Um die Anwendung zu erleichtern, stehen auch Kombinationspräparate zur Verfügung.

Inhalative Kortikosteroide

  • Ein Großteil der Asthma-Patienten, die unter leichtem aber hartnäckigem, mittelschwerem oder sogar schwerem Asthma leiden, nimmt entzündungshemmende Medikamente ein. Diese können für einen kurzen Zeitraum oder auch als Dauertherapie verschrieben werden.
  • Die Präparate reduzieren die Entzündung in den Atemwegen und können so ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern.
  • Deshalb sind Kortikosteroide ein wichtiges Element bei der Behandlung von Asthma.
  • Inhalative Kortikosteroide stehen als Spray oder auch als Pulver zum Inhalieren zur Verfügung.
  • Kortikosteoide werden häufig in Kombination mit langwirksamen Bronchiodilatatoren verordnet.

Anticholinergika

  • Diese Medikamente werden zur Behandlung von Asthma eingesetzt.

Theophyllin


Theophyllinhaltige Medikamente werden seit langer Zeit in der Therapie eines mittelschweren und schweren Asthmas eingesetzt. Theophyllin kann schwere Nebenwirkungen hervorrufen und darf nicht überdosiert werden. Ihr Arzt wird Sie beraten.

Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten

  • Leukotrien-Antagonisten sind Medikamente, die Entzündungsmediatoren blockieren.
  • Deshalb spielen Sie eine wichtige Rolle bei der Asthmabehandlung.
  • Leukotrien-Antagonisten werden in Tablettenform eingesetzt.

Anti-IGE Medikamente

  • Anti-IGE Medikamente gehören zu einer neuen Sorte von Medikamenten, die bei schwerem allergischen Asthma verschrieben werden.

Mukolytische Medikamente/Schleimlöser

  • Diese Medikamente werden bei Asthma mit Hypersekretion verschrieben.

Antibiotika

  • Antibiotika werden bei sekundären Infektionen an Bronchien oder Nase verschrieben.
  • Sie werden auch bei anderen Infektionen wie Mittelohrentzündungen oder einer bakteriellen Mandelentzündung eingesetzt.

Atemtherapie

  • Eine Atemtherapie wird Asthmatikern häufig verschrieben.
  • In den Therapiesitzungen lernen Patienten leichter zu atmen, bei Beginn eines Asthmaanfalls die Atmung zu kontrollieren und verschiedene Geräte und Sprays richtig anzuwenden.
  • Besonders Kinder profitieren von der Therapie.

Desensibilisierung

  • Wie wirkt eine Desensibilisierung?
  • Die Desensibilisierung, auch Hyposensibilisierung oder Allergie-Impfstoff Therapie genannt, ist bislang die einzige Behandlung, die Allergien potentiell heilen kann.
  • Prinzip der Therapie ist es, den allergenen Impfstoff in steigenden Dosen zu verabreichen und den Körper so an das Allergen zu gewöhnen.
  • So können die Symptome einer Allergie mit der Zeit gelindert werden.
  • Eine Desensibilisierung kann sich teilweise über mehrere Jahre erstrecken, weshalb der Patient eine gute Therapiecompliance haben sollte.
  • Einige Patienten werden durch die Therapie von der Erkrankung vollständig geheilt.
  • Die Desensibilisierung wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausdrücklich zur Therapie von Allergien empfohlen.
  • Leider wissen über 80% der Allergiker nicht, dass diese Behandlung angeboten wird und dass Allergien mit der Desensibilisierung erfolgreich therapiert werden können.
  • Allerdings ist eine Desensibilisierung nicht bei allen Allergien möglich.
  • Der Arzt muss dafür sorgen, dass der Patient in der Lage ist, sich der Behandlung zu unterziehen.

Fakten zur Desensibilisierung

  • Eine Desensibilisierung verursacht keinesfalls neue Allergien! Im Gegenteil verhindert sie das Auftreten von neuen allergischen Reaktionen.
  • Viele Betroffene denken nach wie vor, dass die Desensibilisierung beispielsweise gegen die Pollenallergie eine andere Allergie, wie die Milbenallergie, provoziert.
  • Sinn der Desensibilisierung ist es, neuen Allergien vorzubeugen.
  • Eine Desensibilisierung dauert 3-5 Jahre. Dies mag lang erscheinen, aber: Allergien sind chronische Erkrankungen, die Patienten ohne Therapie über einen sehr langen Zeitraum belasten.
  • Und nicht alle Allergiker können von dieser Behandlung profitieren.
  • Vor Beginn einer Desensibilisierung muss der Arzt Sie sorgfältig über den Behandlungsplan, Nebenwirkungen und Risiken aufklären.
  • Es sollte auch besprochen werden, dass die Behandlung einer Milben- oder Pollenallergie abgebrochen werden muss, falls ein Jahr nach Therapiebeginn keine Besserung auftritt.
  • Der Therapieerfolg ist also nicht garantiert. Dem Patienten sollte ausreichend Bedenkzeit eingeräumt werden, um sich für oder gegen eine Desensibilisierungstherapie zu entscheiden.

Weniger Injektionen - Die orale Desensibilisierung

  • Eine Methode, die heute in mehr als 70% der Fälle verwendet wird, ist folgende: Ein paar Tropfen des Allergens werden direkt unter die Zunge gegeben.
  • Im Mund werden sie nicht heruntergeschluckt, sondern verbleiben für 2 Minuten unter der Zunge, bis sie sich aufgelöst haben.
  • Dabei können lokale Reaktionen, Juckreiz und Beschwerden im Mundbereich auftreten.
  • Anzeichen von Schnupfen, Husten, Asthma oder Nesselsucht durch die Therapie sind sehr außergewöhnlich.
  • Zahlreiche Studien haben der Therapie eine gute Verträglichkeit bescheinigt.

Schwere allergische Reaktionen sind bisher nicht beobachtet worden.
  • Zur Desensibilisierung bei Pollenallergien wird es in naher Zukunft Tabletten geben, die man unter der Zunge zergehen lassen kann.

Injektionen

  • Eine der ältesten und bekanntesten Methoden der Desensibilisierung sind Injektionen mit Allergen-Extrakten, die mit einer feinen Nadel in den Oberarm injiziert werden. Dies sollte von einem Arzt oder einer Krankenschwester in einer Arztpraxis durchgeführt werden.
  • An der Einstichstelle können lokale Reaktionen wie Rötungen oder Schwellungen auftreten.
  • Allgemeine Reaktionen wie Rhinitis, Asthma oder Nesselsucht treten unter der Therapie selten auf. Falls dies der Fall sein sollte, würden die Symptome sehr rasch auftreten, so dass Sie diese noch in der Praxis bemerken würden. In diesem Fall kann der Arzt Antihistaminika, Bronchiodilatatoren oder Kortikosteroide verschreiben.
  • Schwere Reaktionen, wie ein anaphylaktischer Schock, sind glücklicher Weise absolute Ausnahmefälle.
  • Es ist notwendig, 20-30 Minuten nach der Injektion in der Arztpraxis zu bleiben und für ein paar Stunden auf Sport zu verzichten.

Desensibilisierung bei Bienen / Wespenallergie

  • Eine Desensibilisierung gegen Bienen- oder Wespengift kann bislang nur mittels Injektionen erfolgen. Der erste Teil der Behandlung muss im Krankenhaus stattfinden. Der Patient muss nach der Injektion dort einen halben oder ganzen Tag überwacht werden. Die darauffolgenden Sitzungen können in einer Arztpraxis durchgeführt werden.

Ergebnisse der Desensibilisierung

  • Je früher der Beginn der Desensibilisierung, desto besser sind die Chancen auf Heilung.
  • Eine Desensibilisierung reduziert das Risiko für die Entstehung neuer Allergien.
  • Eine Desensibilisierung kann bereits bei Kindern im Alter von 4 oder 5 Jahren vorgenommen werden.
  • Eine Desensibilisierung kann das Auftreten von Asthma bei Menschen mit allergischer Rhinitis verhindern.
  • Eine Desensibilisierung senkt den Verbrauch an symptomatischer Medikation.
  • Eine Desensibilisierung bei Milben- und Pollenallergien ist in 60-70% der Fälle erfolgreich.
  • Die Ergebnisse bei Bienen- und Wespenallergien sind hervorragend: Über 90% der Desensibilisierungen verlaufen erfolgreich.

Lesen Sie auch



Traitement des allergies
Traitement des allergies
Allergy treatments
Allergy treatments
Tratamientos para las alergias
Tratamientos para las alergias
Das Dokument mit dem Titel "Die Behandlung von Allergien" wird auf CCM Gesundheit (gesundheit.ccm.net) unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der Lizenzvereinbarungen dürfen Sie das Dokument verwenden, verändern und kopieren, wenn Sie dabei CCM Gesundheit deutlich als Urheber kennzeichnen.