Schwanger zu sein ist manchmal nicht einfach

Januar 2017


Schwanger zu sein ist manchmal nicht einfach

  • Auch wenn die Schwangerschaft ein einzigartiges Erlebnis im Leben einer Frau ist, finden in diesem Zeitraum tiefe psychologische Umbrüche statt, die nicht immer leicht zu verarbeiten sind.
  • Schwangere Frauen fühlen sich zunehmend gestresst.
  • Laut einer Studie hat jede zweite Frau Angst vor der Geburt.


Ein großer Teil der Frauen wagt es nicht, über Sorgen und Ängste zu sprechen. Viele Frauen glauben, dass von ihnen erwartet wird, in der Schwangerschaft glücklich zu sein und verhalten sich dementsprechend.
Wenn Ängste verdrängt werden, riskieren werdende Mütter eine Verschlechterung ihres Zustandes.
Die meisten Mütter wissen nicht, dass diese Ängste in der Schwangerschaft das Baby beeinträchtigen können.

Ursachen für Ängste

  • Zu viele Informationen: Mütter haben heutzutage einen "Informationsoverkill". Von allen Seiten strömen Ratschläge auf die Frauen ein (Familie, Freunde, Bücher, Zeitschriften, Zeitschriften, Programme, Lexika, Internet etc.).
  • Viele Frauen können die körperlichen Veränderungen und die Gewichtszunahme nur schwer akzeptieren und fühlen sich unattraktiv.
  • Frauen haben Angst, dass ihr Partner sie nicht mehr attraktiv findet.
  • Frauen sorgen sich um Ihren Arbeitsplatz.


Gespräche mit dem Arzt oder Angehörigen können Frauen helfen, mit diesen Ängsten umzugehen. Diskussionsforen können manchmal beruhigen, wenn Mütter entdecken, dass sie nicht allein mit ihren Ängsten sind.

Wie sich Ängste auf das Baby auswirken


Babys von ängstlichen oder depressiven Müttern haben ein höheres Risiko an Schlafstörungen zu leiden. In der Fachzeitschrift "Early Human Development" wurde 2007 eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass die Beeinträchtigung der Schlafqualität bei Neugeborenen negative Auswirkungen auf die Gesundheit und Entwicklung haben kann.

Der Baby Blues


Die Zeit nach der Geburt kann schwierig sein. Einige Frauen leiden unter einer Wochenbettdepression, die auch unter der Bezeichnung "Baby Blues" bekannt ist.
Bei einer Wochenbettdepression:
  • werden die Folgen der Schwangerschaft und Geburt physisch und psychisch kaum ertragen.
  • hat der Schlafmangel erhebliche Auswirkungen auf die psychische Verfassung der Mutter.
  • fühlt sich die Mutter überfordert.
  • fällt es Frauen schwer, die Änderung Ihres "Status" zu akzeptieren.


Anzeichen für eine Wochenbettdepression treten in der Regel innerhalb von drei Tagen nach der Geburt auf und können bis zu zehn Tage andauern.
Folgende Anzeichen sind typisch:
  • Überempfindlichkeitsreaktionen;
  • Traurigkeit;
  • Krisen;
  • Häufiges Weinen;
  • Schlafstörungen, Schlaflosigkeit;
  • Stress;
  • Angst;


Dieser Zustand dauert einige Tage an. Die meisten Mütter erholen sich innerhalb weniger Tage. Ein Baby Blues kann sich aber auch zu einer Depression entwickeln und länger andauern.

Die postnatale Depression


Die postnatale Depression ist seltener und heftiger als der Baby-Blues. Mehr als 10% der Frauen sind davon betroffen.
Die postnatale Depression beginnt meist 6 bis 8 Wochen nach der Geburt, manchmal auch später.
Die Mehrheit der betroffenen Frauen ist sich nicht darüber bewusst, an einer postnatalen Depression nicht.
  • 10% bis 15% der Wochenbettdepressionen entwickeln sich zu einer postnatalen Depression.
  • Die postnatale Depression dauert häufig ca. 6 Monate bis 1 Jahr an.
  • Traurigkeit, Angst, Apathie, Müdigkeit, Schlafentzug, Isolation, Rückzug, Schwierigkeiten, das Kind zu versorgen, und das Gefühl, unfähig zu sein, können zur Entstehung von Depressionen beitragen.
  • Manche Mütter leiden an Depressionen, reden aber nicht darüber. Schlimmstenfalls sind Mütter nicht mehr in der Lage, sich um ihr Kind zu sorgen und ignorieren es.


Achtung: Eine postnatale Depression sollte frühzeitig erkannt und behandelt werden. Viele Frauen bitten nicht um Hilfe, weil sie sich schuldig fühlen, nicht "glücklich" zu sein.

Eine Wochenbettdepression kann auch Väter betreffen

  • Auch Väter können von Depressionen betroffen sein.
  • Diese Erkrankung ist unter Männer wenig akzeptiert.
  • Nur sehr wenige Männer sprechen über diese Probleme.
  • Es ist wichtig, sich über diese Ereignisse auszutauschen und sich der Herausforderung zu stellen, denen Männer als Väter gegenüberstehen.

Tipps, um nicht in einer schweren Depression zu versinken

  • Suchen Sie Einrichtungen auf, bei denen Sie sich öfter ausruhen können.
  • Halten Sie mit dem Baby einen Mittagsschlaf.
  • Bitten Sie um Hilfe im Haushalt
  • Beziehen Sie den Vater in die täglichen Aufgaben ein.
  • Sie sollten trotz des Kindes ausgehen, Sport treiben etc.
  • Isolieren Sie sich nicht, sprechen Sie mit Ihren Vertrauten, dem medizinischen Team oder dem Arzt, wenn Sie sich depressiv fühlen.
  • Konsultieren Sie einen Arzt, wenn Sie sich depressiv fühlen.
  • Die Behandlung kann entweder aus einer Psychotherapie oder aus einer Psychotherapie mit zusätzlicher medikamentöser Behandlung bestehen. Diese Sitzungen verbessern den Zustand der Mutter und die Beziehung zum Baby.
  • Es gibt Antidepressiva, die während der Stillzeit eingenommen werden können.

Negative Auswirkungen von Wochenbettdepression auf die kindliche Entwicklung


Viele Studien haben gezeigt, dass das Auftreten von Depression bei der Mutter, negative Auswirkung auf Kinder hat, da eine Mutter mit ausgeprägten Depressionen häufig nicht in der Lage ist, sich richtig um ihr Baby zu kümmern.
Die Studienergebnisse weisen darauf hin, dass das Auftreten von Depressionen beim Vater keinen negativen Effekt auf die Entwicklung von Kindern hat.

Anzeichen, die bei Säuglingen auftreten können


Wenn die Mutter unter Depressionen leidet, können beim Säugling folgende Anzeichen auftreten:
  • Schlafstörungen, Koliken, Durchfall, Erbrechen;
  • Verzögerte psychomotorische Entwicklung;
  • Traurigkeit;
  • Weigerung zu essen;
  • Schwierigkeiten bei der Anpassung an fremde Personen und andere Kindern Für weitere Informationen

Das Couvade-Syndrom


Als Couvade-Syndrom bezeichnen Wissenschaftler einen Zustand, der eintritt, wenn eine Frau schwanger ist und sich daraufhin eine Schwangerschaftssymptomatik beim Mann äußert. Das Couvade-Syndrom betrifft etwa 10-15% der Väter.
Manche Männer leiden unter Übelkeit, Kopfschmerzen und Magenbeschwerden, Gewichtszunahme, Hungergefühl Rückenschmerzen, Unterleibskontraktionen oder einem Baby Blues.

Die Verweigerung der Schwangerschaft

  • 600-1800 Frauen sind jedes Jahr von einer Verweigerung der Schwangerschaft betroffen.
  • 1-3 von 1000 Schwangeren sind betroffen.
  • Die Verweigerung der Schwangerschaft ist eine schwere psychiatrische Erkrankung. *Die Verweigerung der Schwangerschaft wird als ein unbewusster Akt einer schwangeren Frau definiert.
  • Die Verweigerung der Schwangerschaft ist ein Abwehrmechanismus gegen eine für die Mutter inakzeptablen Situation.
  • Frauen aus allen sozialen Schichten sind betroffen.
  • Frauen aus allen Altersklassen sind betroffen.
  • Auch Frauen, die bereits mehrere Kinder haben, können betroffen sein.
  • Die Frau akzeptiert ihren Körper nicht und ist nicht imstande, die Schwangerschaft zu akzeptieren.
  • Die Frau ist nicht auf die Geburt des Kindes vorbereitet.


Die Frau fühlt sich nicht schwanger und ignoriert die psychische und physische Realität der Schwangerschaft. Bei einer Schwangerschaftsverweigerung existiert das Kind im Kopf der Mutter nicht. Frauen, die unter einer Schwangerschaftverweigerung leiden, haben oftmals selbst emotionale Defizite in ihrer Kindheit erlebt.

Wie ist es möglich, eine Schwangerschaft nicht zu erkennen?

  • Der Körper zeigt keine Anzeichen einer Schwangerschaft, weil das Gewicht gering bleibt.
  • Frauen fühlen keine Kindsbewegungen.
  • Die Monatsblutungen bleiben während der Schwangerschaft bestehen.

Gefahr für das Baby durch Schwangerschaftsverweigerung

  • Die Frau kann sich nicht vorstellen, Mutter zu sein und kann keine Beziehung mit ihrem Baby aufbauen.
  • Das Baby erscheint als ein Objekt und nicht als ein Lebewesen.
  • Es kommt vor, dass Frauen ihre Kinder in Folge dessen misshandeln oder töten.
  • Nicht alle Frauen, die Opfer von Schwangerschaftsverweigerungen sind, misshandeln oder töten ihre Kinder.


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Letztes Update am 28. Juni 2011 18:28 von Dr. Blattmann.
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