Toxoplasmose und Listeriose

Januar 2017
Eine Infektion mit Toxoplasmose oder Listeriose kann in der Schwangerschaft das ungeborene Baby gefährden.

Der Unterschied zwischen Listeriose und Toxoplasmose

Listeriose und Toxoplasmose sind zwei unterschiedliche Erkrankungen, die bei einer Infektion in der Schwangerschaft dem Baby schaden und zu Früh- oder Fehlgeburten führen können. Im Folgenden wollen wir Sie über beide Krankheiten informieren.

Was ist Toxoplasmose?

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch einen Parasiten mit dem Namen Toxoplasma gondii hervorgerufen wird. Eigentlich ist die Toxoplasmose eine Tierkrankheit. Der Mensch dient dem Parasiten lediglich als Zwischenwirt. Trotzdem kann eine Toxoplasmose auch Menschen gefährden - aber nur, wenn die Betroffenen ein geschwächtes Immunsystem haben oder wenn eine Ansteckung in der Schwangerschaft erfolgt. In allen anderen Fällen verläuft die Erkrankung häufig unbemerkt.

Symptome einer Toxoplasmose

90 Prozent der Betroffenen mit einem gesunden Immunsystem bemerken eine Infektion mit Toxoplasmose nicht. Selten ruft die Infektion Müdigkeit, eine Lymphknotenschwellung, Fieber und Gliederschmerzen hervor. Sehr selten führt die Infektion zu einer Netzhautentzündung, einer Herzbeutelentzündung, einer Entzündung der Lunge oder der Leber.

Wie häufig ist Toxoplasmose?

Schätzungen zu Folge haben in Deutschland 50 bis 70 Prozent der Menschen, die älter als 50 Jahre sind, Antikörper gegen Toxoplasmose. Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist die Quote dagegen niedriger.

Kann man erneut an Toxoplasmose erkranken?

Wenn die Erkrankung einmal durchgemacht wurde, sind Betroffene lebenslang gegen Toxoplasmose immun.

Wie wird Toxoplasmose übertragen?

Katzen sind Endwirte für den Parasiten Toxoplasma gondii. Die Eier des Parasiten vermehren sich im Darm von Katzen und werden von dort ausgeschieden. Bei Kontakt mit Katzenkot (zum Beispiel beim Reinigen der Katzentoilette) kann eine Ansteckung erfolgen.


Menschen können sich außerdem über verunreinigte Lebensmittel anstecken. Eine Infektion ist vor allem durch rohes oder ungenügend erhitztes Fleisch möglich. Auch Gemüse und Obst können (wenn sie vorher nicht gründlich abgewaschen oder geschält wurden) mit Toxoplasmeneiern verunreinigt sein.

Der Toxoplasmosetest

Im Rahmen der ersten Untersuchung beim Frauenarzt wird anhand einer Blutprobe festgestellt, ob bereits Antikörper gegen Toxoplasmose vorliegen. Wenn eine Schwangere bereits Antikörper gegen Toxoplasmose besitzt, sind die Schwangere und das Baby gegen die Erkrankung geschützt.

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Besitzt eine Schwangere keine Antikörper, muss eine Toxoplasmose-Infektion in der Schwangerschaft so gut wie möglich vermieden werden, denn wenn eine Ansteckung in der Schwangerschaft erfolgt, drohen schwere Schäden beim Kind. Auch Fehlgeburten sind durch Toxoplasmoseinfektionen möglich.

Toxoplamsose in der Schwangerschaft vermeiden

Schwangere, die keine Toxoplasmose-Antikörper haben, sollten deshalb einige Grundregeln einhalten: Vermeiden Sie direkten Kontakt mit allem, was durch Katzenkot oder Katzenurin kontaminiert sein könnte. Vermeiden Sie es insbesondere, Katzentoiletten zu reinigen. Vermeiden Sie direkten Kontakt mit Erde. Tragen Sie bei der Gartenarbeit Handschuhe. Waschen Sie sich nach der Gartenarbeit gründlich die Hände. Waschen Sie Früchte, Gemüse und Kräuter gründlich, besonders wenn sie roh gegessen werden. Verzichten Sie auf fertige Salate. Fleisch sollte nur gut gegart gegessen werden. Verzichten Sie auf blutiges, geräuchertes oder mariniertes Fleisch und rohe Wurst.

Toxoplasmose: Lebensmittelliste

Folgende Lebensmittel sollten gemieden werden: rohes Fleisch, Mett, rohe Wurst, roher Schinken, roher Fisch, ungewaschenes Obst und Gemüse, abgepackte Smoothies, ungewaschene Salate, Salate aus der Salattheke bzw. Fertigsalate, ungewaschene Kräuter.

Was ist Listeriose?

Die Listeriose ist eine Infektionskrankheit, die durch eine Infektion mit dem Bakterium Listeria monocytogenes hervorgerufen wird. Die Ansteckung erfolgt in den meisten Fällen durch verunreinigte Lebensmittel. Listerien sind vor allem in tierischen Produkten zu finden.

Symptome einer Listeriose

Bei Menschen mit intaktem Immunsystem verläuft eine Listeriose in den meisten Fällen mild. Betroffene können über Fieber, Erbrechen und Durchfall klagen. Selten kommt es zu schweren Verläufen, die zu einer Blutvergiftung, zu einer Infektion verschiedener Organe und/oder einer Entzündung von Hirnhaut oder Gehirn führen können.

Symptome einer Listeriose in der Schwangerschaft

Schwangere sind besonders gefährdet, an einer Listeriose zu erkranken. Die Erkrankung verläuft bei der werdenden Mutter häufig mild und verursacht Symptome, die einer Grippe ähneln. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Listeriose über die Plazenta auf das ungeborene Kind übertragen wird. In diesem Fall kann es zu einer Früh- oder Totgeburt kommen. Außerdem kann eine Listeriose während der Geburt auf das Kind übertragen werden und beim Neugeborenen zu einer schweren Infektion mit Haut- und Atemwegserkrankungen oder neurologischen Beschwerden führen.

Der Listeriosetest

Eine Listeriose kann sich durch unterschiedliche, unspezifische Symptome bemerkbar machen. Schwangere sollten bei fieberhaften Infekten ihren Arzt aufsuchen. Der Arzt wird mit Ihnen gemeinsam besprechen, ob ein Test auf Listerien sinnvoll ist. Für den Test wird der Schwangeren Blut abgenommen, das im Labor auf Antigene untersucht wird. Allerdings sind diese Tests nicht standardisiert und die Aussagekraft ist deshalb begrenzt. Außerdem können Listerien aus dem Blut kultiviert werden. Da die Listerien im Blut aber nur kurz verweilen, ist auch dieser Test nur begrenzt aussagekräftig.


Bei unklaren Befunden kann zudem ein Nachweis von Listerien durch einen Abstrich aus der Vagina oder aus dem Stuhl erfolgen. Fällt dieser Test positiv aus, gilt das als Hinweis auf eine Listerieninfektion, aber nicht als Beweis einer frischen Infektion. Insgesamt sind die Testmöglichkeiten, um eine Listeriose festzustellen, also begrenzt, sodass viele Frauenärzte nicht zu einem Test raten. Umso entscheidender ist es deshalb, eine Infektion mit Listerien in der Schwangerschaft so gut wie möglich zu vermeiden.

Listeriose in der Schwangerschaft vermeiden

Um sich vor einer Infektion mit Listerien in der Schwangerschaft zu schützen, sollten Sie folgende Ernährungsratschläge berücksichtigen: Verzichten Sie auf rohen und geräucherten Fisch, rohe Muscheln und Sushi. Vermeiden Sie Rohmilch, Rotschmierkäse, Brie und Rohmilchkäse. Entfernen Sie beim Käse vor dem Verzehr die Rinde. Verzichten Sie auf rohe Keimlinge wie Sojabohnen und auf Aufschnitt. Lebensmittel tierischen Ursprungs sollten Sie gut durchgaren. Waschen Sie Gemüse und Kräuter vor dem Verzehr gründlich und verzichten Sie auf abgepackte Fertigsalate.

Toxoplasmose und Listeriose in der Stillzeit

Toxoplasmose und Listeriose können nicht über die Muttermilch übertragen werden.

Foto: © Evgeniia Abisheva - Shutterstock.com

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Letztes Update am 14. Oktober 2016 05:24 von CCM Gesundheit.
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