Probleme während der Schwangerschaft

April 2017
Während der Schwangerschaft ist es möglich, dass kleinere und größere medizinische Probleme auftreten. Werdende Mütter sollten wissen, wie man medizinische Probleme lindern oder vermeiden kann.


Schwangerschaftsbeschwerden in den ersten Wochen

Übelkeit

Übelkeit tritt meist in der frühen Schwangerschaft auf und zählt zu den klassischen Schwangerschaftsproblemen bis zum dritten Schwangerschaftsmonat. Häufig lässt die Übelkeit bereits ab der zehnten Schwangerschaftswoche nach, weil dann der Beta-HCG-Spiegel absinkt.


Die Übelkeit tritt meistens am Morgen nach dem Aufwachen auf und wird durch unregelmäßige Essgewohnheiten verschlechtert. Den meisten Frauen hilft es, in kleinen Portionen Nahrung zu sich zu nehmen, um immer "etwas im Bauch zu haben". Essen Sie deshalb am besten drei feste Mahlzeiten und zwei kleine Snack-Mahlzeiten. Essen Sie abends zudem einen Snack, um die Zeit ohne Nahrung bis zum nächsten Morgen zu überbrücken.

Beschwerden während der fortschreitenden Schwangerschaft

Rückenschmerzen

Durch die Gewichtszunahme und das erhöhte Uterusvolumen kann es ab dem vierten oder fünften Schwangerschaftsmonat bei werdenden Müttern zu Rückenproblemen kommen, die sich im Sitzen, Gehen oder Stehen äußern können. Hier ein paar Tipps, wie Sie Ihren Rücken während der Schwangerschaft entlasten können: Tragen Sie keine hohen Absätze, stehen Sie nicht zu lange und tragen Sie keine schweren Lasten. Gehen Sie zum Schwimmen, Walken oder zur Gymnastik, um die Muskeln zu stärken, die Durchblutung zu verbessern und die Rückenmuskulatur zu entspannen.

Harnwegsprobleme

Der Uterus komprimiert mit fortschreitender Schwangerschaft mehr und mehr die Blase. Dies kann zu stetigem Harndrang führen.


Harnwegsinfektionen treten bei schwangeren Frauen häufig auf und sollten so früh wie möglich behandelt werden. Wenn Sie Anzeichen wie Brennen beim Wasserlassen, sehr häufigen Harndrang oder blutigen Urin bemerken, sollten Sie sofort den Arzt aufsuchen.

Schwangerschaftsstreifen

Schwangerschaftsstreifen können sich auf Bauch, Brust, Gesäß, Hüften und Oberschenkeln bilden, wenn die Haut durch die Gewichtszunahme, den wachsenden Bauch oder Wassereinlagerungen zu schnell zu stark überdehnt wird. Schwangerschaftsstreifen sind streifige Veränderungen in der Unterhaut (Subkutis), die durch starke Dehnung des Gewebes entstehen. Auf der Haut erscheinen sie als rosafarbene Streifen, die sich mit der Zeit weiß färben. Schwangerschaftsstreifen treten vor allem ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat auf. Regelmäßige Hautpflege kann Schwangerschaftsstreifen vermeiden oder vermindern.

Müdigkeit

Während der ersten Schwangerschaftsmonate leiden viele werdende Mütter unter stark ausgeprägter Müdigkeit. Dieser Zustand normalisiert sich meist nach dem vierten Schwangerschaftsmonat. Aber auch während der fortschreitenden Schwangerschaft können der wachsende Bauch, das erhöhte Blutvolumen und die hormonellen Umstellungen deutlich anstrengen, so dass Sie sich schnell müde und erschöpft fühlen. Etwa ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat können die Kindesbewegungen im Mutterleib den Schlaf der Schwangeren stark beeinträchtigen. Da der Uterus die Blase zunehmend einengt, müssen Schwangere auch nachts häufig auf die Toilette.


Berücksichtigen Sie folgende Ratschläge: Sie sollten sich häufig ausruhen. Arbeiten Sie weniger - das gilt auch für Alltagsaufgaben und Hausarbeit. Nehmen Sie Hilfe an. Gehen Sie früher schlafen, halten Sie Mittagsschlaf. Sie sollten nicht zu viel und zu schwer zu Abend essen. Zudem sollten Sie die Wohnung nicht zu sehr beheizen. Nachts ist eine Zimmertemperatur von 19 Grad optimal. Sie sollten auf der linken Seite schlafen. In dieser Position kann eine Kompression der Hohlvene durch den Uterus vermieden werden.

Wenn Sie permanent müde sind, kann dies auf einen Mangel an Vitaminen und Eisen hinweisen. Sie sollten Ihren Arzt konsultieren.

Verstopfung

Während der Schwangerschaft kommt es durch die hormonellen Veränderungen und den Uterus, der auf den Darm drückt, häufig zu Verstopfungen. Um die Darmtätigkeit anzukurbeln sollten Sie regelmäßig Sport treiben (es sei denn, Ihr Arzt hat von Sport abgeraten). 30 Minuten Sport pro Tag sind ideal.

Für Schwangere sind zum Beispiel Schwimmen, Laufen und Gymnastik günstig. Ernähren Sie sich ballaststoffreich mit Getreide, Vollkornbrot, Kleie, Nudeln, Reis, Obst und Gemüse und trinken Sie 1,5 Liter Wasser pro Tag. Wählen sie ein Wasser, das viel Magnesium enthält. Verwenden Sie keine Abführmittel ohne Rücksprache mit dem Arzt.

Schwangerschaftsmaske

Die Schwangerschaftsmaske bezeichnet braune Flecken, die im Gesicht von Schwangeren auftreten.
Sie verschlimmern sich bei Sonneneinstrahlung. Deshalb sollten Sie Ihr Gesicht während der Schwangerschaft vor Sonneneinstrahlung schützen. Die Hautveränderungen verschwinden nach der Geburt.

Sodbrennen

Weil der wachsende Bauch auf den Magen drückt, ist Sodbrennen ein häufiges Problem in der Schwangerschaft. Vielen Frauen hilft es, langsam zu essen und sehr scharfe, saure und/oder fette Lebensmittel zu meiden. Gehen Sie nach dem Abendessen nicht sofort ins Bett. So lassen Sie dem Magen Zeit, die Nahrung in den Darm weiterzutransportieren.

Akne

Das Auftreten von Akne während der Schwangerschaft kann für werdende Mütter sehr belastend sein. Viele Aknebehandlungen sind während der Schwangerschaft nicht zu empfehlen. Sie sollten Ihre Haut täglich reinigen, um das Auftreten von Akne zu vermeiden.

Karies und Gingivitis

Durch die hormonelle Umstellung sind schwangere Frauen besonders anfällig für Karies und Zahnfleischentzündungen. Sie sollten Ihre Zähne dehalb morgens und abends mit einer weichen Bürste putzen. Suchen Sie Ihren Zahnarzt bereits zu Beginn der Schwangerschaft für eine Kontrolluntersuchung auf und lassen Sie gegebenenfalls eine professionelle Zahnreinigung durchführen.

Probleme im letzten Schwangerschaftsdrittel

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind erweiterte Gefäße im Bereich des Afters. Hämorrhoidenleiden treten häufig während der Schwangerschaft auf, weil die wachsende Gebärmutter die Bauchvenen komprimiert und so zu Hämorrhoiden und Krampfadern führen kann. Hämorrhoiden haben keine Folgen für den Fötus, sind aber für die Mutter unangenehm. Berücksichtigen Sie folgende Tipps, mit denen Sie das Risiko für das Auftreten von Hämorrhoiden vermindern können:


Vermeiden Sie Verstopfungen, die die Entstehung von Hämorrhoiden begünstigen. Vermeiden Sie übermäßigen Verzehr von Kohlehydraten und essen Sie ballaststoffreiche Kost. Treiben sie regelmäßig Sport. Wandern und Schwimmen sind für Schwangere beispielsweise günstige Sportarten. Wenn sich die Beschwerden verschlimmern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Krampfadern

Krampfadern treten häufig am Ende der Schwangerschaft auf und verschwinden in den meisten Fällen nach der Geburt. Um Krampfadern zu vermeiden, sollten Sie weitestgehend auf hohe Absätze verzichten. Bei dicken Beinen und Wassereinlagerungen kann es sich empfehlen, Stützstrümpfe zu tragen. Wenn sich die Beschwerden verschlimmern, sollten Sie Ihren Arzt um Rat fragen.

Wadenkrämpfe

Bein- und Wadenkrämpfe kommen häufig am Ende der Schwangerschaft vor. Wadenkrämpfe treten bevorzugt nachts auf. Falls die Krämpfe stärker werden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Unterleibsschmerzen

Durch die wachsende Gebärmutter werden die Bändern und Muskeln im Bauch zunehmend gedehnt, was zu Schmerzen führen kann. Unterleibsschmerzen sollten jedoch immer ärztlich abgeklärt werden, da es sich zum Beispiel auch um Wehentätigkeit oder um andere Komplikationen handeln kann.


Foto: © Hongqi Zhang – 123RF.com

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Letztes Update am 4. März 2017 00:12 von SilkeCCM.
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