Latexallergie

April 2017

Die Latexallergie


Immer mehr Menschen sind von einer Latexallergie betroffen. Momentan leiden etwa 1% bis 5 % der Bevölkerung unter dieser Erkrankung. Die Allergie betrifft vor allem Menschen, die wiederholt mit Latex in Kontakt kommen. Dies sind vor allem Personen, die im medizinischen Bereich tätig sind. Aber auch viele Haushaltsgegenstände enthalten Bestandteile aus Latex.

In welchen Gegenständen ist Latex enthalten?


Folgende Gegenstände enthalten gewöhnlich Latex
  • Haushaltshandschuhe
  • Reifen
  • Luftballons
  • Verschlusskappen
  • Taucherflossen
  • Schwimmbrillen
  • Bademützen
  • Kleber
  • Griffe von Tennisschläger
  • Kondome
  • Medizinische Geräte: elastische Binden, Spritzen mit Gummidichtungen, Sensoren, Pads, Utensilien für zahnärztliche Untersuchungen, chirurgische Handschuhe

Personengruppen, die von einer Latexallergie betroffen sind


Besonders Personen, die häufig mit Latexgegenständen hantieren, sind in Gefahr, an einer Latexallergie zu erkranken. Dies betrifft vor allem Beschäftigte im medizinischen Bereich. In diesem Sektor leiden etwa 5% bis 22% der Beschäftigten unter dieser Erkrankung. Aber auch andere Personengruppen sind besonders gefährdet, eine Latexallergie zu entwickeln:
  • Patienten, die häufig operiert werden, oder sich im Krankenhaus befinden
  • Laboranten und Friseure
  • Personen, die in der Gummiindustrie arbeiten
  • Reinigungskräfte
  • Personen, die unter einer Allergie auf Bananen, Kiwis oder Meeresfrüchte leiden.


Als Reaktion auf die steigenden Erkrankungszahlen wird in vielen Krankenhäusern inzwischen mit latexfreien Handschuhen gearbeitet. Leider sind diese Handschuhe sehr teuer, so dass sie bislang nicht in allen Kliniken verfügbar sind.

Latexallergien sind die Hauptursache für allergisches Asthma bei medizinischem Personal


Es kommt noch immer vor, dass Beschäftigte im medizinischen Bereich aus Angst den Beruf wechseln zu müssen Latexallergien nicht angeben. Allerdings steigt damit das Risiko, dass sich die Krankheit verschlechtert.

Latexallergien können heftige Reaktionen auslösen


Schon Minuten nach dem Kontakt kann Latex allergische Reaktionen auslösen. Dabei können folgende Symptome auftreten: Konjunktivitis, Rhinitis, Asthma, Urtikaria, Angioödem. In Einzelfällen kann es sogar zum anphylaktischen Schock kommen. Menschen, die auf Latex stark allergisch reagieren, können sogar allergische Reaktionen entwickeln, ohne direkten Hautkontakt mit dem Stoff gehabt zu haben. Dies kann zum Beispiel dann vorkommen, wenn diese Personen einen Raum mit Luftballons betreten. Durch den Einsatz latexhaltiger Handschuhe während einer Operation können auch allergische Reaktionen bei Patienten auftreten.

Kreuzallergien


Folgende Kreuzallergien treten am häufigsten auf:
  • Avocado
  • Kosmetika mit Avocadoextrakten
  • Bananen
  • Kiwi
  • Papaya
  • Trauben
  • Aprikosen, Nektarinen
  • Spinat
  • Fisch
  • Ficus Pflanzen

Einige Kosmetika enthalten Extrakte aus Avocado, diese Kosmetika sollten vermieden werden.

Latex in Kondomen


Viele Hersteller bieten inzwischen latexfreie Kondome an. Auch Diaphragmen sind in latexfreier Ausführung auf dem Markt. Latexfreie Produkte sind gewöhnlich teurer als herkömmliche Artikel.

Ratschläge für Latexallergiker

  • Führen Sie eine Liste mit sich, die angibt, in welchen Gegenständen sich Latex befindet.
  • Sie sollten ein Set mit Notfallmedikamenten bei sich haben.
  • Sie sollten sich informieren welche Gegenständen oder Lebensmittel mit Latex-Proteinen allergische Reaktionen hervorrufen können.
  • Teilen Sie ihren Ärzten umgehend mit, dass Sie unter einer Latexallergie leiden.
  • Dies gilt besonders vor Operationen.
  • Verwenden Sie im Haushalt Vinylhandschuhe.
  • Wenn Sie vermuten, auf Latex allergisch zu reagieren, führen Sie ein Allergietagebuch, um die Auslöser ausmachen zu können.

Tipps bei Operationen und Narkosen


Eine Latex-Allergie ist der zweithäufigste Auslöser für das Auftreten eines anaphylaktischen Schocks während der Narkose. Deshalb ist es während einer Operation unabdingbar, bei Latexallergikern jeglichen Kontakt mit dem Material während des Eingriffs zu vermeiden. Personen, die unter Latexallergie leiden, sollten als erstes auf dem OP-Plan stehen, um den Kontakt mit Latex-Proteinen aus vorherigen Operationen zu vermeiden. Wenn ein Patient auf Latex allergisch reagiert, sollten alle Behandelnden darüber informiert werden.

Weitere Informationen unter www.onmeda.de.

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Letztes Update am 3. Oktober 2013 22:07 von Dr. Blattmann.
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