Tierhaarallergie

Juli 2017
Fast in jedem zweiten Haushalt leben Haustiere. Der Trend geht in letzter Zeit besonders zur Haltung von Kleintieren wie Meerschweinchen, Chinchillas und Ratten. Leider lösen Haustiere bei vielen Menschen Allergien aus.


Tierhaarallergie - Definition

Menschen, die auf Tiere allergisch reagieren, sind nicht gegen das Tierfell an sich, sondern gegen eiweißhaltige Bestandteile, die im Schweiß, im Speichel oder in den Ausscheidungen der Tiere enthalten sind, allergisch. Diese Allergene sind häufig dem Tierfell aufgelagert. Allergische Reaktionen sind unabhängig davon möglich, ob es sich um ein lang- oder kurzhaariges Fell handelt.


Im Wohnbereich können sich an vielen Stellen Allergene ansammeln. Häufig ist dies in Teppichen, Kleidung und Gardinen der Fall. Dort können sich Allergene über mehrere Monate halten. Allergien sind somit auch noch dann möglich, wenn das Tier sich gar nicht mehr in der Wohnung befindet.

Wenn Sie oder ein Mitglied ihrer Familie unter Allergien leidet, sollten Sie sich vor der Anschaffung eines Haustieres von einem Allergologen individuell beraten lassen.

Katzen

Katzen lösen besonders häufig Allergien aus. Die Symptome können sich zum Beispiel als Hautausschlag (allergisches Ekzem), allergische Rhinitis oder als allergisches Asthma äußern. Katzenhaarallergien treten unabhängig von Rasse, Farbe und Felllänge des Tieres auf.

Wenn Sie allergisch auf Katzen reagieren, können sie auch Symptome entwickeln, wenn Sie keinen direkten Kontakt mit dem Tier hatten. Beispielsweise können auch Katzenhaare auf der Kleidung anderer Personen allergische Reaktionen auslösen. Erste Symptome treten manchmal selbst Monate oder Jahre nach dem ersten Kontakt mit einer Katze auf.

Tipps zur Verringerung einer Katzenhaarallergie

Auch wenn dies eine schwierige Entscheidung für Sie ist: Wenn Sie allergisch reagieren, ist es das Beste, das Tier abzugeben. Wenn Sie die Katze nicht abgeben können, sollten sie auf eine bestmögliche Hygiene achten:


Die Katzentoilette muss regelmäßig gereinigt werden und in einer separaten Ecke oder auf dem Balkon stehen. Das Tier sollte sich nicht mit Allergikern im selben Raum aufhalten. Saugen Sie häufig Ihre Teppiche, Decken, Matratzen und Kissen ab. Katzenallergene befinden sich vor allem im Hausstaub. Lüften Sie regelmäßig ihre Wohnung. Waschen Sie häufig ihre Kleidung. Dies gilt vor allem für die Kleidung allergischer Familienmitglieder.

Hunde

Der Speichel von Hunden ist weniger allergen als der Speichel von Katzen, deshalb lösen Hunde in der Regel weniger starke allergische Reaktionen aus als Katzen. Die Symptome einer Hundeallergie ähneln denen einer Katzenhaarallergie, sind aber weniger stark ausgeprägt. Da nicht alle Hunderassen die gleichen Allergene haben, kann es vorkommen, dass Menschen auf ein Tier allergisch reagieren und bei einem anderen keine Symptome entwickeln.

Kaninchen und Nagetiere

Immer mehr Menschen entwickeln allergische Reaktionen gegen Nagetiere wie Hamster, Meerschweinchen, Ratten und Mäuse. Auch Allergien gegen Kaninchen sind häufig, da das allergene Potenzial dieser Tiere sehr hoch ist. Die Symptome können von allergischem Asthma, allergischem Schnupfen und einer allergischen Bindehautentzündung bis hin zu schweren allergischen Reaktionen reichen. Wenn der Urin der Tiere trocknet, können sich die enthaltenen Allergene in der Luft verteilen und so Reaktionen auslösen.

Pferde und Ponys

Pferdeallergene können schwere asthmatische Reaktionen auslösen. Diese Reaktionen sind auch möglich, wenn der Betroffene keinen direkten Kontakt mit dem Tier hatte. Manchmal reicht schon die Anwesenheit auf einem Reiterhof oder die Berührung von kontaminierter Reitkleidung aus, um allergische Symptome auszulösen.

Vögel

Vogelfedern an sich sind nur selten allergen. Die Federn können allerdings viele andere Allergene wie etwa Milben enthalten. Getrockneter Vogelkot verwandelt sich zu Staub und kann so eingeatmet werden. Dieser Staub kann schwere allergische Reaktionen verursachen.

Diagnose und Behandlung einer Tierhaarallergie

Die Diagnose einer Tierhaarallergie wird durch einen Allergietest gestellt. Die beste Methode, um eine Tierhaarallergie zu behandeln, ist es, den Kontakt mit dem auslösenden Allergen - und somit mit dem Tier - zu meiden. Ist dies nicht möglich, stehen zur kurzfristigen medikamentösen Bekämpfung der Allergiesymptome Medikamente wie Antihistaminika und in schweren Fällen Kortisonpräparate zur Verfügung.

Außerdem kann eine Hyposensibilisierung als dauerhafte Behandlungsmöglichkeit erwogen werden, wenn es nicht möglich ist, das Allergen zu meiden oder die Lebensqualität des Betroffenen durch die Allergie deutlich gemindert wird. In einigen Fällen kann die Allergie nach einer langfristigen Hyposensibilisierungs-Therapie verschwinden. Lassen Sie sich von Ihrem Allergologen beraten, welche Therapie in Ihrem individuellen Fall geeignet ist.

Foto: © Ulrike Schanz – 123RF.com

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Letztes Update am 26. April 2017 05:43 von SilkeCCM.
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