Blinddarmentzündung

Februar 2017
Bei einer Blinddarmentzündung entzündet sich der sogenannte Wurmfortsatz im Dickdarm. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben.


Definition der Blinddarmentzündung oder Appendizitis

Die Blinddarmentzündung, in der Fachsprache als Appendizitis bezeichnet, ist eine Entzündung des sogenannten Wurmfortsatzes (Appendix), der sich im rechten Unterbauch am Dickdarm befindet. Der Wurmfortsatz ist eine Ausstülpung aus dem Dickdarm, die etwa fünf bis zehn Zentimeter groß ist. Ein entzündeter Blinddarm verursacht in der Regel starke Bauchschmerzen, die meist im Mittelbauch beginnen und sich dann in den rechten Unterbauch verlagern.

Ursachen für eine Blinddarmentzündung

Eine Blinddarmentzündung kann viele verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen zum Beispiel eine Stauung von Nahrungsresten und Stuhl im Darm, bakterielle Infektionen, entzündliche Darmerkrankungen und seltener auch Tumore.

Anzeichen und Symptome einer Blinddarmentzündung

Schmerzen

Viele Patienten beschreiben, dass die Schmerzen bei einer Blinddarmentzündung im Ober- oder Mittelbauch beginnen und dann in den rechten Unterbauch wandern. Der Schmerz kann bis in das Bein ausstrahlen und sich bei Anstrengung oder Husten verschlimmern. Druck auf den rechten Unterbauch wird als äußerst schmerzhaft empfunden.

Weitere Anzeichen einer Blinddarmentzündung

Viele Betroffene klagen außerdem über Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Fieber.

Seltene Anzeichen einer Blinddarmentzündung

Der Schmerz kann selten auch in andere Stellen im Bauchraum ausstrahlen. Dies deutet auf eine atypische Lage des Blinddarms hin. Manchmal geht eine Blinddarmentzündung auch nur mit leichten Schmerzen einher. Übelkeit und Übergeben kommen ebenfalls nicht zwangsläufig vor.

Symptome einer Blinddarmentzündung bei Kindern

Die Entzündung des Blinddarms kann zwar in allen Altersgruppen auftreten, betrifft jedoch am häufigsten Kinder ab 4 Jahren, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahren. Bei kleineren Kindern ist eine Appendizitis dagegen eher selten.


Generell leiden viele Kinder unter denselben Symptomen wie sie Erwachsene zeigen. Allerdings ist es auch möglich, dass die Beschwerden kommen und gehen und sich erst mit der Zeit verstärken. Kleinkinder zeigen manchmal auch gar kein typisches Krankheitsbild oder können Schmerzen nur sehr ungenau lokalisieren. Deshalb gilt: Bei unklaren Schmerzen, Übelkeit und/oder Fieber kann nur der Besuch beim Arzt Klarheit bringen.

Richtiges Verhalten bei Verdacht auf Blinddarmentzündung

Wenn der Verdacht auf eine Blinddarmentzündung besteht, sollten Sie zunächst weder essen noch trinken. Sie sollten sofort einen Arzt aufsuchen, ins Krankenhaus gehen oder den Notdienst anrufen.

Wie wird eine Blinddarmentzündung diagnostiziert?

Zunächst wird der behandelnde Arzt die Anamnese (Krankengeschichte) erheben und die genauen Symptome erfragen. Bauchschmerzen im rechten Unterbauch lassen den Verdacht einer Appendizitis aufkommen, insbesondere dann, wenn sie von Fieber und Übelkeit begleitet werden.

Anschließend wird bei Verdacht auf Blinddarmentzündung eine Blutprobe entnommen. Von besonderem Interesse sind hier die Entzündungswerte (weiße Blutkörperchen und CRP), die bei einer Blinddarmentzündung erhöht sind. Mit der Blutuntersuchung kann allerdings die Entzündungsstelle nicht genau bestimmt werden. Deshalb schließt sich eine körperliche Untersuchung an.

Körperliche Untersuchung

Bei Verdacht auf eine Appendizitis wird die Temperatur zunächst unter der Achsel und dann im After (rektal) gemessen. Üblicherweise ergibt sich bei einer Blinddarmentzündung im After eine um mindestens ein Grad höhere Temperatur als unter der Achsel.


Der Arzt tastet dann bestimmte Schmerzpunkte am Bauch ab, die charakteristisch für eine Appendizitis sind. Dazu gehören der McBurny-Punkt (in der Mitte der Verbindung zwischen Bauchnabel und rechtem Vorsprung des Hüftknochens) und der Lanz-Punkt (zwischen dem rechten und dem mittleren Drittel der Verbindungslinie zwischen den beiden Knochenvorsprüngen des linken und rechten Darmbeins). Patienten, die unter einer Blinddarmentzündung leiden, empfinden den Druck auf diese beiden Punkte als schmerzhaft.

Weitere Untersuchungen

Anschließend wird in den meisten Fällen eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um den Blinddarm darzustellen. Der Blinddarm ist allerdings nicht immer eindeutig im Ultraschallbild zu erkennen, da er zum Beispiel von Luft überlagert werden kann.


Bei Frauen wird die körperliche Untersuchung bei der Blinddarmentzündung um eine gynäkologische Untersuchung und einen Schwangerschaftstest ergänzt.

Wenn die Symptome nicht eindeutig zuzuordnen sind oder Komplikationen befürchtet werden, kann eine Computertomografie vom Bauch durchgeführt werden, um die Bauchorgane genauer darzustellen.

Im Zweifelsfall gilt immer, dass eine Operation Klarheit bringt, da eine Blinddarmentzündung unbehandelt gefährlich verlaufen kann.

Behandlung einer Blinddarmentzündung

Eine Blinddarmentzündung muss operativ behandelt werden. Bei der Operation wird der Blinddarm entnommen. Das Hauptrisiko bei einer Blinddarmentzündung liegt darin, dass sie nicht entdeckt und somit nicht operiert wird. In diesen Fällen kann es zu einem Blinddarmdurchbruch kommen, der zu einer Bauchfellentzündung führt. Bei rechtsseitigen Unterbauchschmerzen sollten Sie deshalb immer auch an eine Blinddarmentzündung denken.

Komplikationen: Blinddarmdurchbruch und Bauchfellentzündung

Wenn eine Blinddarmentzündung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, kann der Darm an der entzündeten Stelle durchbrechen. Durch das Loch in der Darmwand können Kot und Bakterien in die Bauchhöhle wandern und eine Bauchfellentzündung verursachen. Diese Situation ist lebensbedrohlich und erfordert eine sofortige Operation, in der der Darm verschlossen und gleichzeitig der entzündete Teil entfernt wird. Es schließt sich ein mehrtägiger Krankenhausaufenthalt mit Antibiotika-Gabe an. Ein harter, extrem schmerzhafter, druckempfindlicher Bauch deutet auf eine Bauchfellentzündung hin.

Was ist eine Blinddarmreizung?

Die Blinddarmreizung entspricht einer Vorstufe zur Blinddarmentzündung, die allerdings nicht immer eine Blinddarmentzündung verursachen muss. Der Blinddarm kann zum Beispiel durch eine Infektion kurzfristig anschwellen, was Schmerzen bereitet. Eine Blinddarmreizung von einer Blinddarmentzündung zu unterscheiden, kann schwierig sein, da die Symptome oft identisch sind. Hier helfen dem Arzt die Durchführung einer Blutuntersuchung und bildgebende Verfahren wie Ultraschall. Bei einer Reizung des Blinddarms kann es genügen, zunächst Antibiotika einzusetzen. Die genaue Behandlung wird der Arzt von Fall zu Fall festlegen.

Foto: © milias1987 - Shutterstock.com

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