Pollenallergie

Oktober 2017


Pollenallergie - Zahlen und Fakten

  • Eine Pollenallergie kann Menschen jeden Alters betreffen, vorwiegend tritt die Allergie allerdings bei Kindern und jungen Erwachsenen auf.
  • Trotzdem können auch Babys und alte Menschen von einer Pollenallergie betroffen sein.
  • Eine Pollenallergie kann sich auch bei Menschen, die noch nie unter Allergien gelitten haben plötzlich manifestieren.
  • Insgesamt leiden über 25% der Deutschen unter Pollinosis, dem sogenannten "Heuschnupfen".

Ursachen für eine Pollenallergie


Um die Befruchtung zu ermöglichen, werden Pollen von Pflanzen in die Luft freigesetzt. Der Transport von Pollen auf die weibliche Blüte wird als Bestäubung bezeichnet.
  • Anemophile Pflanzen - auch Windblütler genannt - verursachen besonders häufig Allergien. Bei diesen Pflanzen besteht ein sehr hohes Verhältnis von Pollenkornzahl zur Samenanlagezahl, weshalb die Pollen sehr zahlreich, klein und hoch allergen sind. Diese Pollen sind besonders leicht und werden durch den Wind kilometerweit verteilt.
  • Bei entemophilen Pflanzen werden die Pollen durch Insekten verteilt. Diese Pflanzen verursachen so gut wie keine Allergien.

Pollenallergie - Symptome

Nase, Augen, Gaumen, Ohren


Patienten, die von einer Pollen-Allergie betroffen sind, leiden jedes Jahr im gleichen Zeitraum unter den gleichen Symptomen.
  • Dazu zählen eine juckende, laufende oder verstopfte Nase und ständiges Niesen - dies bezeichnet man als "allergische Rhinitis".
  • Häufig wird die allergische Rhinitis von einer allergischen Bindehautentzündung begleitet, die sich durch Tränenfluss und gerötete, juckende Augen bemerkbar macht.
  • Viele Patienten klagen gleichzeitig auch über Juckreiz am Gaumen und im Bereich der Ohren.

Asthma


Patienten, die an einer Pollen-allergischen Rhinitis leiden, sind außerdem häufig von allergischem Asthma betroffen. Bei immer mehr Menschen, die noch nie eine allergische Reaktion erlebt haben, tritt im Sommer plötzlich eine allergische Rhinitis oder ein allergisches Asthma auf. Häufig ist der Pollenflug im Sommer so stark, dass regelrechte "Pollenwarnungen" herausgegeben werden. Dies gilt besonders im Hinblick auf Birkenpollen.

Achtung: Viele Patienten, die im Sommer unter Husten leiden, wissen nicht, dass es sich hierbei um ein allergisches Asthma handelt. Wenn beim Husten Keuchen oder Atemnot auftreten, sollten Sie umgehend ihren Arzt konsultieren.

Müdigkeit


Eine Pollenallergie geht häufig mit starken Ermüdungserscheinungen einher, die eine starke Beeinträchtigung im Alltag und im familiären Umfeld bedeuten können.
  • Betroffene sind schnell erschöpft, leiden unter einem unruhigen Schlaf, und vermögen in den Sommermonaten die Zeit nicht uneingeschränkt im Freien zu verbringen.
  • Meist dauert dieser Zeitraum etwa zwei bis drei Monate im Jahr.


Warten Sie deshalb nicht zu lange, um sich behandeln zu lassen: Eine Pollenallergie kann rasch diagnostiziert und behandelt werden. Eine Behandlung kann zu einer schnellen Besserung führen und weitere Symptome verhindern.

Die Pollensaison

Baumpollen

  • Die Baumpollensaison beginnt im Januar mit den Pollen von Zypresse, Wacholder und Zeder.
  • In nördlicheren Gebieten beginnt die Baumpollensaison mit dem Pollenflug von Bäumen wie Eiche, Birke, Hainbuche, Buche, Kastanie, Haselnuss, Erle, Ahorn, Weide und Pappel.
  • Die Baumpollensaison beginnt in nördlichen Regionen später und erstreckt sich bis in den Mai. Zypressen, Bergahorn und Birken verursachen hier die meisten allergischen Reaktionen.
  • In der südlichen Mittelmeerregion vermehren sich die Pollen der Zypresse schon im Dezember. Die vielen Zypressen, die in diesen Regionen angebaut sind, haben eine sehr intensive Bestäubung, weshalb die massive Verbreitung der Zypressenpollen auch als "ökologische Umweltverschmutzung" bezeichnet wird.
  • In Deutschland sind besonders im März und April Bäume wie Birke, Pappel und Esche für viele Pollenallergien verantwortlich.

Die wichtigsten Baumpollen

  • Cupressaceae: Zypresse, Zeder
  • Oleaceae: Esche, Olive
  • Platanaceen: Sycamore
  • Betulaceae: Birke, Hainbuche, Erle, Hasel
  • Fagaceae: Eiche, Kastanie
  • Salicaceae: Pappel, Weide
  • Tiliaceae: Zitronenbaum

Gräserpollen


Gras wächst überall: auf Wiesen, in Gräben, Wäldern, an Straßenrändern, in ländlichen Gegenden, aber auch in Städten findet man etwa 50 000 Arten Gräser. Die Gräserpollensaison ist deshalb die Hochsaison für viele Allergiker.
  • Abhängig vom Klima liegt die Hauptperiode in den zwei Monaten von Mitte April bis Mitte Juni.
  • In Bergregionen findet die Gräserpollensaison im Juli statt, und kann sogar bis in den August hineinreichen.
  • Wenn ein Pollenallergiker im Mai und Juni von einer allergischen Reaktionen betroffen ist, wird er - falls er im Anschluss in die Berge fährt - aus diesem Grund wahrscheinlich eine weitere allergische Phase erleben.
  • Das Ende der Gräserpollensaison verläuft vom Spätsommer bis Oktober.

Die wichtigsten Gräserpollen

  • Futtergräser: Orchardgras, Timothy, Weidegras, Bluegrass, Schwingel, Crabgras
  • Getreide: Weizen, Gerste, Hafer, Roggen

"Ökologiche Umweltverschmutzung" durch Pollen


Das Vorhandensein großer Mengen von Pollen in einer Region bezeichnet man als "ökologische Umweltverschmutzung". Manche Pollen, wie etwa Zypressen- und Ambrosiapollen, können nicht nur einzelne allergische Reaktionen, sondern durch ihre massive Konzentration in der Luft, allergische Reaktionen am gesamten Körper auslösen.

Der Einfluss von Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung

Das Klima


Je nach Wetter und Region variiert die Intensität des Pollenfluges. Folgende klimatische Bedingungen sind dafür entscheidend:
  • Hitze und Feuchtigkeit vermehren die Pollenzahl.
  • Kälte, Trockenheit oder Regen verringern den Pollenflug.
  • Sonne und Wind ermöglichen die Freisetzung von Pollen.

Umweltverschmutzung


Auch die Umweltverschmutzung ist für die steigende Zahl von Allergikern verantwortlich. Die Luftverschmutzung in den Städten reizt durch Schadstoffe Augen, Nase und Bronchien, was wiederum die Anfälligkeit für Allergene erhöht.

Die globale Erwärmung


Alle Experten sind sich einig, dass die Winter milder und die Sommer immer heißer werden. So kann man beobachten, dass der Pollenflug der Birke Jahr für Jahr fast 15 Tage früher beginnt. Und auch in den Bergen setzt die Blütezeit immer früher ein und die Blüten breiten sich mittlerweile bis in große Höhen aus.

Kreuzallergien zwischen Pollen und Nahrungsmitteln


Einige Pollenallergien treten vermehrt mit Nahrungsmittelallergien auf. So verspüren beispielsweise Menschen mit einer Birkenpollenallergie beim Essen von rohem Obst und Gemüse besonders häufig einen Juckreiz im Mund und Rachenbereich.

Häufige Kreuzallergien

  • Gräserpollen: Tomate, Paprika, Kartoffel, Melone, Kiwi, Weizenmehl
  • Ambrosiapollen: Melone, Banane, Wassermelone
  • Haselnusspollen: Haselnuss
  • Erlenpollen: Aprikose, Haselnuss, Kirsche, Mandel, Petersilie, Apfel, Birnen
  • Birkenpollen: Sehr häufiges Auftreten von Kreuzallergien, vor allem beim Verzehr von Apfel, Pfirsich, Birne, Mandel, Kirsche, Nektarine, Aprikose, Walnuss, Sellerie und Kiwi.


Um allergische Reaktionen zu vermeiden, sollten Sie sich vor dem Verzehr dieser Früchte sorgfältig von einem Allergologen beraten lassen.

Wie kann man mit einer Pollenallergie besser leben?


Einfache Maßnahmen können die Pollenallergie lindern:
  • Waschen Sie Ihr Haar vor dem Schlafengehen, um die Pollen auszuspülen, die sich im Laufe des Tages angesammelt haben.
  • Tragen Sie während des Pollenfluges im Freien eine Sonnenbrille und einen Hut.
  • Vermeiden Sie es, mit den Fingern in den Augen zu reiben.
  • Vermeiden Sie das Rasenmähen.
  • Lüften Sie Ihre Wohnung am frühen Morgen.
  • Verzichten sie auf das Rauchen, da es allergische Reaktionen verstärkt.
  • Vermeiden Sie Schwimmbadbesuche; Chlor greift die Schleimhäute der Nasen und Augen an.
  • Trocknen Sie Ihre Wäsche nicht im Freien.
  • Tragen Sie eine Maske bei der Gartenarbeit.
  • Fahren Sie mit geschlossenem Fenster Auto.
  • Verbringen Sie Ihren Urlaub am Strand, wo die Pollenkonzentration niedriger ist.
  • Verfolgen Sie die aktuellen Pollenflugvoraussagen in den Nachrichten.


Weitere Informationen unter www.daab.de

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Letztes Update am 15. September 2013 23:02 von Dr. Blattmann.
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