Pollenallergie

Dezember 2017
Die Pollenallergie ist die am häufigsten vorkommende Allergie. Jeder vierte Deutsche leidet am sogenannten Heuschnupfen. Erfahren Sie hier mehr zu den Syptomen, zum Pollenflug und was Sie gegen die Allergie tun können.


Pollenallergie: Zahlen und Fakten

Eine Pollenallergie kann Menschen jeden Alters treffen. Vorwiegend tritt die Allergie allerdings bei Kindern und jungen Erwachsenen auf. Trotzdem können auch Babys und alte Menschen unter einer Pollenallergie leiden.



Eine Pollenallergie kann sich auch bei Menschen, die noch nie Allergien hatten, plötzlich manifestieren.

Insgesamt leiden mehr als 25 Prozent der Deutschen unter Pollinosis, dem sogenannten Heuschnupfen.

Ursachen für eine Pollenallergie

Um die Befruchtung von Pflanzen zu ermöglichen, setzen diese Pollen in die Luft frei. Der Transport von Pollen auf die weibliche Blüte wird als Bestäubung bezeichnet.


Anemophile Pflanzen - auch Windblütler genannt - verursachen besonders häufig Allergien. Bei diesen Pflanzen besteht ein sehr hohes Verhältnis von Pollenkornzahl zur Samenanlagezahl, weshalb die Pollen sehr zahlreich, klein und hoch allergen sind. Diese Pollen sind besonders leicht und werden durch den Wind kilometerweit verteilt.

Bei entemophilen Pflanzen werden die Pollen durch Insekten verteilt. Diese Pflanzen verursachen so gut wie keine Allergien.

Pollenallergie - Symptome

Nase, Augen, Gaumen, Ohren

Patienten, die von einer Pollenallergie betroffen sind, leiden jedes Jahr im gleichen Zeitraum unter den gleichen Symptomen.


Dazu zählen eine juckende, laufende oder verstopfte Nase und ständiges Niesen - dies bezeichnet man als allergische Rhinitis.

Häufig wird die allergische Rhinitis von einer allergischen Bindehautentzündung begleitet, die sich durch Tränenfluss und gerötete, juckende Augen bemerkbar macht.

Viele Patienten klagen gleichzeitig auch über Juckreiz am Gaumen und im Bereich der Ohren. Vereinzelt kommt es auch zu Halsschmerzen.

Asthma

Patienten, die an einer durch Pollen ausgelösten allergischen Rhinitis leiden, sind außerdem häufig von allergischem Asthma betroffen. Bei immer mehr Menschen, die noch nie eine allergische Reaktion erlebt haben, tritt im Sommer plötzlich eine allergische Rhinitis oder ein allergisches Asthma auf. Häufig ist der Pollenflug im Sommer so stark, dass Pollenwarnungen herausgegeben werden. Dies gilt besonders im Hinblick auf Birkenpollen.

Viele Patienten, die im Sommer unter Husten leiden, wissen nicht, dass es sich hierbei um allergisches Asthma handelt. Wenn beim Husten Keuchen oder Atemnot auftreten, sollten Sie umgehend ihren Arzt konsultieren.

Müdigkeit

Eine Pollenallergie geht häufig mit starken Ermüdungserscheinungen einher, die eine große Beeinträchtigung im Alltag und im familiären Umfeld bedeuten können. Betroffene sind schnell erschöpft, leiden unter unruhigem Schlaf und können in den Sommermonaten die Zeit nicht uneingeschränkt im Freien verbringen. Meist dauert dieser Zeitraum etwa zwei bis drei Monate im Jahr.


Warten Sie deshalb nicht zu lange, um sich behandeln zu lassen: Eine Pollenallergie kann rasch diagnostiziert und behandelt werden. Eine Behandlung kann zu einer schnellen Besserung führen und weitere Symptome verhindern.

Die Pollensaison

Baumpollen

Die Baumpollensaison beginnt im Januar mit den Pollen von Zypresse, Wacholder und Zeder.

In nördlicheren Gebieten beginnt die Baumpollensaison später mit dem Pollenflug von Bäumen wie Eiche, Birke, Hainbuche, Buche, Kastanie, Haselnuss, Erle, Ahorn, Weide und Pappel. Die Saison erstreckt sich bis in den Mai. Birken verursachen hier die meisten allergischen Reaktionen.

In der südlichen Mittelmeerregion vermehren sich die Pollen der Zypresse schon im Dezember. Die vielen Zypressen, die dort angebaut sind, haben eine sehr intensive Bestäubung, weshalb die massive Verbreitung der Zypressenpollen auch als "ökologische Umweltverschmutzung" bezeichnet wird.

In Deutschland sind besonders im März und April Bäume wie Birke, Pappel und Esche für viele Pollenallergien verantwortlich.

Die wichtigsten Baumpollen

Cupressaceae: Zypresse, Zeder


Oleaceae: Esche, Olive

Platanaceen: Sycamore

Betulaceae: Birke, Hainbuche, Erle, Hasel

Fagaceae: Eiche, Kastanie

Salicaceae: Pappel, Weide

Tiliaceae: Zitronenbaum

Gräserpollen

Gras wächst überall: auf Wiesen, in Gräben, in Wäldern, an Straßenrändern, in ländlichen Gegenden. Aber auch in Städten findet man etwa 50.000 Arten Gräser. Die Gräserpollensaison ist deshalb die Hochsaison für viele Allergiker.


Abhängig vom Klima liegt die Hauptperiode in den zwei Monaten von Mitte April bis Mitte Juni.

In Bergregionen findet die Gräserpollensaison im Juli statt und kann sogar bis in den August hineinreichen.

Wenn ein Pollenallergiker im Mai und Juni von allergischen Reaktionen betroffen ist, wird er - falls er im Anschluss in die Berge fährt - aus diesem Grund wahrscheinlich eine weitere allergische Phase erleben.

Das Ende der Gräserpollensaison ist vom Spätsommer bis Oktober.

Die wichtigsten Gräserpollen

Futtergräser: Orchardgras, Timothy, Weidegras, Bluegrass, Schwingel, Crabgras


Getreide: Weizen, Gerste, Hafer, Roggen

Der Einfluss von Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung

Das Klima

Je nach Wetter und Region variiert die Intensität des Pollenflugs. Folgende klimatische Bedingungen sind dafür entscheidend:


Hitze und Feuchtigkeit vermehren die Pollenzahl.

Kälte, Trockenheit oder Regen verringern den Pollenflug.

Sonne und Wind ermöglichen die Freisetzung von Pollen.

Umweltverschmutzung

Auch die Umweltverschmutzung ist für die steigende Zahl von Allergikern verantwortlich. Die Luftverschmutzung in den Städten reizt durch Schadstoffe Augen, Nase und Bronchien, was wiederum die Anfälligkeit für Allergene erhöht.

Die globale Erwärmung

Alle Experten sind sich einig, dass die Winter milder und die Sommer immer heißer werden. So kann man beobachten, dass der Pollenflug der Birke Jahr für Jahr fast 15 Tage früher beginnt. Und auch in den Bergen setzt die Blütezeit immer früher ein und die Blüten breiten sich mittlerweile bis in große Höhen aus.

Kreuzallergien zwischen Pollen und Nahrungsmitteln

Einige Pollenallergien treten vermehrt mit Nahrungsmittelallergien auf. So verspüren beispielsweise Menschen mit einer Birkenpollenallergie beim Essen von rohem Obst und Gemüse besonders häufig einen Juckreiz im Mund und Rachenbereich.

Häufige Kreuzallergien

Gräserpollen: Tomate, Paprika, Kartoffel, Melone, Kiwi, Weizenmehl


Ambrosiapollen: Melone, Banane, Wassermelone

Haselnusspollen: Haselnuss

Erlenpollen: Aprikose, Haselnuss, Kirsche, Mandel, Petersilie, Apfel, Birnen

Birkenpollen: Sehr häufiges Auftreten von Kreuzallergien, vor allem beim Verzehr von Apfel, Pfirsich, Birne, Mandel, Kirsche, Nektarine, Aprikose, Walnuss, Sellerie und Kiwi.

Um allergische Reaktionen zu vermeiden, sollten Sie sich vor dem Verzehr dieser Früchte sorgfältig von einem Allergologen beraten lassen.

Was tun bei einer Pollenallergie?

Bevor Sie zu Medikamenten wie Antihistaminika greifen und Hausmittel anwenden, können Sie schon durch ein paar einfache Verhaltensregeln die Pollenallergie lindern.

Waschen Sie Ihr Haar vor dem Schlafengehen, um die Pollen auszuspülen, die sich im Laufe des Tages angesammelt haben. Lüften Sie Ihre Wohnung am frühen Morgen.

Tragen Sie während des Pollenflugs im Freien eine Sonnenbrille und einen Hut. Vermeiden Sie es, mit den Fingern in den Augen zu reiben.

Trocknen Sie Ihre Wäsche nicht im Freien. Vermeiden Sie das Rasenmähen und tragen Sie eine Maske bei anderer Gartenarbeit.

Vermeiden Sie Schwimmbadbesuche: Chlor greift die Schleimhäute der Nasen und Augen an.

Fahren Sie mit geschlossenem Fenster Auto. Verbringen Sie Ihren Urlaub am Strand, wo die Pollenkonzentration niedriger ist. Verfolgen Sie die aktuellen Pollenflugvoraussagen in den Nachrichten.

Verzichten sie auf das Rauchen, da es allergische Reaktionen verstärkt.

Foto: © Ivan Mikhaylov - 123RF.com

Lesen Sie auch


Allergie aux pollens
Allergie aux pollens
Allergy to pollen
Allergy to pollen
Alergia al polen
Alergia al polen
Letztes Update am 24. November 2017 06:02 von SilkeCCM.
Das Dokument mit dem Titel "Pollenallergie" wird auf CCM Gesundheit (gesundheit.ccm.net) unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der Lizenzvereinbarungen dürfen Sie das Dokument verwenden, verändern und kopieren, wenn Sie dabei CCM Gesundheit deutlich als Urheber kennzeichnen.
Warum nehmen Allergien immer mehr zu?