Der diabetische Fuß

Juli 2017


Der diabetische Fuß


Offene Wunden an den Füßen von Diabetikern sind nicht selten. Oft reichen schon kleine Stöße aus, um eine Verletzung auszulösen.
Fußwunden bei Diabetikern müssen sehr ernst genommen werden, da sie sehr schlecht heilen und manchmal bis hin zu Amputationen führen können.
Ursächlich für diese Wunden sind oft Arterienverkalkungen und auch Polyneuropathien, die als Komplikation bei einer Diabetes auftreten können. Durch die Polyneuropathie können Diabetiker Schmerzen an den Füßen schlechter wahrnehmen und bemerken so Wunden erst verspätet. Die verminderte Blutversorgung trägt zu einer verzögerten Heilung bei. Experten sind sich einig, dass eine Vielzahl von Amputationen durch die Information von Diabetikern und Risikopatienten verringert werden könnten.

Zahlen und Fakten

  • Bei 5 bis 10 % der Diabetiker muss im Verlauf der Erkrankung ein Glied amputiert werden;
  • Diabetes erhöht das Risiko für eine Amputation um das 15 fache ( Zeh, Fuß oder Bein)
  • 20 bis 25 % der Diabetiker haben mindestens einmal im Leben eine offene Wunde am Fuß;
  • 3000 bis 5 000 Amputationen (Zeh, Fuß, Bein) werden jedes Jahr wegen Diabetes durchgeführt;
  • Mehr als 70% aller Amputationen betreffen Diabetiker;
  • Mehr als 50% der Amputationen könnten vermieden werden;
  • 50 000 Amputationen werden jedes Jahr in den USA durchgeführt;
  • 25% der Klinikaufenthalte von Diabetikern dienen der Behandlung von Wunden am Fuß;

Risiken erkennen

  • Diabeitker haben ein verändertes Kalt-/ Warm-Empfinden.
  • Ebenso haben sie ein vermindertes Schmerzempfinden. Diabetiker verletzen sich häufig, ohne es zu bemerken.
  • Diabetiker haben oft sehr trockene Haut, die zu Rissen neigt, die wiederum zu Entzündungen führen können.
  • Verformungen an den Füßen können zu vermehrter Hornhautbildung führen, aus der wiederum Verletzungen resultieren können.
  • Eine nicht oder nachlässig behandelte Verletzung kann schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.

Vermeiden Sie Arterienverkalkungen und Nervenschädigungen durch gesunde Lebensweise

  • Beachten Sie die Zuckerwerte, die Ihnen Ihr Diabetologe vorgibt;
  • Rauchen führt zu Arterienverkalkung;
  • Blutdruck kontrollieren;
  • Cholesterinwert checken.

Fußpflege und sorgfältige Hygiene


Füße mit verminderter Sensibilität sind verstärkt verletzungsgefährdet.
Fußpflege, sorgfältige Hygiene und regelmäßiges Nägelschneiden, komfortable Schuhe und ein Besuch beim Podologen verringern das Risiko von Verletzungen, die bei Diabetikern sehr schwerwiegende Folgen haben können.
  • Jeden Tag ein Fußbad mit warmen Wasser und mit Seife nehmen.
  • Die Füße gut abtrocknen, vor allem im Zehenzwischenraum, um Fußpilz zu vermeiden.
  • Bei trockener Haut Feuchtigkeitscreme verwenden
  • Vorsichtig die Horhnhaut abschleifen, beispielsweise mit einem Bimsstein.

Unbedingt vermeiden

  • Die Nägel nur sehr vorsichtig schneiden.
  • Keine langen Fußbäder;
  • Nicht Barfußlaufen.

Socken

  • Jeden Tag wechseln;
  • Neue Socken nie länger als 4 Stunden tragen;
  • Benutzen Sie Baumwollsocken oder Socken aus Naturfasern;
  • Falten vermeiden.

Schuhe

  • Kaufen Sie Schuhe abends, wenn die Füße meist etwas geschwollen sind;
  • Mehrere Paar Schuhe sind notwendig, um Druckstellen und Reiben zu vermeiden;
  • Fühlen Sie mit der Hand vor dem Anziehen in die Schuhe, ob Gegenstände wie Steinchen darin sind, da diese Verletzungen hervorrufen können.
  • Absätze nicht über 5cm;
  • Ziehen Sie immer Socken an, auch im Sommer;
  • Bevorzugen Sie Schuhe mit Schnürsenkeln;
  • Wählen Sie weiche Schuhe;
  • Tragen Sie keine alten Schuhe, die Verletzungen hervorrufen können;
  • Achtung bei neuen oder schlecht eingelaufenen Schuhen;
  • Schauen Sie Ihre Schuhe vor dem Tragen genau an;
  • Wählen Sie die Schuhe eine Nummer größer, damit Sie nicht zu eng sitzen;
  • Wenn möglich tragen Sie 2 bis 3 Paar Schuhe abwechselnd.

Tipps

  • Sie sollten keine Wärmflasche oder Heizdecke benutzen und zu heiße Bäder vermeiden. Hitze kann Verbrennungen hervorrufen.
  • Sie sollten auf keinen Fall die Tetanusimpfung versäumen.

Untersuchen Sie täglich Ihre Füße, um eventuelle Entzündungen sofort zu erkennen

  • Benutzen Sie einen Spiegel;
  • Lassen Sie sich helfen (vor allem bei Sehstörungen und bei mangelnder Beweglichkeit);
  • Untersuchen Sie auch, ob keine Geschwüre, Hornhaut, rissige Fersen oder Fußpilz vorliegen;
  • Konsultieren Sie bei der kleinsten Auffälligkeit Ihren Arzt.
  • Kürzen Sie die Nägel;
  • Besuchen Sie regelmäßig einen Podologen;

Eine Verletzung des Fußes ist bei Diabetikern ein Notfall, der ärztlich behandelt werden muss

  • Desinfizieren Sie Entzündungen;
  • Bei Notfällen sofort einen Arzt rufen;
  • Eine genaue bakteriologische Analyse kann helfen, das richtige Antibiotikum zu finden;
  • Versuchen Sie den Fuß zu schützen;
  • Schneiden Sie den Schuh auf, falls es notwendig werden sollte;
  • Sie sollten in Absprache mit Ihrem Arzt ein Antibiotikum in Reserve haben. Alle Wunden am Fuß (Aufreibungen, eingewachsene Nägel...), die nicht erkannt werden, können innerhalb kurzer Zeit zu einer tiefgreifenden Verletzung werden.

Vermeiden Sie Risikofaktoren

  • Tabak;
  • schlechte Körperhygiene;
  • schlampige Kontrolle der Zuckerwerte;
  • Alkoholismus;
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • etc.

Risikopatienten : Achten Sie auf die Sicherheit Ihrer Füße


Folgende Diabetiker gelten als besonders gefährdet:
  • Diabetiker mit Arterienverkalkung;
  • Diabetiker mit Sehschwächen;
  • Diabetiker mit "Ameisen" im Fuß;
  • Diabetiker mit Schmerzen oder Krämpfen;
  • Diabetiker mit trockener und empfindlicher Haut;
  • u.a..

Fußpflege: Absolut notwendig


Die Kosten für den Besuch eines Podologen werden nach ärztlicher Verordnung in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

Stufeneinteilung des Diabetikerfußes


Grad I : oberflächliche Entzündung;
Grad II : Ausweitung auf Knorpel, Kapsel und Knochen;
Grad III : Abszess, Knochenbefall, Osteoarthritis;
Grad IV : Anfang eines Geschwürs;
Grad V : ausgedehntes Geschwür.

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Letztes Update am 26. Juni 2011 20:11 von Dr. Blattmann.
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