Ernährung bei Diabetes

Februar 2017



Ernährung bei Diabetes


Wenn Sie unter einem Diabetes leiden, sollten Sie sich an einige Ernährungsregeln halten. Diese Regeln sind für die Diabetesbehandlung genauso wichtig, wie Medikamente und körperliche Aktivität.

Ratschläge für die Ernährung bei Diabetes

  • Keine strengen Diäten einhalten
  • Abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung
  • Vernünftige Mengen
  • Auf keinen Fall streng Kalorien zählen
  • In Absprache mit dem Arzt einen Ernährungsberater hinzuziehen
  • Vermeiden von stark zuckerhaltigen Lebensmitteln
  • Die Nahrung sollte wie folgt zusammengesetzt sein
    • 40 bis 50 % Kohlenhydrate
    • 15 % Eiweiß
    • 30 bis 45 % Fette
  • Nie puren Zucker essen, außer in Notfällen (z.B. Unterzucker);
  • Beachten der zugeführte Gesamtzuckermenge;
  • Gewichtskontrolle: Bei Diabetikern verbessert ein Normalgewicht in der Regel den Blutzuckerwert.
  • Einhaltung der Essenszeiten:
    • 3 Hauptmahlzeiten und ein bis zwei Snacks;
    • Regelmäßig essen;
    • Keine Mahlzeit auslassen;
    • Essen Sie Obst und Gemüse zu allen Mahlzeiten;
    • Essen Sie zu jeder Mahlzeit stärkehaltige Lebensmittel, besonders mittags und abends;
    • Essen Sie Gemüse mit stärkehaltigen Lebensmitteln;
    • Vermeiden von stark zuckerhaltigen Lebensmitteln;
    • Wenn möglich mageres Fleisch;
    • 2-3 Mal wöchentlich Fisch essen;
    • Stärkehaltige Lebensmittel über den Tag verteilt essen, um die Glukosezufuhr auf den Bedarf des Körpers und die physische Betätigung abzustimmen;
    • Ausreichend frühstücken;
    • Ausreichend Wasser trinken;
    • Meiden Sie süße Getränke, diese sind ein großer Zuckerlieferant.

Empfohlene Lebensmittel

  • stärkehaltige Lebensmittel: Brot, Zwieback, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Mehl, Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen), Grieß
  • Gemüse
  • Obst: einmal am Tag
  • Fisch : mindestens 2mal pro Woche
  • Geflügel
  • pflanzliches Öl
  • Dampfgegartes, Gegrilltes oder in Folie gegartes

Getränke

  • Wasser: mindestens ein Liter Wasser pro Tag trinken. Bei starker Hitze oder bei sportlicher Betätigung entsprechend mehr trinken.
  • Kaffee oder Tee können ruhig getrunken werden, jedoch ohne Zucker oder mit Süßstoff

Kohlenhydrate

  • Brot und stärkehaltige Lebensmittel nicht weglassen;
  • Bei jeder Mahlzeit den verzehrten Glukosewert berechnen;
  • Bei einer ausgewogenen Ernährung kommen 50 bis 55 % der Kalorien aus kohlehydrathaltigen Lebensmitteln;
  • Weniger oder kein Gebäck oder Süßigkeiten;
  • Meiden Sie Kuchen zur Kaffeestunde, wenn sich ein kleiner Hunger meldet.

Der glykämische Index: Wie lange bleibt der Zucker im Blut?


Die in den einzelnen Lebensmitteln enthaltenen Zucker werden nicht in der selben Geschwindigkeit absorbiert; jedes Lebensmittel hat seinen eigenen so genannten "glykämischen Index". Der glykämische Index bezeichnet die Absorptionsgeschwindigkeit des Zuckers und dient dazu, die blutzuckersteigernde Wirkung eines Lebensmittels zu messen.
  • Je stärker ein Lebensmittel den Zuckerwert erhöht, desto höher ist sein glykämischer Index.
  • Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index lassen den Blutzucker langsam ansteigen.
  • Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index lassen den Blutzucker schnell steigen.
  • Lebensmittel mit hohem Indexwert sollten am wenigsten verzehrt werden, außer dies ist wegen einer Unterzuckerung notwendig.
  • Lebensmittel mit hohem glykämischen Index sind z.B.: Zucker, Brot, Kartoffeln, Grieß, Karotten, Honig, Bonbons, Marmelade, Gebäck etc.
  • Brot als Lebensmittel mit hohem glykämischem Index sollten nur in kleineren Mengen verzehrt werden. 50g Brot erhöhen den Zuckerwert genauso stark wie 5 Stück Zucker.
  • Lebensmittel mit mittlerem glykämischem Index sind z.B.: Nudeln, Obst wie Kirschen, Pflaumen, Äpfel und Orangen etc.
  • Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index sind z.B.: Milchprodukte, Gemüse, Bohnen, Linsen etc.

Fette

  • Fette können in Maßen verzehrt werden;
  • Fette enthalten etwa doppelt so viele Kalorien wie Kohlenhydrate;
  • Fleisch- und Wurstwaren auf dem Speiseplan reduzieren;
  • Magere Fleischsorten bevorzugen;
  • Fisch dem Fleisch vorziehen;
  • Mehr Gemüse essen;
  • Weniger Saucen essen;
  • Weniger Käse essen;
  • Lernen Sie, ohne Fett zu Kochen : Dampfgaren, Backofen, Wasserbad, Grillen, Mikrowelle....

Proteine


Proteine sollten ungefähr 15% der täglich verzehrten Lebensmittel ausmachen.
  • Tierische Proteine: Fleisch, Fisch, Milchprodukte...
  • Pflanzliche Proteine: Getreide, Nudeln, Reis, Brot
  • Manche pflanzlichen Lebensmittel enthalten ebenfalls Proteine wie z.B. Hülsenfrüchte oder Soja

Lebensmittel, auf die besser verzichtet werden sollte

  • Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index: Zucker, Bonbons, Marmelade, Honig, Gebäck, Eiskreme, Sorbets, Trockenobst, Obstaufstrich, Maronen, Kompott, Süße Milchprodukte, süße Getränke, Sirup, Obstsäfte etc.;
  • tierische Fette: Butter, Creme fraiche, Wurstwaren, fettes Fleisch, Käse, Eigelb etc.;
  • Sehr salzige Lebensmittel (Wurstwaren, Salzbrezeln ...);
  • Frittiertes;
  • Saucen;
  • Alkohol.



Manche Produkte die als «zuckerfrei» ausgewiesen sind, enthalten oft genauso viel Zucker wie die "normalen" Produkte, beispielsweise "Light-"Marmelade oder "Light-" Schokolade.

Gegen den kleinen Hunger


Sollen Sie einen kleinen Hunger verspüren, können Sie zum Beispiel zu den folgenden Lebensmitteln greifen
  • 1 Naturjoghurt;
  • 1 Scheibe Schinken;
  • 1 hartgekochtes Ei;
  • 1 Hühnchenbrust;
  • 1 oder 2 Tomaten, Karotten, Radieschen;
  • etc.

Lecker essen trotz Diabetes

  • Pilze enthalten wenig Zucker;
  • Linsen sind ein wertvoller Eisenlieferant;
  • Basmati-Reis hat einen geringeren Glukosewert als weißer Reis;
  • Verfeinern Sie Ihre Gerichte mit Zitronensaft, der den Zuckerwert absenkt (Beispielsweise auf einer Gemüseplatte)
  • Essen Sie Ballaststoffe: Ballaststoffe verhindern die rasche Aufnahme von Zucker im Blut.

Alkohol und Diabetes

  • Alkohol enthält Zucker, der den Zuckerwert erhöht.
  • Alkohol trägt erheblich zur Gewichtszunahme bei.
  • Selbstverständlich kann man auch als Diabetiker Alkohol trinken, allerdings in geringen Mengen
  • Alkohol enthält eine große Menge Kalorien auf ein relativ kleines Volumen.
  • Bier und Likör enthalten mehr Zucker als beispielsweise Whisky oder Wodka.

Risiken durch Alkoholgenuss bei Diabetikern

  • Alkohol verstärkt das Risiko einer Überzuckerung;
  • Diese Risiken entstehen auch bei nur geringen Alkoholmengen.
  • Komplikationen können auch erst mehrere Stunden nach dem Alkoholgenuss entstehen, während einer Dauer von 12-18 Stunden danach: wenn man abends beispielsweise Alkohol trinkt, kann das Risiko einer Überzuckerung bis zum nächsten Mittag anhalten.
  • Das Risiko einer Überzuckerung erhöht sich, wenn man Alkohol auf nüchternen Magen trinkt.
  • Alkoholfreies Bier enthält mehr Zucker als ein normales Bier. Beide sind sehr zuckerhaltig.
  • Auch das Risiko für eine Unterzuckerung steigt nach dem Alkoholkonsum an.

Erlaubte Alkoholmenge

  • 2 Gläser Alkohol maximal für Männer und 1 Glas Alkohol für Frauen;
  • 1 Glas Wein mit 120 ml enthält soviel Zucker wie 250 ml Bier oder 50 ml Likör;
  • 1 Liter Wein mit 10 % Alkohol enthält 80 g Alkohol pro Liter, das sind 10 g in einem Glas von 130 ml;
  • 1 Liter Bier hat 40 g Alkohol pro Liter, das sind 10 Gramm in einem Glas mit 250 ml;

Unterzuckerung erkennen


Ein Diabetiker der Alkohol trinkt muss besonders gut die Anzeichen einer Unterzuckerung erkennen, um sofort Maßnahmen ergreifen zu können.

Auf Alkohol sollte verzichtet werden

  • In der Schwangerschaft;
  • Beim Stillen
  • Bei vorherigem Alkoholismus;
  • Vorhergehende schwere Fälle der Unterzuckerung;
  • Vor dem Autofahren;
  • Bei Bauchspeicheldrüsenbeschwerden
  • In Kombination mit Medikamenten;
  • etc.

Alternative Medizin bei Diabetes


Bei Diabetikern kann die Einnahme alternativmedizinische Präparate erhebliche Risiken bergen. Nehmen Sie keine Medikamente ein, ohne Ihren Arzt oder Apotheker um Rat zu fragen! So können zum Beispiel Ingwer, Knoblauch oder Johanniskraut gefährliche Wechselwirkungen mit Diabetes-Medikamenten haben.

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