Die Folgen von Diabetes

Dezember 2017
Die Folgen von Diabetes sind sehr verschieden und oft auch schwerwiegend. Infarkte, Sehstörungen, Erblindung, Gefäßprobleme, Neuropathie, Amputationen und Nierenkrankheiten können infolge von Diabetes auftreten. Diese Folgeerkrankungen sind auch der Grund für die niedrigere Lebenserwartung von Diabetikern.


Zahlen über die Folgen von Diabetes

Laut Statistik sterben jährlich eine Million Menschen weltweit an den Folgen von Diabetes mellitus.

75 Prozent der Diabetiker sterben an arteriellen Folgeerkrankungen, wie Angina Pectoris, Herzinfarkt, Arterienverengung und Hirnschlägen. Zehn bis 15 Prozent aller Herzinfarkte werden von Diabetikern erlitten.


Zwei Prozent aller Diabetiker sind blind und zehn Prozent leiden unter Sehstörungen. Diabetes ist die Hauptursache für Netzhautablösung.

Diabetes ist ebenso die Hauptursache für eine Niereninsuffizienz. Zum Teil schwere Nierenschäden sind die Folge. Zehn Prozent aller Dialysepatienten sind Diabetiker.

Diabetes ist zudem der häufigste Grund für Amputationen. Fünf bis zehn Prozent der Diabetiker muss eine Gliedmaße amputiert werden.

Risikofaktoren für Diabetes

Die Entstehung einer Diabetes-Erkrankung wird durch einige Faktoren begünstigt, die jeder Einzelne im Prinzip sehr gut beeinflussen kann. Diabetes ist also vor allem auf falsches Verhalten zurückzuführen.


Risikofaktor Nummer eins sind Übergewicht und Fettleibigkeit. Ebenso tragen Bluthochdruck und erhöhtes Cholesterin zur Entstehung von Diabetes bei. Wer dazu noch träge ist, sich kaum oder gar nicht sportlich betätigt, erhöht das Risiko weiter. Schließlich fördert auch Rauchen die Erkrankung.

Schädigung der Gefäße durch Diabetes

Diabetes führt zu einer Schädigung der Arterien bis hin zur Aorta und verstärkt damit das Risiko von Herzerkrankungen, Herzinfarkten und Hirnschlägen. Drei von vier Diabetikern sterben an den Folgen Atheriosklerose, Angina Pectoris, Herzinfarkt oder Hirnschlag.

Bei einer Diabetes-Erkrankung werden auch die kleinen Kapillaren geschädigt und sind somit ursächlich für Krankheiten wie Netzhautablösungen, Glomerulopathien und/oder Neuropathien.

Diabetesbedingte Netzhauterkrankungen

Netzhauterkrankungen sind eine sehr häufige Folge von Diabetes. 50 Prozent aller an Diabetes Erkrankten haben als Spätfolge nach 15 Jahren auch eine Netzhauterkrankung.


Diabetes ist die häufigste Ursache für Blindheit in der westlichen Welt. In den Industrienationen ist die diabetesbedingte Netzhautablösung die häufigste Ursache für Blindheit bei unter 60-Jährigen. Blindheit tritt bei Diabetikern 25mal häufiger auf. Zwei Prozent aller Diabetiker werden blind. Zehn Prozent aller Diabetiker haben Sehstörungen.

Die meisten Folgen der diabetesbedingten Netzhauterkrankung kommen schleichend und sind kaum merkbar für die Betroffenen. Trotz normaler Sehschärfe kann eine Netzhauterkrankung vorliegen. Diabetes-Kranke sollten deshalb mindestens einmal jährlich zum Augenarzt gehen. Ein gut eingestellter Zuckerwert und ein Blutdruck im Normbereich sind die wichtigsten präventiven Maßnahmen.

Die diabetische Nephropathie: Folgeschäden an der Niere

Die Nieren können durch Diabetes geschädigt werden. Eine solche Schädigung kann und zu einer sogenannten Nephropathie führen, einer Nierenerkrankung, die im schlimmsten Fall in eine Niereninsuffizienz übergehen kann.


Die diabetische Nephropathie zeigt zu Beginn oft keinerlei Symptome. Durch Urintests können bestimmte Proteine nachgewiesen werden, die eine frühe Diagnose einer Nephropathie ermöglichen. Erst wenn die diabetische Nephropathie zu einer Niereninsuffiizienz führt, treten Symptome auf wie Müdigkeit, Blasenentzündungen, Ödeme und Bluthochdruck.

50 Prozent aller insulinbedürftigen Diabetiker haben eine chronische Niereninsuffizienz. 25 Prozent der Diabetiker des Typs II leiden unter einer diabetischen Nephropathie. 30 Prozent aller Menschen mit Nierenproblemen sind Diabetiker.

Die diabetische Neuropathie

Diabetes hat auch Auswirkungen auf das Gehirn. Die diabetische Neuropathie, eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, tritt bei 50 Prozent der Diabetiker auf, die seit mehr als 20 Jahren an Diabetes leiden. Sie kommt bei 50 Prozent der Diabetiker über 65 Jahre vor.


Symptom ist vor allem ein verringertes Schmerzempfinden: Diabetiker spüren oft keine Schmerzen und Traumata an den Füßen, zum Beispiel beim Anstoßen oder beim Ausreißen von Fußnägeln. Außerdem wird Wärme weniger wahrgenommen. Die trockene Haut ruft Risse hervor, die eine Infektionsgefahr darstellen. Verformungen des Fußes können die Folge sein. In den Beinen können stechende Schmerzen auftreten.

Die diabetische Neuropathie beeinträchtigt das vegetative Nervensystem und führt unter anderem zu Durchfall, Verstopfung, Impotenz, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Blässe und Herzrhythmusstörungen.

Infektionen durch Diabetes

Bei Diabetes besteht ein erhöhtes Risiko für bakterielle Infekte und Pilzerkrankungen, aber auch für Blasenentzündungen und Hautreizungen.

Jeder Infekt bringt seinerseits den Zuckerhaushalt aus dem Gleichgewicht.

Hyperglykämie (Überzucker)

Die Anzeichen von Hyperglykämie sind nicht immer einfach zu entdecken, denn sie können entweder sehr schwach oder langsam schleichend auftreten. Zu den Anzeichen gehören übermäßiger Durst, das plötzliche Bedürfnis zu urinieren, Müdigkeit, Hungergefühl, vermehrte Entzündungen, erschwerte Wundheilung und Sehbeschwerden.


Gründe für Hyperglykämien kommen in Frage eine unausgewogene Ernährung, mangelnde oder nicht ausreichende körperliche Betätigung, eine schlechte Behandlung des Diabetes, bestimmte Medikamente sowie Stress und Ängste.

Die Behandlung besteht dementsprechend in einer Umstellung der Ernährung, mehr sportlicher Betätigung, einer engmaschigen Kontrolle des Blutzuckerspiegels und einer Überprüfung und ggf. Neueinstellung der Medikation.

Diabetische Azidose

Die diabetische Azidose bedeutet die Übersäuerung des Körpers durch Insulinmangel. Folgen der diabetischen Azidose sind Brustkorbschmerzen, Schwindel, Atemnot, Nervenerkrankungen, Benommenheit, Schläfrigkeit, Dehydrierung und bei schweren Fällen und Komplikationen sogar Koma.

Die diabetische Azidose wird oft von einem erhöhten Zuckerwert im Urin begleitet.

Die Folgen von Diabetes mindern

Systematische Untersuchungen der Beeinträchtigung eines Diabetikers können die negativen Folgen der Erkrankung zumindest einschränken. Dazu gehören regelmäßige Blutzuckerkontrollen sowie regelmäßige Untersuchungen der Augen, der Füße, des Urins und des Blutes, vor allem des des HbA1c -Wertes.

Bei Gefäßerkrankungen ist ein EKG (Elektrokardiogramm) angezeigt, bei Verringerung der Fußpulse ein Echo-Doppler.

Lassen Sie Diabetes, sowohl Typ I als auch Typ II, unbedingt behandeln und kontrollieren. Durch Nichtbehandlung setzen die Folgeerkrankungen viel früher ein und führen viel früher zum Tod.

Foto: © Dmitry Lobanov - Shutterstock.com

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Letztes Update am 28. November 2017 06:43 von SilkeCCM.
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