Nesselsucht

März 2017
Schätzungen zufolge leidet etwa jeder vierte Deutsche mindestens einmal im Leben unter einer Nesselsucht (Urtikaria).


Nesselsucht: Definition

Nesselsucht, auch Urtikaria oder Nesselfieber genannt, bezeichnet einen stark juckenden Hautausschlag, der sich ähnlich wie das Brennen nach Hautkontakt mit Brennnesseln anfühlt. Deshalb wird die Krankheit als Nesselsucht bezeichnet.

Symptome von Nesselsucht erkennen

Typisches Symptom der Nesselsucht ist ein roter, meist stark juckender Hautausschlag, der unregelmäßige Quaddeln bildet. Die Quaddeln können an verschiedenen Körperstellen auftreten.


Der Verlauf einer Nesselsucht ist schwer vorhersagbar. So können sich die roten Flecken in kürzester Zeit entwickeln und schnell wieder verschwinden. In diesem Fall spricht man von einer akuten Nesselsucht. Bei anderen Patienten hält der Ausschlag längere Zeit an - einige klagen Wochen, Monate oder gar Jahre über Beschwerden. In diesem Fall spricht man von einer chronischen Nesselsucht.

Ursachen von Nesselsucht

Die Nesselsucht kann durch viele verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Dazu zählen zum Beispiel Allergien oder Infektionen, aber auch Reize wie Kälte, Wärme oder Sonnenlicht.

Die bei einer Nesselsucht auftretenden Symptome werden durch den Botenstoff Histamin verursacht. Durch eine fehlerhafte Immunantwort setzt der Körper bei einem Reiz große Mengen an Histamin frei. Histamin erhöht die Durchlässigkeit der Blutgefäße, so dass es in der Haut zu Wassereinlagerungen kommt, die als Quaddeln sichtbar werden.

Fälle von Nesselsucht, deren Ursache nicht auszumachen ist, werden als idiopathische Nesselsucht bezeichnet. Die idiopathische Nesselsucht nimmt in 60 bis 70 Prozent der Fälle einen chronischen Verlauf. Die Krankheit kann für Betroffene psychisch sehr belastend sein.

Dauer der Krankheit

Die akute Nesselsucht

Die akute Nesselsucht kann ganz unverhofft auftreten und sich binnen Stunden oder Tagen zu den charakteristischen Quaddeln ausbilden. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal im Leben von solch einer Attacke betroffen. Häufige Auslöser für die akute Nesselsucht sind Allergene wie Medikamente, Latex, Insektenstiche oder Nahrungsmittel.

Die chronische Nesselsucht

Von einer chronischen Nesselsucht spricht man, wenn die Symptome länger als sechs Wochen bestehen. Allergien kommen als Auslöser einer chronischen Nesselsucht in Frage. Auch Virusinfekte, Wärme, kaltes Wasser, intensive Anstrengungen und zu viel Sonneneinstrahlung können zu einer chronischen Nesselsucht führen.

Welche Therapie hilft bei Nesselsucht?

Die Therapie einer Nesselsucht richtet sich nach den spezifischen Auslösern. Symptomatisch kann eine Linderung durch Antihistaminika herbeigeführt werden. Diese Medikamente hemmen die Histaminausschüttung im Körper.

Tipps bei einer chronischen Nesselsucht

Lebensmittel, die viel Histamin enthalten, können eine chronische Nesselsucht verschlimmern. Solche Lebensmittel sind zum Beispiel Schokolade, Meeresfrüchte, Thunfisch oder Erdbeeren. Schlechter werden kann eine chronische Nesselsucht auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente wie Aspirin, Morphin oder Codein.

Homöopathie bei Nesselsucht

Die homöopathische Behandlung der Nesselsucht richtet sich nach dem Auftreten der Symptome und den spezifischen Beschwerden. Allerdings ist die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel bei Urtikaria wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist individuell verschieden. Es ist deshalb ratsam, vor Therapiebeginn bei der Versicherung anzufragen, ob Behandlungskosten für eine homöopathische Therapie übernommen werden.

Komplikationen: Das Angioödem

Bei einer Nesselsucht kann es neben der Quaddelbildung auch zu einer Schwellung im Unterhautgewebe kommen, die sich zum Beispiel in zugeschwollenen Lidern äußern kann. In diesem Fall spricht man von einem Angioödem. Wenn die Schleimhäute im Mund, Rachen oder Kehlkopf betroffen sind, kann es allerdings zu lebensbedrohlichen Atemproblemen kommen. Ein solches Angioödem ist ein Notfall, der sofort therapiert werden muss!

Nesselsucht bei Kindern

Eine Nesselsucht kann auch bei Kindern auftreten. Glücklicherweise sind chronische Verläufe bei Kindern aber selten. Kinder leiden bei einer Nesselsucht ebenfalls unter den typischen Quaddeln und Juckreiz. Häufiger Auslöser einer Nesselsucht sind bei Kindern abgelaufene Virusinfekte. Aber auch Allergien, Unverträglichkeiten oder Reize wie Licht oder Hitze können zu Quaddelbildung führen. In der Regel klingen die Symptome rasch wieder ab und sind binnen Stunden bis zu wenigen Tagen verschwunden.


Als Therapie wird der Kinderarzt in der Regel Antihistaminika verschreiben. Wenn die Nesselsucht andauert oder öfter auftritt, sollte der Kinderarzt erneut aufgesucht werden, um die genaue Ursache der Beschwerden zu ermitteln.

Achten Sie bei einer Nesselsucht bei Kindern unbedingt darauf, ob sich Probleme beim Atmen einstellen. Bei solchen Komplikationen müssen Sie sofort einen (Not-)Arzt aufsuchen oder den Rettungsdienst alarmieren.

Foto: © namtipstudio - Shutterstock.com

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