Diabetes: Definition, Ursachen, Symptome

Februar 2017
Mehr als 150 Millionen Menschen sind weltweit von Diabetes betroffen. Hier erfahren Sie mehr über die Ursachen, Symptome und verschiedenen Typen von Diabetes.


Diabetes - Definition

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper Kohlenhydrate wie Zucker nur ungenügend verwerten kann. Folge ist ein erhöhter Blutzuckerspiegel, der langfristig zu Schäden an Augen, Nieren, Nerven und Gefäßen führen kann.

Diabetes Typ 1

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch körpereigene Abwehrzellen zerstört werden. Die Entstehung eines Typ-1-Diabetes können Sie also nicht durch Ihre Lebensweise verhindern.

Diabetes Typ 2

Beim Diabetes Typ 2 werden die Körperzellen insulinresistent. Der Fachbegriff Insulinresistenz bedeutet, dass das Hormon Insulin nicht richtig an den Körperzellen wirken kann. Denn obwohl Insulin von der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, bleibt es an den Körperzellen wirkungsarm, sodass der Zucker aus dem Blut nicht in die Zellen gelangen kann. Die Folge ist, dass der Zucker im Blut bleibt und so die Blutzuckerkonzentration steigt.


Die Ursachen für eine Insulinresistenz sind nicht genau geklärt. Es wird in der medizinischen Fachwelt mittlerweile davon ausgegangen, dass eine Insulinresistenz durch die Kombination mehrerer Faktoren zustande kommt. Wichtigster Faktor ist dabei wohl die Ernährung.

Durch die Aufnahme von sehr zuckerhaltigen Nahrungsmitteln oder Getränken kommt es zu einem starken Anstieg der Insulinproduktion. Ist der Körper über viele Jahre hinweg diesen hohen Insulinbelastungen ausgesetzt, führt dies schließlich dazu, dass die Zellen auf Insulin unempfindlicher reagieren. Eine Insulinresistenz hat sich entwickelt.

Um die beschriebene Insulinresistenz aufzufangen, produziert die Bauchspeicheldrüse zunächst immer mehr Insulin. Im Laufe der Zeit lässt die Insulinproduktion allerdings nach. So wird aus dem relativen Insulinmangel zu Beginn des Typ-2-Diabetes – wegen der Insulinresistenz reicht die Menge nicht aus – ein absoluter Insulinmangel.

"Normale" Werte für Blutzucker

Nüchtern beträgt der Blutzuckerwert zwischen 70 und 110 Milligramm pro Deziliter (mg/dl). Der Blutzucker sollte zwei Stunden nach dem Essen zwischen 100 und 140 mg/dl liegen.

Diabetes - Test

Diabetes wird über eine Blutprobe festgestellt, in der der Blutzuckergehalt gemessen wird. Dies kann über den sogenannten Nüchternblutzucker geschehen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt dann Diabetes vor, wenn der Blutzuckerwert nüchtern über 126 mg/dl liegt. Die Messung sollte für einen besseren Vergleich zweimal durchgeführt werden. Diabetes liegt auch dann vor, wenn der Blutzuckerspiegel bei einer Bluentnahme zu einem beliebigen Zeitpunkt bei einem Wert von 200 mg/dl oder höher liegt.


Eine weitere Möglichkeit, um eine Diabeteserkrankung zu diagnostizieren, ist der sogenannte orale Glukose-Toleranztest (OGT). Dazu trinkt der Patient nach einer mindestens zehn Stunden langen Nüchternphase 250 ml Wasser mit 75 Gramm Traubenzucker. Liegt der Blutzuckerwert zwei Stunden nach dem Trinken der Zuckerlösung bei über 200 mg/dl, liegt ein Diabetes Typ 2 vor.

Der Blutzucker-Langzeitwert: Das glykierte Hämoglobin HbA1c

Die Grundlage für den sogenannten HbA1c-Wert sind Zuckerteilchen, die sich an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin (Hb) anlagern. Dieses "verzuckerte" Hämoglobin nennen Ärzte glykiertes Hämoglobin, kurz HbA1. Der größte Teil dieses Zuckers hängt an einer bestimmten Untereinheit des Hämoglobins, dem sogenannten HbA1c. Der HbA1c-Wert wird auch als "Langzeitzucker" bezeichnet, da der Blutzucker nur den aktuellen Blutzuckerwert wiedergibt.


Je höher der Blutzucker in den letzten drei Monaten war, desto höher ist auch der Wert des HbA1c. Der HbA1c-Wert wird deshalb bei Diabetikern alle drei Monate als Maß für den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel gemessen (Blutzucker-Langzeitwert). Am Anteil des HbA1c-Wertes kann der Behandlungserfolg gemessen werden. Der HbA1c liegt normalerweise zwischen vier und sechs Prozent des Gesamtblutzuckers. Bei Diabetikern sollte der HbA1c unter sieben Prozent liegen.

Diabetes - Ursachen

Ursachen für einen Diabetes Typ 1

Die Ursachen des Diabetes Typ 1 sind bisher nur zum Teil bekannt. Sicher ist nur, dass an der Entstehung viele verschiedene Gene beteiligt sind. Ein gesteigertes Erkrankungsrisiko haben Menschen, in deren Familie ein Diabetes Typ1 auftritt, wodurch anzunehmen ist, dass eine genetische Veranlagung bei der Entstehung des Diabetes Typ 1 eine wichtige Rolle spielt.


Welche anderen Faktoren dazu führen, dass die Autoimmunerkrankung entsteht, wird weltweit intensiv erforscht. Als Auslöser stehen Faktoren wie Umwelteinflüsse, die Ernährung im Kindesalter und Infektionen im Blickpunkt.

Ursachen für einen Diabetes Typ 2

Bekannte Faktoren für einen Diabetes Typ 2 sind Übergewicht und Bewegungsmangel, Unempfindlichkeit gegenüber Insulin und eine gestörte Insulinausschüttung. Für die Entstehung eines Diabetes Typ 2 können auch genetische Faktoren eine Rolle spielen. Allerdings spielt diese Erbanlage erst dann eine Rolle, wenn weitere auslösende Faktoren wie Übergewicht und Bewegungsmangel hinzukommen.

Diabetes - Symptome

Da bei einem Diabetes Typ 2 die Insulinproduktion langsam nachlässt, verläuft diese Form der Erkrankung in den meisten Fällen lange unbemerkt und wird bei vielen Patienten im Rahmen einer Routineuntersuchung beim Arzt festgestellt.


Ein Diabetes Typ 1 verursacht dagegen häufig Symptome. Mögliche Symptome, die auf einen Diabetes hindeuten, ist zum Beispiel häufiges Wasserlassen. Da der Körper versucht, den vermehrt im Blut vorhandenen Zucker über den Urin auszuscheiden, müssen Betroffene viel Wasser lassen und haben starken Durst. Durch den Flüssigkeitsverlust kann die Haut trocken werden und jucken.

Durch die hohe Harnausscheidung kommt es zu Gewichtsverlust. Zudem greift der Körper vor allem bei Typ-1-Diabetikern auf die Fettdepots zurück, da die Zellen ihren Energiebedarf wegen der schlechten Blutzuckerverwertung nicht anders abdecken können.

Beim Abbau der Fettzellen ensteht beim Diabetes Typ 1 Aceton, das sich in der Atemluft als Acetongeruch bemerkbar macht. In diesem Fall ist der Insulinmangel schon sehr ausgeprägt. Durch den entgleisten Stoffwechsel können dann vermehrt saure Produkte anfallen, die zu einer Übersäuerung des Körpers und im schlimmsten Fall zu einem diabetischen Koma führen können.

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