Hohes Cholesterin: Folgen für die Gesundheit

März 2017
Ein zu hoher Cholesterinwert kann Krankheiten wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall fördern. Eine Ernährungsumstellung kann dazu beitragen, den Cholesterinspiegel dauerhaft zu senken.


Cholesterinwerte

Welche Cholesterinwerte normal und welche Werte zu hoch sind, hängt individuell vom Patienten und dessen Gesundheitszustand ab. Ein Richtwert ist, dass der Gesamt-Cholesterinwert bei Erwachsenen unter 200 Milligramm pro Dezillter (mg/dl) Blutserum liegen sollte. Dieser Gesamtwert setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Die beiden wichtigsten Werte sind das "gute" HDL-Cholesterin und das "schlechte" LDL-Cholesterin.

Cholesterinspiegel zu hoch - Gesundheitsrisiken

Ein zu hoher Cholesterinwert ist ein Risikofaktor für Gefäßerkrankungen durch Arterienverkalkung (Artherosklerose). Wenn zu viel "schlechtes" Cholesterin im Blut vorhanden ist oder der Gesamtcholesterinspiegel zu hoch ist, können sich in den Blutgefäßen atherosklerotische Plaques bilden. Atherosklerose und sklerotische Plaques betreffen besonders die Arterien des Herzens, des Gehirns und der unteren Extremitäten. Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann daher Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall und eine periphere arterielle Verschlusskrankheit fördern.

Ursachen für einen erhöhten Cholesterinspiegel

Verschiedene Ursachen können zu einem erhöhten Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie) führen. Dies sind zum einen eine falsche Ernährung, zum anderen Faktoren wie eine zusätzliche Erkrankung (sekundäre Hypercholesterinämie) oder eine erbliche Fettstoffwechselstörung (primäre bzw. familiäre Hypercholesterinämie).

Menschen, bei denen ein erhöhter Cholesterinspiegel festgestellt wurde und die unter ständiger Müdigkeit und Abgeschlagenheit leiden, sollten eine Erkrankung wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder einen Diabetes als Ursache ausschließen lassen.

Primäre Hypercholesterinämie

Menschen mit einer genetischen Veranlagung zu erhöhten Cholesterinwerten fehlen spezielle Bindungsstellen (Rezeptoren) für Fettstoffe, an die unter anderem das LDL-Cholesterin aus dem Blut andocken kann. In diesem Fall ist die Erkrankung familiär bedingt und wird genetisch ausgelöst.

Sekundäre Hypercholesterinämie

In den meisten Fällen ist der Grund für einen erhöhten Cholesterinspiegel jedoch Bewegungsmangel und eine falsche, zu fettreiche Ernährung, bei der zu viele gesättigte Fettsäuren, zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren, zu wenig Omega-3-Fettsäuren und zu wenig Ballaststoffe aufgenommen werden.


Außerdem können verschiedene Krankheiten, wie zum Beispiel Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), bestimmte Nierenerkrankungen (nephrotisches Syndrom), Diabetes, Alkoholabhängigkeit oder Hashimoto-Thyreoiditis den Cholesterinspiegel erhöhen. Erhöhte Cholesterinwerte können zudem durch verschiedene Medikamente wie Cortison, verschiedene hormonelle Medikamente oder auch Thiazid-Diuretika oder Beta-Blocker begünstigt werden.

Auch ein erhöhter Stresspegel kann auf Dauer den Cholesterinwert erhöhen, denn Stress verändert die Ausschüttung von Hormonen im Körper.

Erhöhte Cholesterinwerte senken

In den meisten Fällen entscheidet nicht nur der Gesamt-Cholesterinwert darüber, ob der Cholesterinspiegel gesenkt werden sollte. Um zu entscheiden, ob eine medikamentöse Therapie notwendig ist, muss der Arzt erst sämtliche mögliche Risikofaktoren miteinbeziehen. Dazu zählen das Vorliegen einer Herz-Kreislauferkrankung, einer koronaren Herzerkrankung, eines Diabetes, eines Blut-Hochdrucks oder eines Zustand nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Je nach Anzahl und Bedeutung der einzelnen Risikofaktoren gelten heute weltweit bestimmte Cholesterin-Zielwerte.


Um den Cholesterinspiegel dauerhaft zu senken, sollten Sie eine allgemeine Ernährungsumstellung hin zu einer ausgewogenen Ernährung vornehmen, die wenig gesättigte Fettsäuren, dafür aber einen höheren Anteil an Omega-3-Fettsäuren und ungesättigten Fettsäuren enthält. Ideal ist zum Beispiel die sogenannte "Mittelmeerdiät".

Es kann aber auch trotz gesunder Ernährung zu einem erhöhten Cholesterinspiegel kommen. Eine fettarme Ernährung allein reicht nicht aus, um den Cholesterin-Spiegel zu senken. Denn bei fettreduzierter Kost fällt das "schlechte" LDL-Cholesterin ab, während auch das "gute" HDL-Cholesterin im Körper sinkt. Das HDL-Cholesterin können Sie durch regelmäßigen Ausdauersport erhöhen.

Foto: © Pixelbliss - Shutterstock.com

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