Warum steigt die Zahl der Allergiker rasant an?

Januar 2017

Allergien: Zahlen und Fakten

  • Die Zahl der Allergiker hat sich in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt.
  • Während in den frühen 70er Jahren nur 5 % der Bevölkerung unter einer Allergie litten, klagt heutzutage fast ein Drittel der Bevölkerung über allergische Beschwerden.
  • Spezialisten gehen davon aus, dass in weniger als 10 Jahren bereits jeder Zweite unter einer Allergie leiden wird.
  • Schätzungen besagen, dass 40 Prozent der Deutschen eine allergische Prädisposition haben.
  • Durch die Vielzahl neuer Stoffe und damit einhergehender potentieller Allergene haben sich Allergien in den letzten 20 Jahren gewandelt.
  • Allergien können mittlerweile in jedem Alter auftreten. Das heißt, dass sowohl Säuglinge als auch 80-Jährige unter den Beschwerden leiden können.
  • Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Allergien die vierthäufigste Erkrankung überhaupt.
  • Pessimistische Prognosen gehen davon aus, dass Allergien bereits im nächsten Jahrzehnt die dritthäufigste Erkrankung werden könnten.
  • Parallel zur steigenden Anzahl der Krankheitsfälle hat sich auch die Symptomausprägung verstärkt.
  • Weltweit sind 400 Millionen Menschen von einer allergischen Rhinitis betroffen, 300 Millionen Menschen leiden unter asthmatischen Beschwerden.
  • Schätzungen besagen, dass bei mehr als 50 Prozent aller Allergiker eine Fehldiagnose gestellt wurde.
  • Dies ist zum einen fatal, weil die Betroffenen mit den unangenehmen Symptomen der Krankheit leben müssen, zum anderen besteht die Gefahr, dass sich die Erkrankung unbehandelt verschlechtert.

Gründe für die steigenden Erkrankungszahlen


Die Gründe für die steigende Anzahl der Erkrankungen sind vielfältig. So werden Veränderungen in der Umwelt und häuslichen Umgebung, das verstärkte Verkehrsaufkommen, veränderte Lebensmittelzusammensetzungen und der häufige Einsatz von Antibiotika für die Zunahme von Allergien verantwortlich gemacht.

Allergene in Häusern und Wohnungen


Die Ölkrise im Jahr 1974 veränderte den Lebensstil in den Industrieländern nachhaltig. Um Energie zu sparen, wurden Wohnungen besser isoliert und die Wärmedämmung der Häuser kontinuierlich verstärkt. Diese Maßnahmen führen zu einem feuchteren und wärmeren Raumklima. In dieser Umgebung fühlen sich auch Milben besonders wohl - leider lösen diese Tierchen besonders häufig Allergien aus.

Tierallergien


Hunde, Katzen, Vögel, Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen - die Deutschen halten mehr als 23 Millionen Haustiere in ihren Wohnungen. Nach dem Erfolg des Kinofilms "Ratatouille" erfreuen sich auch Ratten bei Kindern wachsender Beliebtheit. Die steigende Anzahl von Haustieren trägt leider zum vermehrten Auftreten von Allergien bei.

Pollenflug


Durch die landschaftliche Veränderung in den letzten Jahren hat die Zahl der Pollen rasant zugenommen. Vielerorts spricht man in der Pollenflugzeit bereits von einer "ökologischen Umweltverschmutzung".

Ernährungsgewohnheiten


Auch unsere Essgewohnheiten haben sich in der letzten Zeit drastisch verändert. So können ungewohntes fremdländisches Essen, exotische Früchte wie Kiwis, Mangos oder Papayas, der vermehrte Konsum von Fertig- und Fertignahrung, Geschmacksverstärkern und Farbstoffen die Entstehung von Allergien begünstigen.

Immunsystem


Bislang hat der menschliche Körper es nicht geschafft, sich an die veränderten Lebensumstände anzupassen - die Vielzahl neuer Allergene hat unser Immunsystem destabilisiert.
  • Durch den Einsatz von Impfstoffen und Antibiotika hat sich die Zahl der Infektionen stark reduziert.
  • Stattdessen kämpft unser Immunsystem heutzutage gegen an sich harmlose Stoffe, wie zum Beispiel Pollen oder Hausstaubmilben.
  • Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen und Kontakt mit Keimen, Schmutz und Tieren haben, seltener unter Allergien leiden als Kinder, die in Städten leben.
  • Auch Kinder aus Großfamilien, die häufiger in Kontakt mit Keimen kommen, entwickeln weniger allergische Symptome.

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