Brustkrebs

Juni 2017
Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Ein frühes Erkennen kann die Behandlung von Brustkrebs vereinfachen. Daher empfiehlt es sich, seine Brüste regelmäßig nach Auffälligkeiten abzutasten.


Zahlen und Fakten zu Brustkrebs

In Deutschland ist der Brustkrebs mit 32 Prozent aller Krebsneuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Aber auch Männer können an Brustkrebs erkranken. Dies tritt jedoch wesentlich seltener auf als eine Erkrankung bei Frauen. Deshalb sollten auch Männer, die einen Knoten im Brustgewebe ertasten, einen Arzt zur weiteren Abklärung aufsuchen.

In etwa 90 Prozent der Fälle fällt Brustkrebs Frauen bei der Selbstuntersuchung der Brüste auf. Deshalb ist es wichtig, dass Sie regelmäßig Ihre Brüste selbst auf Auffälligkeiten abtasten (mindestens einmal im Monat). Ihr Gynäkologe wird Ihnen zeigen, wie Sie die Brust am besten untersuchen können.

Die Tastuntersuchung der Brüste

Ein Abtasten der Brüste ist eine einfache und effektive Vorsorgeuntersuchung. Leider können nur fühlbare Tumore erkannt werden. Brustkrebs kann sich über viele Jahre entwickeln, ohne dass die Patientin Schmerzen verspürt oder einen Knoten ertastet. Es ist ratsam, die Brüste jeden Monat nach der Menstruation abzutasten. Die Brustgröße spielt dabei keine Rolle.


Stellen Sie sich vor den Spiegel und inspizieren sie Ihre Brustwarzen nach eventuellen Ritzen oder abnormalen Falten der Haut. Heben Sie einen Arm nach oben und beginnen Sie dann mit drei Fingern die Brust mit der flachen Hand von außen nach innen in kleinen Kreisbewegungen abzutasten. Achten Sie auf runde Verhärtungen (wie ein Kirschkern) oder Einziehungen. Tasten Sie die Brustwarze und auch den Bereich zwischen Brust und Achselhöhle ab. Drücken Sie die Brustwarze ein und überprüfen Sie, ob sie eingezogen bleibt.

Risikofaktoren für Brustkrebs

Es gibt verschiedene Risikofaktoren und protektive Faktoren, die das Risiko an Brustkrebs zu erkranken beeinflussen. Schwangerschaft und Stillen schützen beispielsweise vor Brustkrebs, sie sind protektive Faktoren. Mit fortschreitendem Alter tritt Brustkrebs häufiger auf, das Alter ist daher ein Risikofaktor.

Frauen, bei denen die erste Monatsblutung sehr früh aufgetreten ist und/oder bei denen die Menopause sehr spät einsetzt, haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Eine längere Hormonersatztherapie, wie sie zum Beispiel bei Beschwerden in den Wechseljahren verordnet werden kann, kann das Risiko für Brustkrebs zum Teil deutlich steigern. Deshalb sollte das Für und Wider bei einer Hormonersatztherapie gut abgewogen werden.

Inwieweit die Einnahme der Antibabypille das Brustkrebsrisiko erhöht, ist vom Präparat abhängig und pauschal nicht zu sagen. Eine größere Studie zeigt eine Erhöhung des Risikos auf das 1,2- bis 1,4-fache nach einer Einnahme der Pille über mehr als fünf Jahre.

Genetische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Bestimmte Gensequenzen können die Entwicklung von Brustkrebs begünstigen. Frauen mit den Genmutationen BRCA-1 und BRCA-2 haben ein 45- bis 65-prozentiges Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Der Brustkrebs kann sich schon in jungen Jahren entwickeln. Deshalb sollten Frauen mit diesen Genmutationen in erfahrenen Zentren betreut und regelmäßig untersucht werden.

Wenn eine familiäre Prädisposition für Brustkrebs besteht, sollten sich Frauen von ihrem Gynäkologen über frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen und eine eventuell notwendige genetische Beratung informieren.

Ionisierende Strahlung in jungen Jahren erhöht das Risiko für Brustkrebs.

Deutliches Übergewicht, andauerndern Zigarettenkonsum und ein übermäßiger Alkoholkonsum für Frauen (mehr als 20 Gramm Alkohol pro Tag) gelten als Risikofaktoren für eine Brustkrebserkrankung.

Symptome

Brustkrebs fällt meistens im Rahmen einer Tastuntersuchung auf durch einen Knoten in der Brust, der hart und schlecht verschiebbar ist. In der Regel verursacht der Knoten keine Schmerzen. Bei einigen Patientinnen sondert die Brustwarze Flüssigkeit ab, verzieht oder entzündet sich. Sie sollten unbedingt einen Gynäkologen aufsuchen, wenn Sie Veränderungen an der Brust bemerken.

Diagnose

Wird ein Knoten in der Brust festgestellt, wird zur Diagnosesicherung eine Mammographie und/oder eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Wenn in diesen Untersuchungen ein Knoten entdeckt wurde, der anhand der Bildgebung nicht eindeutig als gutartig einzuordnen ist, muss eine Biopsie erfolgen, um zu klären, ob es sich um Brustkrebs handelt.

Die Mammographie

Eine Mammographie ist eine spezielle Röntgenaufnahme zur Untersuchung der Brust. Die Untersuchung dauert etwa 15 Minuten und ist schmerzlos. Eine Mammographie wird in speziellen radiologischen Praxen oder in Kliniken durchgeführt. Die Brüste werden bei einer Mammographie einzeln in zwei Ebenen geröntgt. Einmal wird die Brust von oben nach unten und einmal aus schräg-seitlicher Position geröntgt. Dies ermöglicht, das gesamte Brustgewebe im Röntgenbild darzustellen. Am Ende entstehen insgesamt vier Röntgenbilder - zwei von jeder Brust.


Die Brust wird bei der Aufnahme in einer speziellen Halterung fixiert, da bereits kleinste Bewegungen zu einem verwackelten Bild führen. Um die Brust möglichst flach und das Gewebe so für Röntgenstrahlen gut durchlässig zu machen, wird die Brust für die Aufnahme zwischen zwei Plexiglasscheiben fixiert. Die Fixierung empfinden manche Frauen als unangenehm, allerdings ist diese Haltung für eine möglichst gute und aussagekräftige Aufnahme bei geringer Strahlendosis unumgänglich.

Die Auswertung der Bilder erfolgt durch einen speziell geschulten Radiologen. Bei Auffälligkeiten, die auf einen Tumor hindeuten können, wird der Arzt die Patientin an einem Spezialisten verweisen, der aus dem verdächtigen Areal Gewebe entnimmt. Gutartige Tumoren erscheinen auf dem Bild meist als gleichmäßig dichte und glatt begrenzte Struktur. Bösartige Tumoren hingegen haben häufig sternförmige, unscharfe Ausläufer. Ob es sich bei Veränderungen um eine gut- oder bösartige Veränderung handelt, kann allerdings nur eine Gewebeentnahme sicher klären.

Die Ultraschalluntersuchung

In einigen Fällen wird die Brust auch mit Ultraschall untersucht, um den Knoten besser beurteilen zu können.

Biopsie

Wenn ein Tumor entdeckt wurde, muss das verdächtige Gewebe histologisch untersucht werden. Dazu wird unter örtlicher Betäubung mit einer feinen Nadel eine Biopsie aus dem Tumor entnommen, die daraufhin unter dem Mikroskop untersucht wird.

Weitere Untersuchungen

Wenn Brustkrebs festgestellt wurde, muss die Patientin auf Metastasen untersucht werden. Dazu werden in der Regel eine Röntgenaufnahme des Thorax, eine abdominelle Sonographie (Ultraschall) und eine Knochen-Szintigraphie (ein bildgebendes Verfahren zur Beurteilung des Knochenstoffwechsels) durchgeführt. Gegebenenfalls wird auch eine MRT-Untersuchung angeordnet.

Prognose

Wie die Prognose einer Brustkrebserkrankung ist, hängt davon ab, wie groß der Tumor ist, wie er beschaffen ist und ob sich bereits Metastasen in Lymphknoten oder anderen Organen gebildet haben. Wenn Brustkrebs in einem frühen Stadium erkannt wird, ist die Erkrankung einfacher zu behandeln. Wenn der Tumor kleiner als einen Zentimeter ist und keine Metastasen vorliegen, besteht eine Fünf-Jahres-Überlebensrate von über 90 Prozent.


Insgesamt leben laut Statistik fünf Jahre nach der Diagnose noch 88 Prozent der erkrankten Frauen. Bei männlichen Brustkrebs-Patienten sind es 78 Prozent. Die Zehn-Jahres-Überlebensrate beträgt bei Frauen 82 Prozent, bei Männern 65 Prozent.

Therapie bei Brustkrebs

Bei der Mehrzahl der Patientinnen kann der Brustkrebs geheilt werden. Der Tumor wird je nach Art und Ausbreitung unterschiedlich behandelt. Dazu stehen chirurgische Verfahren, Chemotherapie, Bestrahlung, Hormontherapie und Antikörpertherapie zur Verfügung.

Die Operation

Der Tumor wird je nach Art und Ausbreitung chirurgisch entfernt. Zur Verfügung stehen eine Entfernung des Tumors bei brusterhaltender Operation oder eine Entfernung der Brust durch eine sogenannte Mastektomie. Bei der Operation werden außerdem Lymphknoten entfernt. Statt wie bisher alle Lymphknoten zu entfernen, werden während der Operation heute nur noch einzelne Filterstationen – sogenannte Wächterlymphknoten – operativ entnommen. Anschließend werden die Lymphknoten histologisch auf einen Tumorbefall untersucht. Wenn die Lymphknoten keine Tumorzellen enthalten, werden keine weiteren Lymphknoten entfernt. Wenn ein Tumorbefall festgestellt wird, entfernt der Chirurg einen Teil der Lymphknoten in der Achselhöhle.


Nach einer Operation kann die Brust in den meisten Fällen durch plastische und rekonstruktive Chirurgie wiederhergestellt werden. Eine Brustrekonstruktion wird meist nach Therapieende durchgeführt und kann in mehreren Stufen stattfinden, die mehrere Monate Zeit erfordern. Eine Brustrekonstruktion hat keinen Einfluss auf Krebs und dessen Heilungschancen und behindert auch die Nachsorge nicht.

Strahlentherapie bei Behandlung von Brustkrebs

Eine Strahlentherapie kann nach einer Operation eingesetzt werden, um eventuell nicht entfernte Tumorzellen zu zerstören. Wenn die Brust nicht entfernt wurde, kann die Bestrahlung angewendet werden, um Krebszellen zu zerstören. Die Bestrahlung erfolgt in der Regel über einen Zeitraum von mehreren Wochen und kann auch ambulant durchgeführt werden.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie wird bei Brustkrebs häufig angewendet, um die Tumorzellen zu zerstören. Eine Chemotherapie kann sich der Brustoperation anschließen, um eventuell noch vorhandene Krebszellen abzutöten. Es ist auch möglich, eine Chemotherapie vor einer Operation anzuwenden, um den Knoten vor dem operativen Eingriff kleiner werden zu lassen.

Hormontherapie

Einige Tumore sind sensibel für eine Hormonbehandlung. Diese Behandlung blockiert Östrogen, um das Wachstum der Krebszellen zu verhindern.

Antikörpertherapie

Wenn der Tumor spezielle Rezeptoren aufweist, kann eine Antikörpertherapie erfolgen.

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Foto: © Nobilior – 123RF.com

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Letztes Update am 24. April 2017 10:25 von SilkeCCM.
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