Brustkrebs

Januar 2017

Brustkrebs



Alarmierende Zahlen und Fakten

  • Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.
  • Derzeit erkrankt jede 8. Frau im Laufe des Lebens an Brustkrebs. Experten gehen davon aus, dass in zwanzig Jahren bereits jede 7. Frau betroffen sein könnte.
  • Brustkrebs entwickelt sich in drei Viertel der Fälle bei Frauen über 50 Jahren.
  • Brustkrebs ist die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 35 und 65 Jahren. *Die Sterblichkeit sinkt um 1,3% pro Jahr (INVS/ Februar 2008 veröffentlicht, Bericht über Entwicklungen der Inzidenz und Sterblichkeitsrate von Brustkrebs zwischen 1980-2005)
  • Die Inzidenz beginnt zu sinken: Im Zeitraum zwischen 2004 - 2005 sank die Zahl der Neuerkrankungen um 2,1%; im Zeitraum zwischen 2005 - 2006 sank die Zahl der Neuerkrankungen um 3,3% (Academy of Medicine/ Februar 2008).
  • Jede dritte Frau bekommt ein Mammakarzinom nach den Wechseljahren. *Zunehmend sind auch jüngere Frauen im Alter von 40-45 Jahren von der Erkrankung betroffen.
  • Alle 53 Minuten verstirbt eine Frau an Brustkrebs.
  • Wenn Brustkrebs in einem frühen Stadium erkannt wird, ist die Erkrankung einfacher zu behandeln. Die Sterblichkeit ist um 25 % geringer als bei einer späten Diagnose.
  • Die Hälfte der Karzinome ist auch feststellbar, wenn sie weniger als 2 cm groß sind.
  • Weltweit werden jedes Jahr eine Million Brustkrebsfälle entdeckt.
  • Pro Jahr versterben weltweit 400.000 Frauen an Brustkrebs.

Risikofaktoren für Brustkrebs

  • Eine Schwangerschaft schützt vor Brustkrebs. Wenn Frauen nicht schwanger werden oder die erste Schwangerschaft im Alter von über 35 Jahren erfolgt, gilt dies als Risikofaktor für Brustkrebs.
  • Erste Monatsblutung vor dem 12. Lebensjahr.
  • Das Risiko steigt mit dem Alter.
  • Verspätete Wechseljahre (nach Vollendung des 55. Lebensjahrs).
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum. Bei einem Alkoholkonsum von mehr als zwei bis drei Gläsern Wein am Tag verdoppelt sich das Risiko, während der Wechseljahre an Brustkrebs zu erkranken.
  • Genetische Faktoren: Bestimmte Gensequenzen können die Entwicklung von Brustkrebs begünstigen. Frauen mit den Genmutationen BRCA-1 und BRCA-2 haben ein 45-65% Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Der Brustkrebs kann sich schon im Alter von 40-45 Jahren entwickeln. ,
  • Wenn eine familiäre Prädisposition für Brustkrebs besteht, sollten Frauen sich von ihrem Gynäkologen über frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen und eine eventuell notwendige genetische Beratung informieren.

Symptome

  • Brustkrebs macht sich durch einen Knoten in der Brust bemerkbar, der hart und schlecht verschieblich ist.
  • Bei einigen Patientinnen sondert die Mamille Flüssigkeit ab.
  • Bei einigen Patientinnen zieht sich die Mamille ein oder verzieht sich.
  • Bei einigen Patientinnen verfärbt oder entzündet sich die Mamille.
  • Einige Patientinnen bemerken keine Symptome.


Sie sollten unbedingt einen Gynäkologen aufsuchen, wenn Sie Veränderungen an der Brust bemerken. Zur Diagnosesicherung wird eine Mammographie und /oder eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Wenn ein Tumor entdeckt wurde, muss eine Biopsie erfolgen.

Empfehlungen zur Prävention von Brustkrebs

  • Reduktion der Risikofaktoren: Tabak, Alkohol, Bewegungsmangel.
  • Vermeiden Sie längere Hormonbehandlungen in der Menopause, die das Risiko von Brustkrebs um das 1,3 - 2 fache erhöhen.
  • Identifizierung von einzelnen Frauen mit hohem Risiko.
  • regelmäßiges Abtasten der Brust durch die Frau (mindestens 1x /Monat). Ihr Gynäkologe wird Ihnen zeigen, wie Sie die Brust am besten untersuchen können.

Die Mammographie


Eine Mammographie ist eine spezielle Röntgenaufnahme zur Untersuchung der Brust. Die Untersuchung dauert etwa 15 Minuten und ist schmerzlos.
Bei Frauen über 50 Jahren sollte die Untersuchung regelmäßig durchgeführt werden. Bei Frauen mit genetischer Prädisposition oder Auffälligkeiten an der Brust sollte die Untersuchung schon früher durchgeführt werden. Wenn Sie sich bereits einer Operation unterzogen haben, eine Brustprothese tragen oder hormonelle Medikamente einnehmen, sollten Sie dies dem Radiologen mitteilen.

Die Ultraschalluntersuchung


Wenn in der Mammographie eine Läsion entdeckt wurde, ist es ratsam, eine Ultraschalluntersuchung anzuschließen, um die Läsion besser beurteilen zu können.

Biopsie


Wenn ein Tumor entdeckt wurde, muss das verdächtige Gewebe histologisch untersucht werden. Dazu wird unter örtlicher Betäubung mit einer feinen Nadel eine Biopsie aus dem Tumor entnommen, die daraufhin untersucht wird.

Weitere Untersuchungen


Wenn Brustkrebs festgestellt wurde, muss die Patientin auf Metastasen untersucht werden. Dazu wird in der Regel eine Röntgenaufnahme des Thorax angefertigt und eine abdominelle Sonographie und eine Knochenszintigraphie durchgeführt.

Frühe Diagnosestellung bei Brustkrebs


Wenn Brustkrebs in einem frühen Stadium erkannt wird, ist die Erkrankung einfacher zu behandeln. Die Sterblichkeit ist um 25 % geringer als bei einer späten Diagnose. Die Hälfte aller Krebsknoten werden erkannt, wenn sie weniger als 2 cm groß sind.
Wenn der Tumor kleiner als 1 cm ist und keine Metastasen vorliegen, besteht eine Fünf-Jahres-Überlebensrate von über 90%.
Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Deshalb werden seit 2004 kostenlos Mammographien angeboten. Im Jahr im Jahr 2005 haben 45% der Frauen an der Vorsorgeuntersuchung teilgenommen, im Jahr 2006 waren es bereits 49%.
Ziel der Kampagne ist, dass mindestens 70% der Frauen im Alter von 50-74 Jahren die Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Dies würde die Sterblichkeitsrate an Brustkrebs um fast ein Drittel senken.

Argumente des National Cancer Institute für die Durchführung von Präventionsuntersuchungen

  • Wenn 70% der Frauen im Alter von 50-74 Jahren alle zwei Jahre eine Mammographie durchführen ließen, würden pro Jahr 3.000 Frauen weniger an Brustkrebs versterben.
  • Es wird empfohlen, zur Prävention eine Mammographie und eventuell eine Ultraschalluntersuchung durchzuführen.
  • Zwei Radiologen sollten die Mammographien unabhängig voneinander überprüfen.
  • Durch diese Verfahren werden 7% mehr Tumoren entdeckt.
  • Es dauert etwa fünf Jahre, bis ein Brusttumor die Größe von 1 mm erreicht, zwei Jahre später wird er bis zu 5 mm groß sein, weitere zwei Jahre später wird er zwei Zentimeter groß sein. Die meisten Tumoren werden durch Abtasten entdeckt, wenn sie über zwei Zentimeter groß sind.

Wie funktioniert das Präventionsprogramm?


Frauen zwischen 50 und 74 Jahren bekommen automatisch durch die Krebsvorsorgeorganisation alle zwei Jahre eine Einladung zur Vorsorgeuntersuchung per Post.
  • Teilnehmende Praxen unterliegen einer strengen Qualitätskontrolle.
  • Bei der Vorsorgeuntersuchung wird an jeder Brust eine Mammographie durchgeführt, die von zwei unabhängigen Radiologen begutachtet wird.
  • Die Patientin bekommt innerhalb von 14 Tagen das Untersuchungsergebnis.
  • Bei etwa 6 von 1000 Frauen, die an dem Präventionsprogramm teilnehmen, wird Krebs diagnostiziert.

Bei weiteren 0,6% wird Krebs außerhalb des Präventionsprogramms diagnostiziert
  • Wenn in der Mammographie Auffälligkeiten festgestellt wurden, bedeutet dies nicht zwingend, dass Sie Krebs haben. In diesem Fall werden zunächst weitere Untersuchungen durchgeführt, die ebenfalls zu 100% von der Krankenkasse übernommen werden.
  • Wenn Sie über 50 Jahre alt sind und bislang kein Einladung zur Vorsorgeuntersuchung erhalten haben, sollten Sie Kontakt zu Ihrer Krankenkasse oder zu dem strukturierten Krebsvorsorgeprogramm in Ihrer Nähe aufnehmen.

Mehr Informationen

Das Abtasten der Brüste


Ein Abtasten der Brüste ist eine einfache und effektive Vorsorgeuntersuchung. Leider können nur fühlbare Tumore erkannt werden.
Brustkrebs kann sich über viele Jahre entwickeln, ohne dass die Patientin Schmerzen verspürt oder einen Knoten ertastet.
  • Es ist ratsam, die Brüste jeden Monat nach der Menstruation abzutasten. Die Brustgröße spielt dabei keine Rolle.
  • Stellen Sie sich vor den Spiegel und inspizieren sie Ihre Brustwarzen nach eventuellen Ritzen oder abnormalen Falten der Haut.
  • Heben Sie einen Arm nach oben und beginnen Sie dann mit drei Fingern die Brust mit der flachen Hand von außen nach innen in kleinen Kreisbewegungen abzutasten.
  • Achten Sie auf runde Verhärtungen (wie ein Kirschkern) oder Einziehungen.
  • Tasten Sie die Brustwarze und auch den Bereich zwischen Brust und Achselhöhle ab.
  • Drücken Sie die Brustwarze ein und überprüfen Sie, ob sie eingezogen bleibt.

Gewährleistet eine Kernspintomografie eine bessere Erkennung von Brustkrebs?


Mehrere Studien, die auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) präsentiert wurden, zeigen, dass Schichtaufnahmen die effizienteste Methode zur Erkennung kleiner Tumoren ist und die Kernspintomographie der Mammographie überlegen ist.
Experten empfehlen deshalb bei Frauen mit genetischen Risikofaktoren oder einer familiären Prädisposition die jährliche Durchführung einer Kernspintomographie. Etwa 4000 Frauen kämen in Deutschland für diese Präventionsuntersuchung in Frage. Auch Frauen, die unter Brustkrebs leiden wird für Kontrolluntersuchungen der anderen Brust und für die Verlaufskontrolle eine Kernspintomographie angeraten.

Momentan bleibt die Mammographie jedoch in der Prävention die Standarduntersuchung, weil der weit verbreitete Einsatz von Kernspintomographieaufnahmen noch nicht möglich ist und die Aufnahmen noch keiner einheitlichen Qualitätskontrolle unterliegen.

Therapie bei Brustkrebs


Bei der Mehrzahl der Patientinnen kann der Brustkrebs geheilt werden.
Von den 52.000 neuen diagnostizierten Brustkrebsfällen jedes Jahr in Deutschland überleben 84% der Frauen die ersten fünf Jahre nach der Diagnosestellung.
Der Tumor wird je nach Art und Ausbreitung unterschiedlich behandelt.

Die Operation


Der Tumor wird je nach Art und Ausbreitung chirurgisch entfernt. Zur Verfügung stehen eine Entfernung des Tumors bei brusterhaltender Operation oder eine Entfernung der Brust durch eine so genannte Mastektomie.
Bei der Operation werden außerdem Lymphknoten entfernt. Statt wie bisher alle Lymphknoten zu entfernen, werden während der Operation nur noch einzelne Filterstationen- sogenannte Wächterlymphknoten- operativ entnommen. Anschließend werden die Lymphknoten histologisch auf einen Tumorbefall untersucht. Wenn die Lymphknoten keine Tumorzellen enthalten, werden keine weiteren Lymphknoten entfernt; wenn ein Tumorbefall festgestellt wird, entfernt der Chirurg einen Teil der Lymphknoten in der Achselhöhle.

Ratschläge nach der Operation

  • Nach der Operation sollten Sie an einem Rehabilitationsprogramm teilnehmen. Hier werden Übungen erlernt, die zur Flexibilität von Armen und Schultern beitragen und die postoperativen Schmerzen mindern.
  • Vermeiden Sie das Tragen von schweren Lasten und körperlich anstrengende Arbeit für mehrere Wochen.
  • Tragen Sie lockere Kleidung und vermeiden Sie die Anwendung von Reizstoffen.
  • Vermeiden Sie Sonneneinstrahlung und natürlich Tabakgenuß.
  • Trinken Sie nicht zu viel Alkohol.

Strahlentherapie bei Behandlung von Brustkrebs

  • Eine Strahlentherapie kann nach einer Operation eingesetzt werden, um eventuell nicht entfernte Tumorzellen zu zerstören.

Wenn die Brust nicht entfernt wurde, kann die Bestrahlung angewandt werden, um Krebszellen zu zerstören
  • Die Bestrahlung erfolgt in der Regel über einen Zeitraum von 5-6 Wochen und erfordert keinen Krankenhausaufenthalt.

Chemotherapie


Eine Chemotherapie wird bei Brustkrebs häufig angewandt, um die Tumorzellen zu zerstören. Eine Chemotherapie kann sich der Brustoperation anschließen, um eventuell noch vorhandene Krebszellen abzutöten.

Hormontherapie


Einige Tumoren sind sensibel für eine Hormonbehandlung. Diese Behandlung blockiert Östrogen, um das Wachstum der Krebszellen zu verhindern.

Nachsorge


Die Nachsorge dauert in der Regel fünf Jahre und richtet sich nach den Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft. Auf Nebenwirkungen der Strahlentherapie der Chemotherapie und der Hormontherapie muss besonders geachtet werden. Neben der Befragung und klinischen Untersuchung soll in den ersten drei Jahren alle sechs Monate eine Mammographie durchgeführt werden.

Brustaufbau nach einer Operation

  • Nach einer Operation kann die Brust in den meisten Fällen durch die plastische und rekonstruktive Chirurgie wieder hergestellt werden.
  • Mehr und mehr Onkologen integrieren einen plastischen Chirurgen in ihr Team, um die Patientinnen über eine Brust- Rekonstruktion zu beraten.
  • Die Zurückgewinnung der Körperformen ist für die Patientinnen psychologisch enorm wichtig.
  • Eine Brustrekonstruktion beinhaltet den Wiederaufbau der Brust durch die Implantation einer Prothese mit Kochsalzlösung oder Silikongel.
  • Manchmal wird eine kleine Operation der anderen Brust aus Gründen der Symmetrie empfohlen.
  • Der Chirurg wird Sie über die Art des Verfahrens, die postoperative Behandlung und den Zustand der Haut und der Muskeln beraten.
  • Sie sollten keine Hemmungen haben, den Chirurg nach Bildern von Brustrekonstruktionen zu fragen, die er zuvor bereits durchgeführt hat.
  • Eine Brustrekonstruktion wird meist nach Therapieende durchgeführt.
  • Eine Brustrekonstruktion kann in mehreren Stufen stattfinden, die mehrere Monate Zeit erfordern.
  • Eine Brustrekonstruktion hat keinen Einfluss auf Krebs und deren Heilungschancen.

Eine Brustrekonstruktion behindert die Nachsorge nicht.
  • Die Prozedur kann auch durchgeführt werden, wenn nur der Tumor und nicht die ganze Brust entfernt wurde.

Prothesen, Schals, Perücken: Accessoires, um sich besser zu fühlen


Verschiedene Accessoires wie Schals, Hüte, Perücken oder ein Turban können dazu dienen, den Haarausfall zu verdecken. Die Kosten für einige Perücken und Accessoires werden von der Krankenkasse übernommen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse nach den Modalitäten.

Brustprothesen

  • Durch Brustprothesen können Patientinnen schnell ihre weibliche Figur wiedererlangen.
  • Sie werden in Orthopädiefachgeschäften oder Sanitätshäusern verkauft.
  • Die Prothesen werden in den BH eingeklebt.
  • Die Prothesen werden von den Krankenkassen bis zu einem bestimmten Betrag auf Rezept vom behandelnden Arzt erstattet. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse.

Weiter Informationen


Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Deutschen Krebsforschungszentrums und unter brustkrebs-info.de.

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